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REISEGESCHÄFT: Kuoni bereitet wieder Freude

In der Branche hatten einige Kuoni schon abgeschrieben. Seit das Unternehmen unter neuem Namen und neuem Eigentümer auftritt, geht es wieder aufwärts. Die Geschichte eines Comebacks.
Dominik Buholzer
Kuoni hat sich erfolgreich aufgestellt. Ein Stand des Reiseveranstalters an der Fespo. (Bild: Christian Beutler/Keystone (Zürich, 27. Januar 2017))

Kuoni hat sich erfolgreich aufgestellt. Ein Stand des Reiseveranstalters an der Fespo. (Bild: Christian Beutler/Keystone (Zürich, 27. Januar 2017))

Dominik Buholzer

Die Zuversicht ist zurückgekehrt. Bei Kuoni veranstaltet man wieder Zukunftsseminare. Ein erster Workshop, bei dem neue Formen des Verkaufsgeschäfts diskutiert werden, fand bereits statt, ein zweiter ist geplant. Das sah beim Reiseveranstalter, der seit Juli unter der Bezeichnung DER Touristik Suisse AG auftritt und heute zur Tourismussparte des deutschen Rewe-Konzerns gehört, vor einem halben Jahr noch ganz anders aus. Damals waren in erster Linie Wiederbelebungsmassnahmen notwendig. Das Unternehmen befand sich in massiver Schieflage. Alleine die firmeneigenen Reisebüros verloren Kunden im zweistelligen Prozent- bereich. Dazu kamen Probleme mit der neuen Buchungssoftware. «Wir haben im ersten Halbjahr so hart gearbeitet, aber beim Kunden fast nichts bewegt», sagt CEO Dieter Zümpel.

Das sieht jetzt ganz anders aus. Zwar schreibt DER Touristik Suisse AG mit Kuoni, Helvetic Tours und zehn weiteren Marken auch 2017 noch rote Zahlen. Doch das Minus konnte laut Zümpel halbiert werden. Zahlen will er keine nennen. In der Branche munkelt man, dass es nicht mehr wie 2016 ein zweistelliger Millionenbetrag ist. Für 2018 budgetiert DER Touristik Suisse mit einem leichten Verlust, hinter vorgehaltener Hand spricht man gar davon, dass es eine schwarze Null werden könnte.

Entscheidend dazu werden die ersten 90 Tage im nächsten Jahr sein. Das erste Quartal ist für die Reiseveranstalter gemeinhin die wichtigste Phase des Jahres, dann werden die meisten Ferien gebucht. DER Touristik erzielt in dieser Zeit gegen 50 Prozent seines Umsatzes.

Die Rechnung könnte aufgehen. Zumindest sind die Vorzeichen schon mal positiv. DER Touristik Suisse AG vermochte im zweiten Halbjahr viel Terrain gutzumachen. Helvetic Tours legte um über 30 Prozent zu, Kuoni ebenfalls, und bei den Reisebüros steigen die Umsätze auch wieder. «Ich habe das Gefühl, dass wir die Kurve kriegen, und das ist cool», sagt Zümpel und gesteht, dass er sich vor einem Jahr dessen noch nicht so sicher war. Grosse Hoffnungen setzt er auf das Spezialistengeschäft, also jenen Teil, der sich nicht um die klassischen Badeferien dreht. «In diesem Bereich liegt noch ein enormes Potenzial», betont er. In diesem Bereich will die Firma weiterwachsen. Zümpel: «Wenn wir eine Möglichkeit für eine Akquisition erhalten und von der Investition überzeugt sind, greifen wir zu.»

Situation in Deutschland verbessert sich

Zumindest an Angeboten fehlt es dem Unternehmen nicht. Auch hat es auf der firmeneigenen Landkarte mit den Reisebürostandorten noch einige weisse Flecken. Heute zählt DER Touristik Suisse über 80 Kuoni-, Helvetic-Tours- und Rewi-Reisebüros in der ganzen Schweiz. Damit steht DER Touristik Suisse trotz all der Umstrukturierungen noch immer gut da. Das Filialnetz von Hotelplan Suisse umfasst 104 Niederlassungen (Hotelplan- und Travelhouse-Filialen sowie Globus Reisen Lounges). TUI Suisse unterhält 69 eigene Reisecenter. Der durchschnittliche Umsatz eines Schweizer Reisebüros liegt bei knapp 3 Millionen Franken im Durchschnitt, bei DER Touristik Suisse ist er höher.

Zümpel hält trotz Online-Boom grosse Stücke auf den stationären Verkauf. Er verweist dabei auf Deutschland, wo laut Marktforschung Reisebüros sich wieder erholen oder zumindest keine Anteile mehr verlieren. In der Schweiz lässt sich dies nicht so ausgeprägt feststellen, aber die Branche blickte auch schon pessimistischer in die Zukunft.

«In Mitteleuropa einzigartig»

Doch Zümpel gefällt die Unterscheidung zwischen Online- und Offline-Geschäft sowieso nicht. Darum ist Online keine eigene Geschäftseinheit, sondern Bestandteil des Verkaufs. Zudem wird jede Online-Buchung dem Reisebüro, das sich am nächsten beim Wohnort des Kunden befindet, zugeordnet. Die Idee dahinter: Bei Fragen hat der Kunde gleich eine Anlaufstation. «Wir sind mit diesem System in seiner Konsequenz in Mitteleuropa einzigartig», sagt Zümpel nicht ohne Stolz.

DER Touristik Suisse bereitet also wieder Freude. Erste Mitarbeiter, die dem Unternehmen im Rahmen des Verkaufs und der Umstrukturierung enttäuscht den Rücken gekehrt haben, kommen zurück. Die Signale aus dem Markt sind positiv. DER-Touristik-Suisse-Chef Dieter Zümpel kann dies nur recht sein. «Wir haben allen Grund, motiviert zu sein», sagt er denn auch und schiebt gleich hintennach: «Aber wird dürfen nicht überschwänglich werden. Wir haben noch einige Baustellen zu bewältigen.»

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