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Reiche profitieren von frühen Steuerzahlungen

Studie zur Wirkung von Vergütungs- und Verzugszinsen bei der Begleichung der Steuern.
Balz Bruppacher

Erinnern Sie sich an den Streit um den degressiven Steuertarif im Kanton Obwalden? Das Bundesgericht stoppte im Juni 2007 den vom Stimmvolk gutgeheissenen Steuerrabatt für Reiche, weil er dem in der Verfassung verankerten Gebot der Besteuerung nach wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit widersprach. Elf Jahre später lenken zwei ­Ökonomen der Schweizerischen Nationalbank (SNB) in einem Arbeitspapier das Augenmerk auf ein anderes fiskalisches Phänomen, das auf eine regressive Besteuerung für Reiche hinausläuft.

Die reichsten Haushalte, profitieren am stärksten von den Vergütungszinsen. (Themenbild: Philipp Schmidli)

Die reichsten Haushalte, profitieren am stärksten von den Vergütungszinsen. (Themenbild: Philipp Schmidli)

Es geht um die Wirkung von Vergütungs- und Verzugszinsen bei der Begleichung der Steuern. Die SNB-Ökonomen Andreas M. Fischer und Lucca Zachmann gingen in ihrer empirischen Analyse der Frage nach, welche Wirkung die Höhe des Haushaltseinkommens im Fall einer frühzeitigen Begleichung der Steuern auf die Zinsgutschriften hat. Sie werteten dazu die Steuerdaten in 170 Gemeinden des Kantons Zürich zwischen 2007 und 2013 aus.

Resultat: Die reichsten Haushalte, etwa jene an der Zürcher Goldküste, profitieren am stärksten von den Vergütungszinsen, wenn man die Zinsgutschrift in Relation zur gesamten Steuerlast stellt. Ein System, das die Steuereintreibung durch die Gewährung von Vergütungszinsen fördern will, ist mit anderen Worten nicht verteilungsneutral, sondern begünstigt die Reichen. Es hat für die Haushalte mit hohen Einkommen eine regressive Wirkung.

Zinsvergütungen für Frühzahler sind gesunken

Allerdings sind die Zinsvergütungen für Frühzahler im Zuge der Tiefzinspolitik der Notenbanken deutlich gesunken. Im Kanton Zürich von 2 Prozent von 1999 bis 2011 auf 1,5 Prozent bis 2015 und seither auf 0,5 Prozent. Der Bund sowie mehrere Kantone – darunter Bern, Graubünden, Luzern, Neuenburg, Solothurn, Wallis und Zug – haben die Vergütungszinsen laut einer Comparis-Übersicht ganz gestrichen. Am grosszügigsten sind demnach Appenzell Innerrhoden und Glarus, wo Frühzahler noch von einem Zins von 1,0 Prozent profitieren. In der Zentralschweiz zahlen Schwyz und Uri laut Comparis noch 0,5 Prozent Vergütungszins. In Obwalden sind es 0,25 Prozent, in Nidwalden 0,1 Prozent.

Apropos Obwalden: Die Kantonsregierung reagierte auf das Verbot des Bundesgerichts mit der Einführung einer Flat Tax. Mit dem Resultat, dass der Halbkanton jüngst beim nationalen Finanzausgleich in die Gruppe der Geberkantone aufgestiegen ist.

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