Preiskampf in der Landwirtschaft zwingt Stanser Stallag zu Restrukturierung

Das Nidwaldner Familienunternehmen gibt das Geschäft mit Stalleinrichtungen auf. Der Hauptfokus liegt nun auf der Produktion von Türen, Toren, Fenstern sowie Windschutznetzen für landwirtschaftliche Bauten. Die Neuausrichtung führt zum Abbau von einer Handvoll Stellen. 

Maurizio Minetti
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Kontrollierte Lüftung mit Windschutznetz von Stallag. (Bild: PD)

Kontrollierte Lüftung mit Windschutznetz von Stallag. (Bild: PD)

In der Landwirtschaft herrscht ein harter Kampf um die tiefsten Preise. Davon betroffen sind Zulieferer wie der Stanser Stalleinrichter Stallag. «Die Anforderungen steigen stetig, vor allem hinsichtlich Komplexität. Das erfordert mehr Fachwissen von mehr Spezialisten. Hinzu kommt wachsender Preis- und Konkurrenzdruck von vielen Seiten», sagt Markus Ammann, Geschäftsleiter und Inhaber der Stallag.

Nun sieht er sich gezwungen, das 1962 gegründete Familienunternehmen in den nächsten Monaten neu auszurichten. Die Herstellung von und der Handel mit Stalleinrichtungen werden eingestellt. In diesem Bereich sind schweizweit mit der Krieger AG in Ruswil und der Delaval in Sursee zwei grosse Player aktiv, die eine kritische Grösse haben. Stallag hingegen war in diesem Bereich nach eigenen Angaben zu klein.

Stallag-Chef Markus Ammann. (Bild: PD)

Stallag-Chef Markus Ammann. (Bild: PD)

Die Neuausrichtung hat zur Folge, dass eine Handvoll Stellen gestrichen werden müssen. Insgesamt beschäftigt Stallag 20 Personen. «Wir werden mit den Betroffenen flexible, sozialverträgliche Lösungen suchen und anderweitige Unterstützung geben», sagt Ammann.

Der Fokus des Unternehmens liegt nun auf der Produktion von Türen, Toren, Fenstern sowie Windschutznetzen für landwirtschaftliche Bauten. Das Geschäft mit Entmistungsanlagen wird ebenfalls beibehalten. «Wir sehen hier sowohl Synergien als auch zusätzliches Potenzial. Denn die Landwirtschaft wird künftig grössere Beiträge zur Erreichung nationaler und internationaler Klimavorgaben zu leisten haben. Da können wir auf bestimmten Gebieten eine Menge an spezifischem Wissen, Innovationsgeist und praktischer Erfahrung einbringen», sagt Ammann.

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