Postauto
Postauto sucht neue Haltestelle

Die Postauto-Haltestelle vor der Brislacher Post muss weg. Der ehemalige Posthalter stellt sein Grundstück nicht mehr fürs Postauto zur Verfügung.

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Halteverbot

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bz Basellandschaftliche Zeitung

Reto Anklin

Die Brislacher verlieren Ende Monat nicht nur ihre Postfiliale, sondern auch die davor liegende Postauto-Haltestelle. Der Brislacher Gemeindeverwalter Willy Buchwalder bestätigt zwar, dass die Haltestelle verschoben werden muss. Für weitere Auskünfte sei aber Postauto Nordschweiz zuständig.

Deren Leiter Roman Cueni erklärt, die Gemeinde habe Postauto Schweiz mitgeteilt, der Landbesitzer wolle das Land nicht mehr zur Verfügung stellen. Über die Besitzverhältnisse sei er nicht informiert. Auch Jörg Jermann, Fachplaner öffentlicher Verkehr bei der Bau- und Umweltschutzdirektion, kann dazu keine Auskunft geben.

Das Geheimnis gelüftet hat der Gemeinderat in der «Hornvieh-Poscht». Mit dem Auszug der Post aus der Liegenschaft an der Zwingenstrasse werde das Posthalterpaar Hans und Jeannette Hügli fortan ihren Hausplatz nicht mehr als Bushaltestelle zur Verfügung stellen. Die Hüglis, die in ihrer Familie auf eine 125-jährige Tradition als Posthalter zurückblicken können, hatten dies während Jahrzehnten entschädigungslos getan.

Die Post hat als Agentur in den Räumen der Bäckerei Jecker eine neue Heimat gefunden. Wo die Postautos in Zukunft halten werden, ist noch nicht ganz klar. Am 18. Mai habe ein Augenschein stattgefunden, sagt Roman Cueni von Postauto Nordschweiz. Daran teilgenommen haben Vertreter von Postauto, Kanton und Gemeinde. Kantonsvertreter Jörg Jermann konnte über die besprochenen Lösungen gestern noch keine Auskunft geben.

Gemeinde will direkt informieren

«Die Gemeinde will die Betroffenen direkt informieren und nicht via Zeitung», erklärt Jermann. Sicher sei, dass ab 1. Juni eine provisorische Haltestelle eingerichtet werde. Für den definitiven Standort der neuen Haltestelle gebe es einige Ideen, es müssten aber auch noch einige Abklärungen getroffen werden.

Der Gemeinderat hatte in der «Hornvieh-Poscht» geschrieben, dass es «äusserst schwierig sein wird, eine gleichwertige, sichere Haltestelle zu schaffen». Sollte sich kein Platz für eine Haltestelle finden, «müsste diese wohl oder übel auf der Fahrbahn der Kantonsstrasse errichtet werden».

Dies werde heute offenbar mehr und mehr zur Regel. In Brislach hat man sich bereits einmal für diese Variante entschieden. Im Rahmen einer Verkehrsberuhigungsmassnahme wurde die Haltestelle im Oberdorf in Richtung Breitenbach auf die Strasse verlegt.

Die Infrastruktur für die Haltestellen müsse von Gemeinde und Kanton bereit gestellt werden, sagt Roman Cueni. Postauto Nordschweiz habe nur den Auftrag zum Fahren. Dass Haltestellen verschoben werden müssen, komme immer wieder vor. Einen ähnlichen Fall habe es in Kleinlützel gegeben, als die Postgarage verkauft wurde, erinnert sich Cueni.