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PILATUS FLUGZEUGWERKE: Der PC-24 soll noch besser werden

Der Start des PC-24 ist geglückt. Nun fährt Pilatus die Produktion hoch. Insgesamt sollen im laufenden Jahr 23 Businessjets ihren Käufern übergeben werden. In der Zwischenzeit wird der Flieger bereits wieder weiterentwickelt.
Blick in die Produktionshalle des PC-24 bei den Pilatusflugzeugwerken. (Bild: Pius Amrein (Stans, 1. Mai 2018))

Blick in die Produktionshalle des PC-24 bei den Pilatusflugzeugwerken. (Bild: Pius Amrein (Stans, 1. Mai 2018))

Roman Schenkel

Drei PC-24 hat Pilatus bereits ausgeliefert, zwölf Stück des neuen Businessjets sind derzeit in Stans in der Endmontage, alle zwei Wochen wird nun ein Flieger vom Stapel laufen. Bald wird der vierte Flieger seinem Kunden übergeben. Es ist kein Unbekannter: der ehemalige Nestlé-Präsident Peter Brabeck wird seine Geschäftsreisen künftig im jüngsten Kind der Pilatus Flugzeugwerke absolvieren.

Für Pilatus läuft soweit alles nach Plan: Die Geschäftszahlen stimmen (siehe Kasten), der neue Flieger ist zertifiziert und erfüllt alle Spezifikationen, die internationale Presse ist voll des Lobes, der erste Kunde, das US-Unternehmen Plane Sense, ist bereits über 250 Flugstunden damit geflogen. Die Kundenzufriedenheit: sehr hoch.

Gewicht ist noch zu hoch

Man glaubt sich deshalb verhört zu haben, wenn Pilatus-Präsident Oscar J. Schwenk sagt: «Ich bin noch nicht zufrieden mit dem PC-24». Wo liegt das Problem? «Wir sind noch nicht dort, wo wir hinwollen», sagt Schwenk. Der Flieger sei noch etwas zu schwer. Bis zum nächsten Bestellfenster, das frühestens 2019 geöffnet wird, will Schwenk den PC-24 wesentlich verbessern. «Das macht den Erfolg von Pilatus aus: das ständige Weiterentwickeln unserer Produkte», sagt er.

Gewichtsoptimierte Lackierung, leichtere Komponenten, neuartige Batterien – an verschiedenen Positionen wird an der Gewichtsreduktion gearbeitet. «Der Aufwand für Verbesserungen ist hoch», sagt Schwenk. Die Schwierigkeit besteht insbesondere darin, dass je nach Eingriff die Änderung erneut teilzertifiziert werden muss. «Wir werden so aus dem PC-24 aber einen noch besseren Flieger machen», ist Schwenk überzeugt.

Wie es geht, weiss Pilatus aus eigener Erfahrung. «Beim PC-12 standen wir vor dem genau gleichen Problem.» Die konsequente Weiterentwicklung des Fliegers habe sich gelohnt: «Genau aus diesem Grund haben wir bis heute 1500 Stück des PC-12 verkauft», sagt Schwenk. Zwischen dem ersten Serienflieger, der vor 23 Jahren verkauft wurde, und dem 1500. PC-12, der vergangenen Sommer ausgeliefert wurde, würden jedoch Welten liegen, erzählt er.

Die Weiterentwicklung der Flugzeuge lohnt sich auch aus finanzieller Optik: «Beim nächsten Bestellfenster werden wir den Preis für den PC-24 signifikant anheben», so Schwenk. Wie stark die Preise steigen werden, lässt sich noch nicht beziffern. Das hänge von verschiedenen Faktoren wie der Nachfrage oder der Wirtschaftssituation ab, erklärt Schwenk. Die 84 bis jetzt bestellten Businessjets gingen für je rund 9 Millionen US-Dollar über den Ladentisch.

Hohe Investitionen in automatisierte Produktion

Neben der Verbesserung des Fliegers steht bei Pilatus im laufenden und nächsten Jahr die Effizienz bei der Produktion im Fokus. 2018 sollen 23 PC-24 den Kunden übergeben werden. «In den nächsten Jahren werden wir die Zahl der produzierten PC-24 pro Jahr deutlich steigern», verspricht Schwenk. Dafür investiert Pilatus am Standort Stans 45 Millionen Franken in eine Halle und Produktionsstätte für den Strukturbau.

Für den PC-24 und auch den Trainingsflugzeuge sollen Rumpf, Flügel oder Leitwerke, die bisher an verschiedenen Standorten, darunter auch im Ausland, hergestellt werden, künftig in dieser Halle gebaut werden. Durch die Rücknahme der Arbeiten in unmittelbare Nähe des Hauptwerks sollen die Logistik und Lagerung deutlich vereinfacht und Transportkosten gespart werden. «Zudem haben wir alles in der eigenen Hand und somit unter Kontrolle», sagt Schwenk. Spatenstich war vor rund drei Wochen, Mitte 2019 soll die Halle fertiggestellt sein.

Damit sich diese Prozesse in der kostenintensiveren Schweiz rechnen, setzt Pilatus auf Automation und moderne Robotertechnik. Ein riesiger Roboter wird künftig Arbeiten übernehmen, die bis jetzt von Hand gemacht werden – beispielsweise das Zusammennieten der verschiedenen Flugzeugteile. «Er arbeitet schneller und auch genauer und wir müssen ihm keine Schichtzulage zahlen», sagt Schwenk mit einem Lachen.

Doch trotz aller Robotik und Automatik: Im neuen Kompetenzzentrum entstehen 150 neue Arbeitsplätze. «Wir zeigen damit, dass es möglich ist, den ganzen Flieger in der Schweiz herzustellen – ohne Auslagerung in Länder, wo der Lohn zehnmal tiefer ist. Ich stehe für den Werkplatz Schweiz ein», betont Schwenk.

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