Medien
Printprodukte stehen unter Druck

Einigen der Wirtschaftsmedien beim deutschen Verlag Gruner+Jahr droht das Ende. Kommenden Mittwoch befindet der Aufsichtsrat über die Zukunft des seit dem Start defizitären Flagschiffs «Financial Times Deutschland». «Alles ist möglich» sagt eine mit den Vorgängen beim Verlag vertraute Person gegenüber der «Nordwestschweiz».

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Verlag Gruner + Jahr

Verlag Gruner + Jahr

Keystone

Zur Debatte stehen eine Kürzung der Tagesausgaben und ein Aufbau einer umfangreichen Wochenendausgabe, die Kombination von papierlosen Tablet-Computer-tauglichen Werktagsausgaben und einer umfangreichen gedruckten Wochenendausgabe, eine «reine» Online-Zeitung - oder die Schliessung. Offen ist auch die Zukunft bei den drei Magazinen «Capital», «Impulse» und «Börse Online».

Weil die Redaktionen dieser Medien bereits zusammengefasst sind, konnten die Kosten der Publikationen bisher opportunistisch hin- und hergeschoben werden, je nachdem, welche Positionen welchem Medium zugerechnet wurden und welches Magazin gerade bedroht war. Die Probleme beschränken sich nicht auf den deutschen Gruner + Jahr-Verlag. Am Dienstag hatte bereits die traditionsreiche «Frankfurter Rundschau» Insolvenz angemeldet. Anfang Oktober hatte die Nachrichtenagentur DAPD ihre Bilanz deponiert.

Die Probleme machen an den Landes- und Sprachgrenzen nicht halt. Gestern zeigte sich der (schweizerische) Journalistenverband «Impressum» bestürzt über die geplanten Entlassungen bei der Westschweizer Tageszeitung «Le Temps». Der Entscheid drohe die Kapazitäten und damit die Qualität der Zeitung empfindlich zu schwächen, schrieb der Verband in einer Mitteilung.

Am Dienstag hatte die Direktorin von «Le Temps», Valérie Boagno, im Westschweizer Radio RTS angekündigt, dass das Blatt Personal entlassen werde. Wie viele Personen des Unternehmens betroffen sind, ist noch unklar. (NIK/SDA)