Die ständigen Aktionstage setzen Detailhändler unter Zugzwang

Immer mehr werden ausländische Rabatt-Tage wie etwa der «Black Friday», der «Cyber Monday» oder der «Single's Day» übernommen. Die heimischen Warenhäuser setzt dies unter enormen Druck.

Gabriela Jordan
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Wo gibt es noch etwas mehr Rabatt? Am Black Friday kommt es bei den Detailhändlern zu regelrechten Rabatt-Schlachten. (Bild: Keystone)

Wo gibt es noch etwas mehr Rabatt? Am Black Friday kommt es bei den Detailhändlern zu regelrechten Rabatt-Schlachten. (Bild: Keystone)

Vor wenigen Jahren war der Black Friday in der Schweiz noch völlig unbekannt, heute erhöhen Leute deswegen ihre Kreditkartenlimite. Weil Kreditkarteninstitute um den Black Friday deswegen vermehrt Anfragen erhalten, reagieren manche proaktiv und schicken ihren Kunden eine Anleitung, wie sie ihre Limite selber erhöhen können. Warum auch nicht – schliesslich verdienen die Institute Geld daran.

Ein Beispiel ist Viseca, die für mehrere Schweizer Banken Kreditkarten herausgibt. Laut der Plattform blackfridayschweiz.ch sind Schweizer am Black Friday kaufwilliger denn je. Eine repräsentative Umfrage zeige, dass neun von zehn Schweizern am kommenden Freitag Einkäufe planen würden. «Kein Wunder, dass dieses Jahr so viele Angebote wie noch nie erwartet werden», sagt Sprecherin Tamara Becarevic.

Die Plattform zeigt auf ihrer Homepage diejenigen Händler, die beim Black Friday mitmachen, und verdient durch deren Buchungen Geld. Die meisten Schweizer Händler haben den Black Friday in den letzten Jahren auf mehrere Tage oder eine ganze Woche ausgeweitet. Das Ende markiert der Cyber Monday am 2. Dezember. Einige Händler haben zudem bereits bei dem aus China stammenden Singles’ Day am 11. November Rabatte angeboten.

Nur Jelmoli wehrt sich stoisch gegen die Rabatte

Dieser ist in China viel bekannter als der Black Friday: Allein in der ersten Stunde hat der Online-Riese Alibaba dieses Jahr einen Umsatz von rund 13 Milliarden Dollar erzielt. Eine offizielle Statistik, wie viel Umsatz während dieser Rabatttage in der Schweiz jeweils erzielt wird, gibt es nicht. Gemeinhin wird der Black Friday als umsatzstärkster Tag im Jahr bezeichnet. In Feierlaune ist die kriselnde Detailhandelsbranche trotzdem nicht.

Die Aktionstage setzen die Händler unter Zugzwang, ihre Margen zu drücken. Kaum einer getraut sich, bei der Rabattschlacht nicht mitzumachen. Um vom Black Friday profitieren zu können, setzen Händler diverse Strategien ein. Sie erhöhen etwa ihre Marge während des Jahres, um die Rabatte wettmachen zu können.

Als einziges Warenhaus verzichtet nach wie vor Jelmoli auf den Black Friday. Das Gleiche gilt für den Medienanbieter Ex Libris. Hingegen bietet das Warenhaus Globus nach anfänglichem Zögern nun auch vermehrt Rabatte an – der Umsatzverlust sei sonst zu gross.