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REISEN: Frachtgut auf vier Beinen

Nicht jedes Haustier darf mit in die Flugzeugkabine. Manche müssen in den Gepäckraum. Auch bei der Ausreise und der Rückkehr in die Schweiz sind bestimmte Regeln zu beachten – ansonsten kann es böse Überraschungen geben.
Andreas Lorenz-Meyer
Auf dem Weg zum Frachtraum: Katzen in Transportboxen am Flughafen Zürich. (Bild: Dominic Steinmann/Keystone (6. August 2015))

Auf dem Weg zum Frachtraum: Katzen in Transportboxen am Flughafen Zürich. (Bild: Dominic Steinmann/Keystone (6. August 2015))

Andreas Lorenz-Meyer

Ist eine Flugreise geplant, stehen Besitzer von Haustieren vor der Frage, was mit Hund, Katze oder Papagei passiert. Nicht wenige nehmen sie mit in die Ferien. Swiss hat im Jahr 2016 rund 24'600 Tiere transportiert; den Grossteil davon, etwa 17'000, in der Kabine. Dorthin dürfen aber nur Hunde und Katzen bis 8 Kilogramm, grössere Hunde wie Golden Retriever nicht.

Vierbeiner, die in der Kabine mitfliegen, müssen in eine weiche Transporttasche von maximal 23x55x40 Zentimetern. Sie dürfen weder gefährlich noch trächtig sein noch riechen. «Diese Vorgaben werden zwar nicht kontrolliert, aber besonders der Geruch würde sofort auffallen», sagt Meike Fuhlrott von Swiss. Die Transporttasche bleibt während des gesamten Flugs unter dem Sitz. Ausnahme: Business und First Class im Airbus 330/340 und in der Boeing 777. Hier bringt die Crew die Vierbeiner während Start und Landung in einem der oberen Gepäckfächer oder hinter der letzten Business-Class-Sitzreihe unter. Während des Flugs kann das Tier dann beim Halter sein.

Transport in der Kabine kostet 60 Franken

Hunde mit Schutz- oder Hilfsfunktion dürfen unabhängig von der Grösse in der Kabine mitfliegen. Neben Blindenhunden transportiert Swiss auch Spürhunde, etwa für Rettungsaktionen in Erdbebengebieten. «Besonders bei grossen Hunden versuchen wir dem Tier einen eigenen Platz zu geben», erklärt Fuhlrott. Die Airline akzeptiert auch andere Assistenzhunde, etwa für Gehörlose. Erlaubt sind zudem Hunde, die Passagieren mit speziellen Gesundheitsproblemen emotionale Unterstützung während des Flugs geben. Das muss aber vom Arzt bestätigt sein und gilt nur auf Flügen nach und von den USA inklusive Anschlussflüge im gleichen Ticket.

Neben dem Transport in der Kabine gibt es die Möglichkeit, Tiere im Gepäckraum mitfliegen zu lassen – getrennt vom Halter. Erlaubt sind hier Hasen und Kaninchen sowie Hunde und Katzen über 8 Kilogramm. 3500 Tiere reisten im Jahr 2016 bei Swiss als Gepäck mit. «Für die Tiere ist das kein Problem», sagt Fuhlrott.

Für den Transport im Gepäckraum ist eine feste Transportbox notwendig. Es kommt schon mal vor, dass Halter mit einem zu kleinen Hundekäfig bei Swiss am Check-in stehen. Sie können am Flughafen einen grösseren Käfig kaufen. Andere Tiere als Hunde, Katzen, Hasen und Kaninchen dürfen nicht in den Gepäckraum. «Dies gilt aber nur für die Beförderung als Gepäck», betont Fuhlrott. Als Fracht befördert Swiss auch andere Tiere: Papageien, Sittiche, Fische, im Wasser lebende Säugetiere. Rund 4100 Tiere waren 2016 über Swiss World Cargo als Fracht gebucht, die Hälfte davon Hunde und Katzen. Mitfliegende Tiere werden immer als Übergepäck berechnet. Der Transport in der Kabine kostet bei Swiss bei einem Schweiz–Europa-Flug 60 Franken, bei einem Schweiz–Interkontinental-Flug 90 Franken.

Tollwutimpfung und Mikrochip sind Pflicht

Wenn das Haustier mitfliegen soll, müssen die Papiere stimmen. Hunde, Katzen und Frettchen benötigen für eine Reise mindestens den Haustierausweis, eine Kennzeichnung (Mikrochip) und eine gültige Tollwutimpfung. Was besonders wichtig ist: Je nach Reiseland unterscheiden sich die gesetzlichen Bestimmungen für den Haustierimport. Das kann zu bösen Überraschungen führen. Darf ein Tier wegen ungenügender Impfungen am Zielort nicht einreisen, muss es zurück. Der Besitzer trägt dann die Kosten für den Rückflug.

Nathalie Rochat vom Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen rät den Haltern, die Informationen zu den Einreisebestimmungen im Zielland direkt dort einzuholen, etwa bei der zuständigen Veterinärbehörde des Ziellandes. Die Tollwutimpfung muss sein, weil sich Vierbeiner in den Ferien infizieren und die Krankheit einschleppen können. Die Schweiz ist zurzeit tollwutfrei mit Ausnahme der Fledermaustollwut. Auch die EU-Staaten sind laut Länderliste des BLV frei von urbaner Tollwut. Länder wie Ägypten, Brasilien und Südafrika gelten dagegen als Risikoländer. Auch in einigen europäischen Ländern, etwa den Balkanstaaten ausserhalb der EU, besteht laut BLV immer noch ein Risiko, dass sich Haustiere mit Tollwut anstecken.

Rochat weist zudem darauf hin, dass Wildtiere keine Grenzen beachten. «Daher sollte man besonders bei Ländern, die an ein Land mit nachweislichem Tollwutrisiko grenzen, gut aufpassen.» Hinzu kommen illegale Einfuhren aus Tollwutrisikoländern. Aus Spanien und Frankreich habe man Informationen über die Einfuhr von tollwut­empfänglichen Tieren aus Nordafrika. Grundsätzlich könne also jedes EU-Land und auch die Schweiz betroffen sein.

«Reisen bedeutet Stress für die Tiere»

Bei der Rückkehr aus dem Tollwutrisikoland in die Schweiz treten eventuell auch Probleme auf. Die Einfuhrregeln am Flughafen in Zürich oder in Genf können strenger sein als am Flughafen des Reiselandes. «Bei der Wiedereinreise aus Tollwutrisikoländern sind die Einfuhrbestimmungen umfassender als bei der Wiedereinreise aus einem EU-Land», erklärt Rochat. In diesen Fällen gelten weitergehende Auflagen für den Bluttest und längere Wartefristen. Halter sollten vor der Reise ins Ausland unbedingt prüfen, ob alle Bedingungen für die Rückkehr ihres Tieres in die Schweiz erfüllt sind. Sonst wird es bei der Rückkehr aus den Ferien vom Zoll beschlagnahmt und an den Grenztierärztlichen Dienst weitergeleitet, der an den Flughäfen Zürich und Genf überprüft, ob lebende Tiere aus Drittstaaten bei der Ein- und Durchfuhr den gesetzlichen Vorschriften entsprechen. Der Dienst entscheidet, was mit dem Tier passiert. Rochat: «Im schlimmsten Fall muss es getötet werden.»

Wer sich vorab informieren will, nutzt die BLV-Online-Hilfe «Mit Hund, Katze und Frettchen über die Grenze». Hier kann man Angaben zur geplanten Reise machen. Handelt es sich um ein Tollwutrisikoland, wird von der Mitnahme eines Tieres abgeraten. Ausser der Tollwut können Vierbeiner noch andere Krankheiten von den Ferien heimbringen. Laut BLV vor allem Parasitenkrankheiten wie Babesiose oder die Leishmaniose, welche von Sandmücken übertragen wird. Diese Mückenart kommt vorwiegend in wärmeren Klimazonen vor, etwa in Südeuropa. Reisen bedeutet Stress für die Tiere, fasst Rochat zusammen. Der beste Schutz sei immer noch, sie in der Schweiz zu lassen.

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