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Emmi läuft es rund im Ausland – doch es läge noch mehr drin

Die bedeutendste Schweizer Milchverarbeiterin Emmi legt starke Zahlen vor – dies auch dank steigender Käseexporte in die USA. Den Ausfuhren weiter zuträglich wäre ein Freihandelsabkommen.
Raphael Bühlmann
Emmi-CEO Urs Riedener gestern an der Bilanzmedienkonferenz in Luzern. (Bild: Urs Flüeler/Keystone (Luzern, 28. Februar 2019))

Emmi-CEO Urs Riedener gestern an der Bilanzmedienkonferenz in Luzern. (Bild: Urs Flüeler/Keystone (Luzern, 28. Februar 2019))

Emmi wächst weiter. Insbesondere in den unter «Americas» zusammengefassten Zielmärkten. Die Division umfasst die Länder USA, Kanada Chile, Spanien, Frankreich und Tunesien – und generierte 2018 erstmals mehr als 1 Milliarde Umsatz, organisch ein Plus von 5,6 Prozent. Emmi-CEO Urs Riedener führte den Zuwachs an der gestrigen Bilanzmedienkonferenz auf zwei grundsätzlich verschiedene Quellen zurück. Zum einen auf den zunehmenden Absatz von lokal hergestellten Produkten. Zum anderen auf steigende Ausfuhren aus der Schweiz.

«Über alle Divisionen haben wir letztes Jahr 5 Prozent mehr Käse exportiert», sagte Riedener in Luzern. Der Frankenschock – wenn es denn einer gewesen sei – der mit Aufhebung des Euromindestkurses einherging, sei definitiv überwunden. Allen voran die Sorte Le Gruyère scheint den Geschmack der US-Amerikaner getroffen zu haben. Die Gesamtexporte der Sorte sind gemäss TSM Treuhand letztes Jahr um über 1000 Tonnen angestiegen. Laut Riedener sei der Zuwachs fast ausschliesslich auf Emmi-Exporte in die USA zurückzuführen.

Betriebskleider werden zum Waschen exportiert

Dabei ist der Sortenkäse aus der Westschweiz nicht billig. Aufgrund des hohen Schweizer Kostenumfelds lässt sich der Gruyère den Nordamerikanern nur als absolutes Premiumprodukt verkaufen. Dafür erhalten die Schweizer Bauern, die für den Käse Milch abliefern, einen überdurchschnittlich hohen Milchpreis. Und: Emmi könnte eigentlich noch viel mehr Gruyère exportieren. Nur unterliegt der Käse derzeit Handelsquoten zwischen der Schweiz und den USA. Freihandel mit den USA wäre für den US-Export demnach zuträglich, sagt Urs Riedener und warnt: «Sollten sich die USA zuerst mit der EU auf ein Abkommen einigen, wären wir benachteiligt.» Auf das Ergebnis der Division Americas ebenfalls positiv ausgewirkt hat sich der Verkauf der Minderheitsbeteiligung an der amerikanischen «siggi’s».

Grundsätzlich will Emmi aber weiter an ihrer ausgeprägten Markenpolitik festhalten. Dies gelte auch für die Division Europa. Hier punktete Emmi im vergangenen Jahr vor allem mit Kaltbach-Käse in Deutschland. Das organische Wachstum im Exportmarkt Europa wuchs um 4,4 Prozent.

Dagegen harzt das Geschäft in der Schweiz – hier betrug das organische Wachstum 0,6 Prozent. Gemäss Riedener wolle Emmi gerade im Heimmarkt konsequent auf werthaltige Produkte setzen. «Ganzheitliche Konzepte» wie Caffè Latte, Luzerner Rahmkäse oder Le Petit Chevrier könnten in der Schweiz noch Erfolge verzeichnen. Gleichzeitig kämpft Emmi hierzulande mit anhaltend hohen Kosten und mit einem unvermindert hohen Preisdruck. 2018 wurden rund 2,9 Prozent mehr Käse als im Vorjahr importiert. Zudem seien die Kosten für Löhne, Verpackungen, Transport oder Rohstoffe auf anhaltend hohem Niveau. In Anbetracht dessen hat Emmi dieses Jahr unter anderem entschieden, die Werkskleidung nicht mehr von einem Betrieb in Kriens, sondern von einem kostengünstigeren Betrieb im Ausland waschen zu lassen.

Weitere Übernahmen noch nicht spruchreif

Insgesamt trug die Division Schweiz 2018 knapp die Hälfte zum Konzernumsatz bei. Der Anteil dürfte weiter sinken. Denn die Kasse für allfällige Akquisitionen ist gut gefüllt und man würde eine solche vorderhand in den Americas-Märkten tätigen. Zur Frage, ob bereits ein möglicher Übernahmekandidat gefunden sei, sagte Urs Riedener: «Spruchreif ist noch nichts.» Unter dem Strich resultierte bei Emmi 2018 ein Gewinn von 233,3 Millionen Franken, nach 161,6 Millionen im Vorjahr. Ohne den Verkauf der «siggi’s»-Beteiligung wäre der Gewinn noch um 8,6 Prozent auf 175,5 Millionen Franken gewachsen. Den Aktionären winkt eine Dividende von 9 Franken pro Aktie.

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