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POKÉMON GO: Ein umstrittenes Spiel beflügelt Nintendo

Mit einem Handy-Game hat Nintendo einen Hype ausgelöst – auch an der Börse. Doch das Spiel sorgt für heftige Kontroversen.
Ein Pokémon-Go-Spieler in Melbourne, Australien. (Bild: EPA / Julian Smith)

Ein Pokémon-Go-Spieler in Melbourne, Australien. (Bild: EPA / Julian Smith)

sda/red. Finanzanalysten reiben sich die Augen. Der in den letzten Jahren ins Hintertreffen geratene japanische Konzern Nintendo ist mit dem neuen Handy-Game Pokémon Go (siehe Box) zurück im Spiel – und wie. Seit vergangenem Freitag stieg der Wert der Nintendo-Aktie um rund 60 Prozent. Gestern aber sank der Kurs erstmals wieder leicht auf rund 215 Franken. Zum Vergleich: Das Papier war am 8. Juli rund 141 Franken wert.

Auf Monsterjagd in Gedenkstätte

Grund für den gestrigen Dämpfer dürften die Kontroversen sein, welche das Spiel ausgelöst hat. Die Spieler zücken nämlich auch in Gedenkstätten ihre Smartphones, um nach den kleinen Monsterfiguren Ausschau zu halten. Darunter soll sich auch das ehemalige Konzentrationslager in Auschwitz befinden. Mehrere Einrichtungen haben Spieler nun dazu aufgerufen, dies sein zu lassen. So forderte der Arlington-Ehrenfriedhof in Washington die Besucher auf, auf das Spielen zu verzichten, weil es unangemessen sei. Auch das Holocaust-Museum in Washington appellierte an die Besucher, respektvoll beim Einsatz von Technik zu sein. Man versuche, die Orte aus dem Spiel entfernen zu lassen, erklärte der Game-Entwickler.

Klarheit über Datenverwendung

Unterdessen meldete die Polizei in Texas auch einen Auffahrunfall im Zusammenhang mit dem Spiel. Ein Fahrer stellte seinen Wagen regelwidrig ab, um auszusteigen und ein Pokémon zu fangen. Dabei fuhr ein anderes Auto von hinten auf.

Ein weiteres Problem sind übermässige Zugriffsrechte auf Google-Profile. Meldet sich ein Spieler mit seinem Google-Profil an, fragt das Spiel den Zugriff auf alle Inhalte der Konten an. Mittlerweile ist die App aktualisiert worden, um die übermässigen Zugriffsrechte auf Google-Profile einzuschränken. Die App-Entwickler erklärten, es seien nie andere Informationen als Nutzername und E-Mail-Adresse abgerufen worden. Unklar bleibt aber, welche Daten die App von Google überhaupt bekommen hat. Der in Datenschutz-Belangen sehr aktive US-Senator Al Franken forderte von den Machern der App ausführliche Informationen an. Er will wissen, welche Daten erhoben werden und was damit geschehe. Dabei geht es auch um die Frage, mit wem die Informationen geteilt werden könnten.

Monster suchen per Smartphone

GAME red. Die Gratis-App Pokémon Go wurde erst letzte Woche in den USA, Australien und Neuseeland lanciert und löste dort einen Ansturm aus. In der App kann man an diversen Orten auftauchende «Pokémon»-Figuren sammeln; sie werden auf dem Handy-Bildschirm in die reale Umgebung eingeblendet. Entwickelt wurde das Spiel vom Studio Niantic zusammen mit der Nintendo-Tochter The Pokémon Company.

Es handelt sich um das erste Handy-Game von Nintendo. Der japanische Konzern setzte bislang ausschliesslich auf eigene Spielkonsolen. Das ursprüngliche Pokémon-Spiel konnte man in den Neunzigerjahren auf dem Gameboy spielen. In diesen Tagen soll Pokémon Go in die europäischen App-Stores kommen.

Automobilclub warnt vor Unfällen

Der deutsche Automobilclub ADAC warnt vor Unfällen durch das Computerspiel «Pokémon Go». Wer in dem Spiel eine Pokémon-Figur erwischen wolle, der müsse dauerhaft auf sein Handy blicken und verliere dabei «nur allzu leicht» den Blick für die Umgebung, hiess es.

Dadurch könnten gefährliche Situationen im Strassenverkehr entstehen. Spieler könnten sich animiert fühlen, über die Strasse zu laufen, ohne auf den Verkehr zu achten - dies gelte besonders für Kinder, warnte der ADAC in München. Der Autoclub empfiehlt Eltern, das Spiel mit den Kindern auszuprobieren und auf Probleme hinzuweisen.

In den USA sei es bereits zu brisanten Zwischenfällen gekommen, erklärte der ADAC: Autofahrer wendeten demnach auf der Autobahn, um ein Monster einzufangen, oder blieben mitten auf der Landstrasse stehen, weil plötzlich ein Pokémon auf dem Armaturenbrett auftauchte. Motorradfahrer seien von der Polizei gestoppt worden, weil sie ihre Handys mit laufendem Spiel auf den Lenker montiert hatten.

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