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Post prüft Millionenbau in Villmergen

Bis in vier Jahren könnte das Logistikzentrum der Post im Villmerger Industriequartier ausgebaut werden. Vorsorglich hat das Unternehmen den Vertrag mit dem Wohler Fahrhof gekündigt, der neben dem bestehenden Gebäude seine Fahrkurse durchführt.

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Post prüft Ausbau in Villmergen

Post prüft Ausbau in Villmergen

Aargauer Zeitung

Fabian Hägler

Derzeit betreibt die Post entlang der Bünztalstrasse zwei Logistikzentren: zum einen das eigene im Villmerger Industriequartier, zum anderen eines als Mieterin beim Kreisel in Dintikon. «Dieser Vertrag läuft im Jahr 2014 aus», erklärt Oliver Flüeler, Mediensprecher der Post. Das heisst konkret: Die Kapazität des Logistikzentrums Dintikon mit 30000 bis 35000 Quadratmeter Fläche und 160 Lastwagenfahrten pro Tag muss ersetzt werden.

Standorte werden geprüft

«Im Moment erarbeiten wir die notwendigen Grundlagen, damit später ein Standortentscheid getroffen werden kann», umschreibt Flüeler den aktuellen Projektstand. Dabei sind mehrere Varianten möglich: die Verteilung der Dintiker Kapazität auf bestehende Logistikzentren, der Ausbau eines heutigen Standorts oder ein Neubau.

Wann die Post-Führung entscheiden wird, steht laut Flüeler derzeit noch nicht fest. Er bestätigt aber, dass auch ein Ausbau im benachbarten Villmergen in Betracht gezogen werden. «Vorsorglich hat die Post den Mietvertrag mit dem Fahrhof Wohlen auf den kommenden Herbst gekündigt», sagt Flüeler. Dieser führt derzeit auf dem Platz neben dem Logistikzentrum seine Fahrkurse durch. «Die Kündigung war notwendig, weil die Kündigungsfrist hier ein Jahr beträgt», erläutert Flüeler. Sollte die Post zum Entscheid gelangen, in Villmergen auszubauen, wolle man zeitlich flexibel sein.

Fahrhof-Projekt blockiert

Bereits im vergangenen Jahr hat der Fahrhof auf die Kündigung der Post reagiert und ein Projekt für eine neue Schulungsanlage im Gebiet Wilermoos, bei der Sportanlage Niedermatten, ausgearbeitet. Inzwischen haben die Wohler Ortsbürger, denen das entsprechende Land gehört, ihre Parzelle für 50 Jahre im Baurecht an den Fahrhof abgetreten.

Dennoch ist das Projekt derzeit blockiert, Anwohner haben gegen das Baugesuch eine Einsprache eingereicht. Kritikpunkt der Einsprecher ist der Lärm, der beim Betrieb entsteht. «Messungen bei unserer Anlage in Villmergen zeigen, dass dieser Lärm in 50 m Entfernung im normalen Umgebungslärm untergeht», erklärte Fahrhof-Geschäftsleiter Jörg Veil schon bei der Präsentation des Projekts. Nun will sein Unternehmen den Einsprechern entgegenkommen und eine weitere Lärmschutzwand bauen.