PLASTIKGELD: Vorsicht: Versteckte Gebühren

Bei der Nutzung von Kreditkarten bestehen in der Schweiz erhebliche Unterschiede im Preis. Ausschlaggebend ist jedoch oft nicht die Jahresgebühr, sondern zusätzliche Kosten, die beim Gebrauch anfallen.

Roman Schenkel
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Wer mit Kreditkarte zahlt, muss mit Gebühren dafür rechnen. (Bild: Keystone)

Wer mit Kreditkarte zahlt, muss mit Gebühren dafür rechnen. (Bild: Keystone)

Plastikgeld ist bequem. Man kann praktisch überall auf der Welt einkaufen, ohne Bargeld im Portemonnaie zu haben. Man kann fürs Hotelzimmer oder für den Mietwagen auf unkomplizierte Art und Weise ein Depot hinterlegen. Man kann im Internet shoppen oder den Ausverkauf nutzen – auch wenn man es sich im Moment eigentlich gar nicht leisten kann.

Deshalb erfreuen sich Kreditkarten grosser Beliebtheit. Ihre Verbreitung hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Waren es im Jahr 2010 erst 55 Prozent der Schweizer, die angaben, mindestens eine Kreditkarte zu besitzen, so haben laut einer aktuellen Studie 70 Prozent der Eidgenossen eine Kreditkarte im Portemonnaie. Das widerspiegelt sich auch im Umsatz, der mit Kreditkarten hierzulande erzielt wird. «Das Umsatzvolumen mit Kreditkarten hat nach einem kleinen Rückgang 2011 im Jahr 2012 wieder zugenommen», sagt August Harder, Präsident des Verbands Elektronischer Zahlungsverkehr (VEZ). Im letzten Jahr betrug der Umsatz mit Kreditkarten über 12 Milliarden Franken (siehe Grafik).

Riesiges Angebot an Karten

Bei dieser starken Nachfrage ist es kein Wunder, dass unzählige Anbieter mit attraktiven Kartendesigns und Bonusdienstleistungen um die Gunst der Kunden werben. Um einen besseren Überblick zu bieten, welche Kreditkarte zu wem am besten passt, hat der Vergleichsdienst Moneyland.ch die Gebühren von über 190 Kreditkarten miteinander verglichen. Dabei hat der auf den Finanzbereich spezialisierte Vergleichsdienst erhebliche Kostenunterschiede festgestellt. So sind die günstigsten Kreditkarten bis über 1000 Franken pro Jahr günstiger als die teuersten.

Laut Moneyland.ch unterschätzen viele Nutzer die Kreditkartenkosten. Häufig seien der Kreditkartenkundschaft nur die Jahresgebühren bewusst, sagt Benjamin Manz, Geschäftsführer von Moneyland.ch. «Es fallen jedoch eine Reihe von weiteren ‹versteckten› Gebühren an, die ein Vielfaches der kommunizierten Jahresgebühren betragen können», sagt Lanz. Diese würden aber auf den Rechnungen nicht immer transparent ausgewiesen. Selbst als «Gratiskarten» ohne Jahresgebühren angepriesene Plastikkarten seien – je nachdem, wie man sie einsetze – nicht die kostengünstigste Lösung.

Moneyland.ch hat den Test für verschiedene Nutzerprofile durchgerechnet und die günstigsten und teuersten Kreditkarten dargestellt. Die günstigsten zehn Kreditkarten von drei Profilen – Einkaufswütige, Gelegenheitsnutzer und Auslandsnutzer – sind oben dargestellt. Selbst in diesen Top 10 zeigen sich erhebliche Preisunterschiede.

Keine Bargeldbezüge im Ausland

Ein besonderes Augenmerk haben die Studienverfasser auf den Gebrauch von Kreditkarten im Ausland gelegt. In den Ferien werden Kreditkarten sehr häufig eingesetzt. Dabei sollte man aber speziell auf die Folgekosten achten, die Kreditkartentransaktionen nach sich ziehen können. «Die Nutzer sind sich der happigen Fremdwährungsgebühren häufig nicht bewusst», sagt Lanz. So falle bei Fremdwährungen ein Bearbeitungszuschlag an, der zwischen 0,9 Prozent und 2,5 Prozent betrage. Bei Bargeldbezügen in Fremdwährungen im Ausland kommen nochmals zusätzliche Gebühren dazu, die mit bis zu 4 Prozent pro Bezug zu Buche schlagen können. Darüber hinaus müsse man mit Fremdwährungsumrechnungskosten rechnen.

Um böse Überraschungen zu vermeiden, sollten für Auslandaufenthalte deshalb kostengünstige Kreditkarten gewählt und auf Bargeldbezüge verzichtet werden, rät der Finanzvergleichsdienst. Wer häufig in einer Fremdwährung bezahlt, sollte zudem eine Fremdwährungskarte (zum Beispiel in Euro oder US-Dollar) in Betracht ziehen. Dadurch vermeidet man Wechselkursaufschläge.

Neben einem Kostenvergleich lohne sich auch ein Leistungsvergleich. Gewisse Kreditkartenverträge beinhalteten Reise- oder Unfallversicherungen, Bonusprogramme oder diverse Rabatte. Ein Upgrade zu einer Gold- oder sogar Platinum-Karte lohne sich in der Regel aus reinen Kostenüberlegungen nicht, so die Studienverfasser. Meistens mache es nur dann Sinn, wenn man in den Genuss von bestimmten Sonderleistungen der Kreditkarten kommen will.

Hinweis:

Alle Nutzerprofile und weitere hilfreiche Tipps bei der Wahl Ihrer Kreditkarte finden Sie unter: www.moneyland.ch/de/kreditkarten-vergleich