POST: Per Mausklick zur Paket-Abholstelle

Kunden können per Internet steuern, wo sie ihre Pakete empfangen. Auch wenn die Sendung bereits unterwegs ist.

Rainer Rickenbach
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Bild: Grafik: Luzerner Zeitung

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Rainer Rickenbach

rainer.rickenbach@luzernerzeitung.ch

Wer nie zu Hause ist, wenn der Postbote vorbeischaut, kann schon seit längerer Zeit Pakete zu einer Abholstelle dirigieren (siehe Tabelle oben). Sei es bei den Nachbarn, einer Tankstelle mit Paket-Empfangsdienst oder einem «My Post 24»-Automaten. Die Post betreibt heute in der ganzen Schweiz über 300 solche Paket-Abholpunkte mit Automaten und an Tankstellen. Dieses Netz baut sie stetig aus, während gleichzeitig mehr und mehr Postfilialen verschwinden.

Neu können die Kunden die Abholstelle auch dann noch bestimmen, wenn das Paket bereits unterwegs ist. Das geschieht über die Webpage oder eine App der Post auf dem Smartphone. Dazu brauchen sie ein eigenes Profil auf der Webseite der Post ( www.post.ch ). Haben sie dieses eingerichtet, gelangen sie über die Einstellung Dienstleistungen bei «Meine Sendungen» zu dem Fenster, in dem ersichtlich ist, ob ein Paket an ihre Adresse unterwegs ist. Die Kunden können dann eingeben, ob sie die Sendung zum Beispiel lieber am Arbeitsplatz oder an einer offiziellen Annahmestelle der Post in Empfang nehmen möchten oder ob das die Nachbarn für sie erledigen. Etagenzustellung gilt für Mehrfamilienhäuser ohne zentrale Klingel. Sie sind vor allem in der Westschweiz noch recht weit verbreitet.

Online-Handel verursacht eine Paket-Flut

«Auch wenn man den Paketboten verpasst hat und bereits ein gelber Abholschein im Briefkasten liegt, lässt sich das Paket noch an eine andere Abholstelle als die nächste Poststelle dirigieren», sagt Post-Sprecherin Jacqueline Bühlmann. Zurzeit testet die Post, per Mail oder SMS den Adressaten mitzuteilen, dass ein erwartetes Paket auf dem Weg ist. Wenn der Test hinhaut, werden diese Ankündigungen ab März zum Standard.

Vielen Kunden wäre es indes lieber, die Post würde die Öffnungszeiten in ihren weniger gewordenen Filialen den heutigen Bedürfnissen anpassen, anstatt das Verteilsystem zu verfeinern. «Mit den Agenturen in Läden sowie unseren Abholpunkten in Tankstellen ist es teilweise fast rund um die Uhr möglich, Postsendungen in Empfang zu nehmen», sagt dazu Bühlmann.

Im vergangenen Jahr hat die Post fast 122 Millionen Pakete zugestellt. Das sind rund 7 Millionen mehr als im Vorjahr. Wichtiger Treiber des Paketverkehrs ist der Online-Handel. Der Online-Versandhandel erreichte 2015 ein Marktvolumen von 7,2 Milliarden Franken. Er macht gemessen am gesamten Detailhandel-Umsatz bereits rund 7,5 Prozent aus.