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Regionalbanken raufen sich zusammen

Um ihren Anliegen mehr Gewicht zu verleihen, hat die grosse Mehrheit der Schweizer Regionalbanken einen eigenen Verband gegründet. Mit der Schweizerischen Bankiervereinigung wollen die Geldinstitute trotzdem weiter zusammenarbeiten.
Thomas Griesser Kym
Acrevis ist eines der Mitglieder des neuen Regionalbankenverbandes. Bild: Urs Bucher

Acrevis ist eines der Mitglieder des neuen Regionalbankenverbandes. Bild: Urs Bucher

58 Mitglieder zählt der am Montag aus der Taufe gehobene Verband der Schweizer Regionalbanken (VSRB). Die grosse Mehrheit sind tatsächlich Regionalbanken, von denen es hierzulande noch 62 Institute gibt. Hinzu kommen aber auch ein paar Mitglieder anderer Bankengruppen, zum Beispiel die WIR Bank oder die Zürcher Privatbank Lienhardt & Partner.

Mit diesem Schritt wolle man die spezifischen Interessen in Zukunft noch besser vertreten, teilte der VSRB mit. Hieraus spricht Unzufriedenheit mit den bisherigen Interessenvertretungen. Gerade in der Schweizerischen Bankiervereinigung (SBVg) fühlten sich Regionalbanken oft nicht gut genug aufgehoben. Ihre Stimme werde zu wenig ernst genommen, hiess es da und dort, und die SBVg fühle sich zu stark den Interessen der Grossbanken verpflichtet und vertrete, neben ih­rer Lobbyarbeit im Verkehr mit Bundesrat und Behörden, vor allem die Interessen des Schweizer Finanzplatzes im Ausland.

«Eine differenzierte Regulierung»

Hinzu kommt, dass die an­deren Bankengruppen bereits auch in jeweiligen eigenen Verbänden organisiert sind, seien es die Kantonal-, die Ausland- oder die Privatbanken. Die Regionalbanken dagegen sind zersplittert. 36 von ihnen sind bei der Entris Holding (bis Ende 2017 RBA Holding) dabei, wovon wiederum 15 Clientis-Banken sind. Ferner gibt es den Esprit-Verbund, der 2006 von dissidenten RBA-Regionalbanken unter anderem im Streit um die Informatikplattform gegründet wurde, dem mittlerweile aber auch andere Institute angehören.

So ist die Ostschweiz dabei

Dem neuen Verband der Schweizer Regionalbanken (VSRB) gehören auch acht Institute aus der Ostschweiz an: Acrevis Bank, St. Gallen; Alpha Rheintal Bank, Heerbrugg; Bank in Zuzwil; Bank Linth, Uznach; Clientis Biene Bank im Rheintal, Altstätten; Clientis Bank Oberuzwil; Clientis Bank Thur, Ebnat-Kappel, und Clientis Bank Toggenburg, Kirchberg. Im elfköpfigen Verwaltungsrat des Verbandes sitzen zwei Vertreter aus der Ostschweiz: Acrevis-Chef Michael Steiner und Bank-Linth-Chef David Sarasin. (T. G.)

Mit dem neu geschaffenen Verband wollen die Regional­banken nun ihre spezifischen Anliegen mit «einer gemeinsamen Stimme» einbringen, wie es in der Mitteilung heisst. Der VSRB setze sich dabei für die Vielfalt auf dem Schweizer Finanzplatz ein und da besonders auch «für eine differenzierte Regulierung», die den unterschiedlichen Geschäftsmodellen der jeweiligen Banken Rechnung trage. Zwar gelten für kleinere Banken weniger strenge Eigenmittelanforderungen (deren Verschärfung auf die Finanzkrise und die Rettung der UBS durch den Steuerzahler zurückgeht), doch auch für Kleinere hat die Regulierung zugenommen. 1990 gab es noch rund 200 Regionalbanken, heute nicht mal mehr ein Drittel davon. Einige sind als Folge der Immobilienkrise von Mitte der 1990er-Jahre verschwunden, meist durch Fusionen. Aber auch die stetig steigenden Anforderungen an die IT oder an die Beratung haben ihren Tribut gezollt. Die Folge: Die Regionalbankenlandschaft ist noch heterogener geworden. Noch immer gibt es kleinere und mittlere Institute, aber auch Schwergewichte wie Valiant, Acrevis oder Bank Linth, die bei Gelegenheit kleinere Konkurrenten aufkaufen oder versuchen, aus eigener Kraft in neue Gebiete zu expandieren.

Keine Absage an andere Verbände

Trotz ab und zu unterschiedlicher Standpunkte wollen aber die VSRB-Banken auf die Dienstleistungen der SBVg nicht verzichten und bleiben dort an Bord. Der VSRB sieht sich denn auch nicht als Rivale der SBVg oder der Koordination Inlandbanken (KIB), sondern als Ergänzung.

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