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REAKTION: Sonderschichten nach Cyber-Attacke

Vier Tage nach dem Angriff durch Internetkriminelle kämpfen betroffene Firmen weiter mit den Folgen.
Ernst Meier
Fehlermeldung auf einem Laptop nach der Cyberattacke von dieser Woche. (Bild: Rob Engelaar/EPA (Geldrop, 28. Juni 2017))

Fehlermeldung auf einem Laptop nach der Cyberattacke von dieser Woche. (Bild: Rob Engelaar/EPA (Geldrop, 28. Juni 2017))

Ernst Meier

ernst.meier@luzernerzeitung.ch

Der global tätige US-Pharmakonzern MSD Merck ist eine der zahlreichen Firmen weltweit, die am Dienstag von einer aggressiven Cyber-Attacke getroffen wurden. Der zweite grosse Online-Angriff seit Mitte Mai (WannaCry-Attacke) erfolgte besonders perfid. Ausgelöst wurde er in der Ukraine. Er zielte direkt auf Firmennetzwerke.

«Es brauchte nur einen PC-Anwender, der durch das Anklicken des verseuchten E-Mail-­Anhangs seinen Computer infizierte», weiss Umberto Annino, Sicherheitsexperte beim Zuger IT-Dienstleister Infoguard. «Die aggressive Software, ein Verschlüsselungstrojaner namens Petya/NotPetya, verbreitete sich extrem schnell. Und zwar auf allen möglichen Rechnern, die im gleichen Netz verbunden sind.» So traf es auch MSD Merck, einen Konzern mit weltweit 70 000 Mitarbeitern, 600 davon an den Standorten in Luzern und Werthenstein. «Als wir in Luzern den Cyber-Angriff bemerkten, fuhren wir sofort alle Computersysteme runter», sagt Angelika März, Kommunikationschefin von MSD Merck Schweiz. So habe man ein weiteres Übergreifen der Attacke und grössere Schäden verhindern können. «Wir haben sofort Notfallmassnahmen ergriffen, um auf einem alternativen System weiterzuarbeiten», erklärt Angelika März. Denn bei MSD Merck sei die Gewährleistung der Versorgungssicherheit im Vordergrund gestanden. Angelika März: «Wir produzieren biotechnische Stoffe in Werthenstein und beliefern Spitäler sowie Patienten mit Medikamenten und Impfstoffen.»

Mit Sonderschichten und ad interim angepassten Abläufen habe die Produktion aufrecht­erhalten werden können. «Alle Lieferungen in der Schweiz konnten wir trotz der Umstände ausführen.» Zu den Kosten, die der Cyber-Angriff verursachte, gibt es bei MSD Merck keine Angaben. Es sei noch zu früh, dies zu beziffern, hiess es. Einzelne Systeme wie der E-Mail-Server waren auch gestern noch ausser Betrieb.

Auch die Werbevermarktungsfirma Admeira in Bern wurde Opfer des Cyber-Angriffs. Alle 290 Mitarbeiter waren betroffen. Nach den Befürchtungen, am Wochenende gäbe es keine Werbung im SRF, kam gestern Entwarnung. «Da unser Kerngeschäft nie beeinträchtigt war, hat es für unseren Umsatz keine Konsequenzen», sagte Admeira-Sprecherin Romi Hofer.

Laut offiziellen Angaben wurden in der Schweiz sieben Firmen von Petya/NotPetya getroffen. Dazu gehört auch Sanitas Troesch mit ihrer Niederlassung in Kriens. Auf Anfrage hiess es dort gestern: «Aus Datenschutzgründen hat das Unternehmen bis zum Abflauen der Internetangriffe seine IT-Systeme isoliert. Zur Lösung des Vorfalles wurden in der Zentrale wie auch in den Filialen IT-Spezialisten beigezogen.»

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