Pharmabranche zahlt deutlich besser als die Banken

Die Kaderlöhne bei den Banken sind in den letzten Jahren deutlich gesunken. Am meisten verdienen inzwischen Manager in der Pharmaindustrie. Durchschnittlich
verdient das obere Kader hier 280'000 Franken im Jahr.

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Spitzenverdiener in der Spitzenverdienerbranche: Roche-CEO Severin Schwan (51). Der österreichisch-deutsche Manager erhielt 2017 rund 15 Millionen Franken im Jahr. (Stefan Bohrer/Keystone)

Spitzenverdiener in der Spitzenverdienerbranche: Roche-CEO Severin Schwan (51). Der österreichisch-deutsche Manager erhielt 2017 rund 15 Millionen Franken im Jahr. (Stefan Bohrer/Keystone)

Neu stehen bei den Löhnen nicht mehr die Banken an der Spitze, sondern die Pharmabranche und die Versicherungen. Dies berichtet die «NZZ am Sonntag» unter Verweis auf bislang unveröffentlichte Daten aus der Lohnstrukturerhebung des Bundes von 2016. Die Zahlen basieren auf der jüngsten Lohnstrukturerhebung, welche das Bundesamt für Statistik (BFS) alle zwei Jahre bei rund 37'000 Unternehmen mit 1,7 Millionen Arbeitsplätzen durchführt.

Demnach erhielten Angestellte aus dem oberen Kader in der Bankenbranche im Durchschnitt einen Bruttolohn von 220'000 Franken – 40'000 Franken weniger als noch vor zehn Jahren. Dagegen bezahlte der Pharmasektor mit 280'000 Franken deutlich besser; 2008 verdienten die höheren Manager hier noch 190'000 Franken.

Auf der Stufe der Top-Manager schrumpfte bei den Banken das durchschnittliche Salär von 660'000 auf 530'000 Franken. Damit ist dem Artikel zufolge das Lohnniveau rund ein Fünftel tiefer als in der Pharma- und Versicherungsbranche. Wer auf dem Level eines Top-Managers arbeitet, verdient in der Pharma oder bei einer Versicherung im Schnitt nach wie vor 650'000 Franken.

Im mittleren Kader bezahlt sogar der Staat besser

Vor allem die variablen Vergütungen und Boni der Banken seien deutlich gesunken, erklärte der Vizepräsident des Zürcher Bankenverbandes, Hans-Peter Portmann, der Zeitung. Auf den mittleren Kaderstufen bezahle der Staat teilweise sogar höhere Löhne als der Bankensektor. Er halte dies für eine gesunde Entwicklung. Sie zeige, dass der Markt in beide Richtungen funktioniere.

Die «Wachablösung» zeigt sich auch bei den Spitzensalären: So erhielt UBS-CEO Sergio Ermotti im vergangenen Jahr 14,2 Millionen Franken, während Roche-Chef Severin Schwan 15,1 Million verdiente. (sda/lb)

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