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Projekt gegen die Vereinsamung

Mit dem Wellness- und Fitnesscenter Tür an Tür, die Migros in der Nähe, den Bahnhof vis-à-vis: Die geplanten Seniorenwohnungen von Ernst Müller verheissen einen angenehmen Lebensabend.

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Müller

Müller

Solothurner Zeitung

Brigit Leuenberger

Ernst Müller ist ein umtriebiger Geschäftsmann. Der Inhaber der Meto-Fer Automation AG ist Besitzer des lang gezogenen Howeg-Gebäudes an der Maienstrasse 6, direkt an der Eisenbahnlinie zum Südbahnhof. Müller vermietet die Räumlichkeiten an Händler, Dienstleister, aber auch Sportvereine und Private.

«Jeder Raum ist besetzt», sagt er stolz. In den letzten Jahren hat Müller innerhalb des Fabrikgebäudes zudem ein Fitnesscenter, eine Wellnessanlage und ein Gesundheitszentrum aufgebaut. «Alles auf hohem Niveau», wie er betont.

Sein neustes Projekt sind nun Alterswohnungen, die er in das ehemalige Bürogebäude auf der Westseite bauen will. Das Baugesuch ist bereits publiziert und liegt bei der Baudirektion auf. Acht Wohnungen, davon sieben Zweizimmerwohnungen und eine Einzimmerwohnung sind geplant. Zudem soll die Frontfassade erneuert werden.

Beim Bau mitbestimmen

«Insgesamt sollen es schliesslich 19 Wohnungen werden», korrigiert Ernst Müller. Darunter auch Zweieinhalb- und Dreieinhalbzimmerwohnungen. Bisher sei nur ein Teil des Projekts publiziert worden. Doch warum setzt Ernst Müller auf Seniorenwohnungen? «Wir können älteren Menschen hier alles bieten. Sie haben das Fitness- und Wellnesscenter, das sie intern erreichen können. Alles ist rollstuhlgängig. Der Bus fährt direkt vor der Türe.

Zum Bahnhof ist es nicht weit und zur Migros auch nicht.» Und das sei noch nicht alles: «Wir werden einen Aufenthaltsraum schaffen mit schönen Cheminéebänken. Ausserdem ist im Mietpreis ein tägliches Mittagessen inbegriffen, wofür wir extra einen Koch engagieren werden.» Das gesamte Päcklein soll dann nicht einmal teuer werden, verspricht Ernst Müller. Genaue Beträge könne er aber noch nicht nennen.

Heimatschutz greift ein

Gemäss seiner Planung sollten die Wohnungen bereits im Sommer oder Herbst 2010 bezugsbereit sein. «Schnell Entschlossene haben sogar noch die Möglichkeit, individuelle Wünsche für ihre Wohnung bei mir anzubringen», ergänzt er.

Zuerst will Ernst Müller nun aber die Aussenfassade des Büroblockes renovieren. «Die sieht ja nicht so toll aus», weiss er selbst. Geplant hat er eine vollständige Sanierung. Auch die Fenster sollen ersetzt werden. «Alles wird nach Minergiestandard gebaut werden. So werden wir jährlich 45 000 Liter Öl einsparen können.» Rund 1,5 Millionen Franken wird ihn diese Sanierung kosten.

Doch so einfach geht es nicht. «Der Heimatschutz ist vorbeigekommen und hat das Gebäude, das in den 60er-Jahren erbaut wurde, als erhaltenswert eingestuft. Deshalb kann ich jetzt nicht so sanieren, wie ich wollte.» Er sei den Fachleuten aber entgegengekommen und das überarbeitete Projekt scheine in Ordnung zu sein.

Sorgfältig gebaute Fassade

Das bestätigt Jürg Vifian, Vizestadtbaumeister von Grenchen. «Ja, es sieht jetzt gut aus und könnte klappen.» Jürg Vifian versucht auch zu erklären, was dem Durchschnittsmenschen nicht sogleich einleuchtet: Warum die Gebäudefassade an der Flughafenstrasse 1 erhaltenswert sein soll. «Wenn man das Gebäude genau anschaut, sieht man, dass dort sorgfältige Arbeit geleistet wurde. Das ist keine billige Sache gewesen.» Natürlich sehe die Fassade heute etwas schäbig aus. «Das ist aber nur deshalb, weil sie nicht gepflegt wurde.»

Am Leben teilhaben

Dass unterhalb der zukünftigen Wohnungen das Bowlingcenter und seitlich davon das «Luxory» angesiedelt sind, wo es auch mal laut zu und her gehen kann, sieht Ernst Müller nicht als problematisch an. «Wir haben hier nicht sehr viel Lärm, Grossanlässe werden nicht mehr durchgeführt. Im ‹Luxory› finden hauptsächlich Hochzeiten und Meetings statt.»

Ausserdem sei es wichtig, dass auch ältere Leute noch etwas vom Leben mitbekämen. «Viele vereinsamen in ihren Wohnungen. Das habe ich selbst gesehen. Bei uns wird dies nicht geschehen. Dafür werde ich mich persönlich einsetzen.»