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REISEN: Schweizer lieben Entdeckungen

Wenn es um die Ferien geht, stehen Schweizerinnen und Schweizer zunehmend auf Neues. Das zeigt sich auch in der kommenden Wintersaison.
Eine Touristengruppe am Mount Phousi in Laos. Bild: Leias Tyler/Getty (Luang Prabang, 15. September 2014)

Eine Touristengruppe am Mount Phousi in Laos. Bild: Leias Tyler/Getty (Luang Prabang, 15. September 2014)

Denise Weisflog

Die Herbstferien stehen vor der Tür. Wer noch keine Reise gebucht hat, befindet sich in bester Gesellschaft. Eine Umfrage bei Schweizer Anbietern zeigt, dass sich die Mehrheit der Konsumenten sehr kurzfristig für ein Ferienziel entscheidet. Besonders gefragt sind frisch erschlossene Destinationen, neue Rundreisen sowie nachhaltige Hotels. Dies drückt sich auch in den Trends für die kommende Wintersaison aus.

Thailand bleibt zwar mit Abstand die beliebteste Reisedestination in Asien. Doch laut Stephan Roemer, Geschäftsführer des Spezialisten Tourasia, heissen die aufstrebenden Ziele Philippinen, Sri Lanka und Laos. Diese Länder werden zwar heute von weit weniger Schweizern besucht, haben aber ein grosses Potenzial. Die Philippinen eignen sich für Individualtouristen, die den Kontakt zur lokalen Bevölkerung und einsame Strände schätzen. «Man lebt dort ein wenig im Stil von Robinson Crusoe – was nicht heisst, dass man auf Luxus verzichten muss», sagt Roemer. Sri Lanka zieht laut Roemer in erster Linie Reisende an, die Neues entdecken wollen. Laos, das früher vor allem von Backpackers besucht wurde, gilt heute als Geheimtipp für kulturell Interessierte.

Das Zauberwort lautet Nachhaltigkeit

Für Andreas Zgraggen, General Manager Indian Ocean beim Spezialisten Manta Reisen, geht der Trend in Richtung Nachhaltigkeit. «Die Kunden schätzen Hotels, die Wert auf Umweltschutz legen und ihre Mitarbeitenden fair behandeln», sagt er. Manta Reisen bietet unter anderem Tauchkreuzfahrten an, die von der Meeresschutz-Organisation Oceancare begleitet und mit einem gemeinschaftlichen Strandputzen abgeschlossen werden. In einer Broschüre sensibilisiert der Veranstalter Kunden zudem für die umstrittenen Delfin-Touren um Mauritius und listet Alternativen auf. Zgraggen ist ein Kenner des Indischen Ozeans. Allerdings legt er sich privat nicht an einen der zahlreichen Strände, sondern geniesst das Leben in der Malediven-Hauptstadt Malé, die von Oktober bis April zweimal wöchentlich von Edelweiss ab Zürich angeflogen wird.

Diesen Winter bleibt Kuba ein gefragtes Ferienziel. Viele Schweizer buchen Unterkünfte bei lokalen Familien. Wer etwas mehr Privatsphäre sucht, entscheidet sich für eines der aufkommenden Bed & Breakfasts (B & Bs). Die Destination-Management-Company Caribbean Tours mit Sitz in Zürich lanciert auf der Insel B & Bs, die Schweizer Qualitätsansprüchen genügen. Präsident Reto Rüfenacht empfiehlt, in Havanna die neue Slow-Food-Bewegung zu geniessen, die mehr zu bieten hat als Reis und Bohnen. Als Geheimtipp in der Karibik nennt er den noch unbekannten Südwesten der Dominikanischen Republik, der eine Kombination aus Natur, Strand, Abenteuer, Erlebnis und Geschichte bietet und nichts mit den All-inclusive-Hochburgen im Osten gemeinsam hat.

Knechtreisen, die sich auf Nordamerika, Lateinamerika, das südliche Afrika und Ozeanien fokussieren, stellen einerseits einen Trend zu mehr Fernreisen, andererseits zu individuellen und luxuriösen Arrangements fest. Bei Schweizern sehr gefragt sind zurzeit Neuseeland, Südafrika, Namibia sowie Kanada und Alaska. Marketingchef Christoph Huckele prophezeit zudem einen Boom für Costa Rica, das ab Mai 2017 zweimal wöchentlich von Edelweiss ab Zürich angeflogen wird. «Die Destination überzeugt durch ihre freundliche Bevölkerung und die wunderschöne Natur. In nur wenigen Fahrstunden kann man zudem vom Atlantik zum Pazifik reisen», sagt Huckele.

Ägypten, Tunesien und die Türkei haben dagegen stark an Anziehungskraft verloren, dafür sind die Kanarischen Inseln, die Balearen, Griechenland und Zypern umso gefragter. Gemäss Andi Restle, Geschäftsleiter von ITS Coop Travel, sind für einige dieser Ziele sehr viele Flugplätze auf dem Markt, was die Preise beeinflusst. Gleichzeitig bestehen an gewissen spanischen Destinationen Hotel-Engpässe. Umso erfreulicher entwickeln sich die Badeferien in Übersee. Hier wird die Hitparade von den Malediven, der Dominikanischen Republik und Mauritius angeführt.

Dank ihrer Flexibilität leiden Schiffsreisen weniger unter Terroranschlägen oder Unruhen. Laut Dominika Lange, Geschäftsführung Schweiz von Aida und Costa, ist das westliche und östliche Mittelmeer eine beliebte Herbstdestination, die sich gut für Familien eignet. Im Winter machen die Kanarischen Inseln, die Karibik und Südostasien das Rennen. Wegen der aktuellen geopolitischen Lage sind Buchungen für Kreuzfahrten ab beziehungsweise bis Dubai dieses Jahr leicht rückläufig.

Nachgefragt

Wie reise ich sicher?

Walter Kunz, Geschäftsführer des Schweizer Reise-Verbandes, zur optimalen Ferienvorbereitung und dem richtigen Verhalten im Notfall.

Walter Kunz, würden Sie momentan nach Ägypten, Tunesien oder in die Türkei reisen?
Ich persönlich schon, es sind wunderschöne Destinationen, die ich gut kenne und schätze. Grundsätzlich kann überall etwas passieren. Ich mache keinem Konsumenten einen Vorwurf, wenn er Ziele meidet, die von Unruhen oder terroristischen Anschlägen betroffen waren.

Wie bereitet man sich am besten auf Auslandreisen vor?
Als Erstes sollte man diskutieren, welche Ansprüche die Mitreisenden haben und darauf achten, dass alle einmal zum Zug kommen. Vielleicht bucht man den Kindern zuliebe in einem Jahr Clubferien und macht im nächsten die Eltern mit einer Rundreise glücklich. Ausserdem rate ich zum Gang ins Reisebüro. Falls an der Wunsch-Destination irgendetwas geschieht und man lieber auf ein anderes Ziel ausweichen möchte, hat man so die Möglichkeit zur Umbuchung.

Und was kann man tun, wenn während der Ferien etwas geschieht?
Wenn man eine Pauschalreise gebucht hat und am Ferienort erkrankt, kann man sich an die Reiseleitung oder Vertretung vor Ort wenden. Doch auch die Versicherungen verfügen über eine Notfallnummer. Im Falle von Unruhen oder Krisen werden alle Touristen nach Hause geholt. Es kann jedoch sein, dass man den Rückflug selbst bezahlen muss, wenn man keine entsprechende Versicherung abgeschlossen hat. (dw.)

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