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Pioniere an der Weltspitze

Mivital hat ein patentiertes Verfahren entwickelt, das die fast hundertprozentige Bioverfügbarkeit von fettlöslichen Wirkstoffen ermöglicht. Das Unternehmen ist für den Startfeld Diamant nominiert.
Stefan Borkert
Florian (links) forscht und arbeitet parallel zum Studium mit Vater Daniel Strasser (rechst) bei Mivital. Bild: Hanspeter Schiess

Florian (links) forscht und arbeitet parallel zum Studium mit Vater Daniel Strasser (rechst) bei Mivital. Bild: Hanspeter Schiess

Labor und Büro sind noch in einem Raum untergebracht. In der Mitte dreht sich ein Kolben in einer gelben Flüssigkeit. «Das ist ein Rotationsverdampfer», erklärt Florian Strasser. Sein Vater, Daniel Strasser, ergänzt, dass es sich um ein geschlossenes System handle. Das eigentliche Prunkstück aber steht im Hintergrund. «Das ist unser Bioreaktor», erklärt Daniel Strasser. Bald wird die kleine Erfinderfirma sich vergrössern und weitere Räume im Startfeld St. Gallen beziehen. Dann wird auch nicht mehr nur Vater Daniel mit seinen Söhnen Andrin und Florian bei Mivital ­tätig sein. Die Mitarbeiterzahl steigt auf acht Personen an, um besser forschen, produzieren und verkaufen zu können. Daniel Strasser: «Mivital organisiert mit Freude die Ausbauschritte im neuen Labor, um den Markterfolg bewältigen zu können, so werden in den nächsten zehn ­Monaten mehr als eine Million Franken in Arbeitsplätze und Anlagen zur Herstellung investiert.»

Die Ziele sind ehrgeizig. «2019 werden wir in die Gewinnzone kommen», ist Daniel Strasser überzeugt. Die Strategie von Mivital beruht auf der ­Zusammenarbeit mit Vertriebspartnern, welche die von Mivital ­behandelten Wirkstoffe zu den Endkunden bringen. Der europäische Markt ist bereits zu 70 Prozent abgedeckt. Nun sollen die Lücken in Europa geschlossen und die USA und Japan erschlossen werden. Der Markt hat allein im DACH-Bereich (Deutschland, Österreich, Schweiz) ein Volumen von 1,3 Milliarden Franken.

Patentierte Medizintechnik

Was macht Mivital so einzigartig, dass Gründer Daniel Strasser davon spricht, weltweit an der Spitze zu sein, weltweit die Einzigen zu sein, die dieses patentierte Herstellungsverfahren können? Mivtal revolutioniert die Wirkstoffaufnahme mittels Mizellen im Körper. «Wir wollen eine hundertprozentige Bioverfügbarkeit von fettlöslichen Wirkstoffen erreichen», sagt Strasser. «Momentan bringt es die chemische Industrie nur auf höchstens 25 Prozent.»

Im Kosmetikmarkt sind Reinigungswasser mit Mizellen seit ein paar Jahren ein Verkaufsschlager. Dabei sind Mizellen seit vielen Jahrzehnten schon bekannt. Es handelt sich um klümpchenförmige Molekularstrukturen in Nanogrösse. Also unglaublich kleine Kügelchen, die Wirkstoffe transportieren können, und zwar dorthin, wo sie gebraucht werden.

Daniel Strasser erläutert das Prinzip hinter seiner Erfindung: «Der menschliche Körper muss bei oraler Einnahme lipophiler, also fettlöslicher Stoffe körpereigene Mizellen produzieren, die diesen lipophilen Wirkstoff mit einer wasserlöslichen Hülle ummanteln, um wenigstens einen Bruchteil davon aufnehmen zu können.» Dieser Prozess nehme jedoch einige Zeit in Anspruch. Der weitaus grösste Teil der Wirkstoffe werde ungenutzt wieder ausgeschieden. «Das macht eine genaue Dosierung nahezu unmöglich.»

Durchbruch gelungen

Seit mehr als 30 Jahren werden diverse Methoden getestet, um Mizellen künstlich herzustellen. Die bisher bekannte Produktion von Mizellen ist sehr fehleranfällig. Die Qualität der Wirkstoffe leidet oft im Herstellungsprozess. Ausserdem würden Zusatzstoffe aufgenommen, über deren langzeitlichen Nebenwirkungen wenig bis gar nichts bekannt sei, merkt Strasser an.

Doch Mivital hat den Durchbruch geschafft. Es sei gelungen, die aus natürlichem Ausgangsmaterial hergestellten Mizellen so zu stabilisieren, dass sie in viel tieferer Konzentration als bei bisher bekannten Verfahren eingesetzt werden könnten, erläutert Strasser. «Wenn Sie ein sehr teures Medikament verabreichen müssen und dann mehr als drei viertel des Wirkstoffes wieder verlieren, weil es der Körper nicht aufnehmen kann, dann wird auch verständlich, warum unser patentgeschütztes Verfahren für Pharmakonzerne interessant ist. Für dieselbe Wirkung benötigt man mit unserer Entwicklung also viel weniger Wirkstoff.» Und dieser sei genau dosierbar.

Der Nutzen der Mivital-Methode ist mehrfach von unabhängiger Seite bestätigt worden. So hat eine Studie des Krebsforschungsinstituts von West Tennessee in Henderson, der Union University in Jackson und der University of Tennessee in Knoxville den Einsatz von Wirkstoffen wie Kurkumin in der Krebsprävention und Krebsbekämpfung untersucht. Die Forscher fanden heraus, dass Kurkumin, das in einer Mizellen-Lösung eines ­Mivital-Produktes gebunden ist, 75 Mal potenter ist als das Originalmaterial.

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