Immobilien
Rendite-Maximierer, Liebhaber- oder Budget-Käufer: Was für ein Häuslebauer sind Sie denn?

Wer viel Geld hat, dem wird gegeben. Auch beim Hauskauf kommen die Menschen gut weg, die schon viel Vermögen besitzen.

Tommaso Manzin
Merken
Drucken
Teilen
Die Käufer von Luxus-Immobilien können sich Risiken eher leisten und setzen nicht nur auf Festhypotheken.

Die Käufer von Luxus-Immobilien können sich Risiken eher leisten und setzen nicht nur auf Festhypotheken.

KEYSTONE

Sind Sie eher der Liebhaber – oder doch mehr der Erbsenzähler, der Renditejäger? Der Hypothekenvermittler MoneyPark hat anhand von vier Immobilienkategorien unterschiedliche Käuferprofile identifiziert und untersucht, welche Käufertypen welche Art Immobilien nachfragen.

Während etwa der Rendite-Maximierer auf der Suche nach Anlagemöglichkeiten ist, sucht der emotionale Käufer nach einem Liebhaberobjekt. Der Luxus-Käufer wiederum leistet sich eine Immobilie für zwei Millionen Franken. Der häufigste Käufertyp ist und bleibt aber der Budget-Käufer.

Der Rendite-Maximierer

Er ist der Erbsenzähler, der Buchhalter unter den Käufern von Wohneigentum. Allerdings nur der auf Profit gerichteten Absicht nach, in der Höhe der Kaufsumme ist er alles andere als eine Krämerseele. Da wird nicht gekleckert, sondern geklotzt. Seine Liegenschaft hat nämlich im Schnitt einen Verkehrswert von stolzen 2,9 Millionen Franken. Er vermietet diese, um so Einnahmen zu generieren.

Was ist der Steckbrief dieses spendablen Investors? Er ist mehrheitlich entweder bereits pensioniert oder aber selbstständig und sucht nach Anlagemöglichkeiten für das hohe Vermögen. Mit seinen durchschnittlich 75 Jahren ist er der älteste Käufertyp. Seine im Mittel 1,7 Millionen Franken Vermögen – inklusive Gelder der zweiten und dritten Säule, Wertschriften, usw. – machen ihn noch vor dem Käufer von Luxusimmobilien zum vermögendsten Typus.

Dank dieses hohen Finanzpolsters kann er es sich leisten, bei der Finanzierung Risiken einzugehen. So erklärt sich auch, was auf den ersten Blick überrascht: Nur jeder zweite Rendite-Maximierer setzt auf reine Festhypotheken, obschon er zu über 80 Prozent von stark steigenden Zinsen ausgeht.

Impulsive Liebhaber

Das Gegenprogramm zum eiskalten Jäger von Renditeimmobilien ist der emotionale Liebhaber schöner Objekte. Er handelt eher impulsiv. Eine einheitliche Definition eines Liebhaberobjektes gibt es zwar nicht und so bewerten auch die Kreditinstitute diese Sorte Immobilien teilweise sehr unterschiedlich.

Gemeinsam ist ihnen jedoch, dass sie im Schnitt teurer sind als Standardimmobilien, etwa wegen einer aussergewöhnlichen Lage, dem historischen Wert oder eines speziellen Baustils.

Der Käufer von Liebhaberobjekten ist der Individualist unter den Eigenheimbesitzern und verliert sein Herz gern an die Genferseeregion. Fündig auf seiner Suche nach seinem Wohntraum wird er aber auch in der Ostschweiz oder im Tessin. Er ist überdurchschnittlich häufig alleinstehend und kinderlos und nicht nur beim Kauf der Immobilie weniger preissensibel als andere, sondern auch beim Finanzierungszins kein Rappenspalter.

Nach dem Rendite-Maximierer ist er mit 48 Jahren ausserdem der zweitälteste Käufertyp. Er setzt konsequenter als jener auf Sicherheit statt Risiko. Denn obschon jeder Dritte von konstanten Zinsen ausgeht, wählen 80 Prozent dieser emotionalen Käufer eine reine Festhypothek und sichern sich somit gegen Zinsschwankungen ab.

Kein Luxus im Mittelland

Der Luxus-Käufer leistet sich eine Immobilie für durchschnittlich zwei Millionen Franken. Am liebsten wohnt er dabei in der Zentralschweiz und in Zürich. In der Zentralschweiz befinden sich die Hotspots der Luxusimmobilien – also jene Ort mit den höchsten Preisen – wenig überraschend im steuergünstigen Kanton Schwyz und Zug. Innerhalb der Region Zürich fallen über 40 Prozent aller Luxus-Transaktionen auf das Gebiet rund um den Zürichsee. Fast jeder fünfte Luxus-Käufer kauft aber eine Immobilie in der Zürcher City. Im Mittelland werden dagegen kaum Luxusimmobilien nachgefragt.

Luxus-Käufer sind bei der Wahl der Finanzierungsstrategie risikofreudig. Jeder Dritte wählt eine reine Libor-Hypothek oder eine Mischung zwischen Libor- und Festhypothek. Diese bieten wenig Schutz gegen einen Zinsanstieg. Der Luxus-Käufer ist aber nicht nur bei der Finanzierung einer Immobilie risikofreudig, sondern geht auch beruflich gerne Risiken ein – jeder vierte Luxus-Käufer ist selbstständig.

08/15 ist teuer

Willkommen in der Welt der meisten von uns: Jener des Budget-Käufers. Fast 80 Prozent aller Kunden entsprechen dem Budget-Käuferprofil. Standardimmobilien sind dementsprechend die am weitesten verbreitete Immobilienart, unabhängig von der Region. Für den Immobilienkauf verschuldet sich der Budget-Käufer mit einer Belehnung von 70 Prozent am höchsten (allerdings noch immer weit unter der Belehnungsgrenze von 80 Prozent).

Er muss von Anfang an mit knappem Budget kalkulieren und zahlt obendrein die höchsten Zinsen. Denn wer nach dem Immobilienkauf über wenig Mittel verfügt und eine relativ hohe Verschuldung hat, stellt für die Banken ein grösseres Ausfallrisiko dar als reiche Kunden. Er muss daher höhere Hypothekarzinsen zahlen.

Denn häufig gewähren Banken Zinsabschläge, wenn etwa andere Vermögenswerte dafür zur Hypothekarbank übertragen werden oder die Aussichten auf lukrative Folgegeschäfte bestehen. Budget-Käufer haben im Schnitt zwischen 2013 und 2016 knapp 2 Prozent Zinsen für eine 10-jährige Hypothek bezahlt, fast 60 Basispunkte mehr als der Rendite-Maximierer, der mit Abstand über das meiste Vermögen verfügt und daher für Banken ein interessanter Kunde ist.