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Kommentar

Pro Bargeld: Es geht nicht ohne Banknoten und Münz

Eine Gesellschaft, an der alle teilhaben, funktioniert schlicht nicht ohne Banknoten und Münz.
Beat Schmid
Beat Schmid

Beat Schmid

Bargeld wird so schnell nicht verschwinden. Zwar benutze auch ich immer häufiger Plastikgeld, wenn ich etwas einkaufe. Ich krame meine Debit- oder Kreditkarte hervor, um im Laden oder im Restaurant zu bezahlen. Und doch: Das Bargeld wird in Zukunft wichtig bleiben – und zwar aus drei Gründen: Wenn ich mit Bargeld bezahle, erfährt niemand davon – nicht der Staat, keine Supermarktkette, keine Bank und keine Krankenkasse. Aus Big-Data-Optik betrachtet, haftet dem Bargeld somit etwas Subversives an. Bargeldnutzer zeigen den Jägern von persönlichen Nutzerdaten den Stinkefinger. Nur schon deshalb darf Papiergeld nicht sterben.

Der zweite Grund: Eine Gesellschaft, an der alle teilhaben, funktioniert schlicht nicht ohne Bargeld. Es gibt Menschen, die kein Bank- oder Postkonto und schon gar keine Kreditkarte oder ein Smartphone besitzen. Sie machen das, weil sie das so wollen oder weil sie zu unangepasst leben, um eine Kreditkartenprüfung zu bestehen. Würden Noten und Münzen abgeschafft, drängte man diese Menschen noch weiter an die Ränder der Gesellschaft. Das liesse sich nur mildern, wenn man ein Grundrecht auf ein Konto einführen würde.

Und drittens: Bargeld ist wertbeständig. Eine 100-Franken-Note ist auch in einem Jahr noch 100 Franken wert. Die Nationalbank kann auf Bargeld keinen Negativzins erheben, und es können keine Gebühren abgezogen werden. Bargeld bietet so einen verlässlichen Schutz gegen eine aus den Fugen geratene Geldpolitik. Umgekehrt ist genau das der Grund, warum viele Notenbankchefs das Bargeld abschaffen wollen und an Konzepten arbeiten, dieses abwerten zu können. Sie fürchten, dass der Besitz von Bargeldbeständen ihre Steuerungspolitik unterlaufen könnte. Fairerweise muss man sagen, dass die Führung der Schweizerischen Nationalbank die Existenz des Bargelds noch nie infrage gestellt hat.

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