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Postfinance baut in der Zentralschweiz 33 Jobs ab

500 Vollzeitstellen streicht die Postfinance in den kommenden zwei Jahren. Bis 2019 sollen in einer ersten Tranche 180 Stellen abgebaut werden. 33 davon in der Zentralschweiz.
Maurizio Minetti und Stefan Borkert
Postfinance-CEO Hansruedi Köng spricht während einer Medienkonferenz. (Bild: Peter Klaunzer/Keystone, Bern, 7. Juni 2018)

Postfinance-CEO Hansruedi Köng spricht während einer Medienkonferenz. (Bild: Peter Klaunzer/Keystone, Bern, 7. Juni 2018)

Kopfschütteln bei der Gewerkschaft Syndicom. Sie wirft der Postfinance eine falsche Zukunftsstrategie vor. Das Management habe es offenbar nicht geschafft, Postfinance im Geschäftskundenbereich attraktiv genug zu positionieren. Zudem habe sie es verpasst, das Personal rechtzeitig im Rahmen der Digitalisierung auf künftige Aufgaben vorzubereiten.

Tatsächlich hat Postfinance-Chef Hansruedi Köng den Abbau von 500 Vollzeitstellen unter anderem mit der Digitalisierung und Automatisierung begründet. Auch die anhaltenden Niedrigzinsen machen der Postfinance zu schaffen. Am Donnerstag sagte Köng an einer Medienkonferenz, dass seit 2012 der Zinsertrag drastisch eingebrochen und um eine halbe Milliarde gesunken sei.

Vor allem Berater betroffen

Als dritten Grund nannte Köng die Regulierung. Er bezeichnete sie als Giftpille. Der Bund als Besitzer der Postfinance mache ihr das Leben schwer. Die Regulierung sei komplex, teuer und drücke auf das Ergebnis. Von Gesetzes wegen dürfe die Post-Tochter keine Kredite vergeben. Weiter gab er bekannt, dass vom Stellenabbau zunächst vor allem Berater aus den Bereichen Kontoservices und Backofficeservices betroffen seien. Der Konsultationsplan sehe vor, dass diese künftig kein Portfolio mit eigenen Kunden mehr haben. Vielmehr will Postfinance eine «Kampagnensicht» einführen. Das heisst: Die Kunden haben bei Fragen nicht ihren persönlichen Berater, sondern rufen ein Call-Center an. Ein Berater wiederum nimmt Kontakt mit unterschiedlichen Kunden für spezielle Angelegenheiten auf.

Der Abbau der Jobs betrifft in einer ersten Tranche bis zum nächsten Jahr 180 Stellen. Wie ein Postfinance-Sprecher auf Anfrage ausführt, sollen in Luzern 13 und im Kanton Schwyz 20 Stellen abgebaut werden. Die rund 1000 Mitarbeitenden der betroffenen Bereiche wurden am Mittwoch im Verkehrshaus Luzern informiert. Die Zahlen zum Stellenabbau seien mit dem Vorbehalt des am 19. Juni startenden Konsultationsverfahrens zu sehen, erklärt der Sprecher. Es könne also noch zu Verschiebungen kommen. «Wie viele Stellen in welchen Kantonen im Jahr 2020 abgebaut und einem Konsultationsverfahren unterzogen werden sollen, wird erst nächstes Jahr entschieden», so der Postfinance-Sprecher weiter. Die anderen vier Zentralschweizer Kantone sind vorerst nicht betroffen.

Postfinance-Chef Köng erläuterte, dass auch neue Geschäftsfelder eröffnet und dort Stellen geschaffen werden. Diese Geschäftsfelder sollen die wegfallenden Erträge aus dem Zinsgeschäft auffangen.

Postfinance will Gebühren erhöhen

Eine neue Einnahmequelle will Postfinance zudem über die Einführung von Gebühren erschliessen. Sie plant Aufschläge in der Dimension von total gegen 50 Millionen Franken. Das wären im Schnitt gegen 20 Franken mehr pro Kunde. «Wir sparen nicht nur beim Personal, wir sehen uns auch gezwungen, Gebührenerhöhungen vorzunehmen», sagte Köng in einem Interview mit dem «Tages-Anzeiger» vom Freitag. Auf die Frage, ob die Gebührenerhöhung so viel einbringen soll wie die angekündigten Personalkürzungen - also rund 50 Millionen Franken - sagte er: «Das wird sicherlich in dieser Dimension sein.»

Postfinance zählt rund 2,5 Millionen Kunden. Welche Produkte teurer werden, und ob auch die Gratis-Konti davon betroffen sind, sagte Köng nicht. Die genauen Pläne will die Bank «im dritten oder vierten Quartal» bekannt geben.

Keine Dividende

Den Sparkurs von Postfinance zu spüren bekommen soll auch die Eigentümerin, die Post. «Für das laufende Geschäftsjahr und die darauf folgenden Jahre rechne ich damit, dass die Dividende ausfallen wird», sagte Köng weiter. Man könne nicht Stellen im geplanten Ausmass abbauen und gleichzeitig eine Dividende an den Eigner auszahlen.

Postfinance reichte im abgelaufenen Geschäftsjahr ihren Bilanzgewinn von 136 Millionen Franken als Dividende an die Post weiter. Das Mutterunternehmen wiederum lieferte im letzten Jahr 200 Millionen Franken als Dividende beim Bund ab.

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