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Postauto-Skandal: Schwaller macht Weg frei

Roman Schenkel, stellvertretender Chefredaktor, über den Entscheid des Post-Präsidenten Urs Schwaller, ein externes Expertengremium mit der Untersuchung des Postauto-Skandals zu betrauen.
Roman Schenkel

Roman Schenkel

Buchhalterisch ist der Postautoskandal aus der Welt geschafft: Busse, Rückstellungen und Zinszahlungen schmälern den Konzerngewinn der Post um 126 Millionen Franken. Aus den Büchern, aus dem Sinn? Mitnichten. Die Millionen können den Imageverlust, den der Skandal die Post gekostet hat, nicht so schnell beheben. Es braucht zuerst eine lückenlose Aufklärung der Affäre.

Am Donnerstag hat Post-Präsident Urs Schwaller dafür den Weg geebnet. Er hat ein externes Expertengremium mit der Untersuchung des Skandals betraut. Sich selber hat er herausgenommen. Das hätte er von Anfang an tun müssen. Wäre Schwaller an der Aufklärung beteiligt gewesen oder hätte er sie gar geleitet, hätte dies einen üblen Beigeschmack hinterlassen. Ein Präsident kann bei einer internen Untersuchung nie vollständige Unabhängigkeit garantieren. Für Konzernleiterin Susanne Ruoff wäre ein Freipass mit dem Siegel Schwallers zudem keine echte Entlastung gewesen.

Schwaller ist wieder gefragt, wenn die externen Gutachten vorliegen. Um das Vertrauen in die Post wiederherzustellen, muss er dann auf den Skandal reagieren – je nach Ergebnis werden Köpfe rollen müssen. Dafür ist ein unabhängiger Präsident der geeignete Scharfrichter.

Roman Schenkel
roman.schenkel@luzernerzeitung.ch

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