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Restrukturierung drückt auf den Also-Gewinn – Schweizer Geschäft ist profitabler

Der IT-Logistiker Also hat letztes Jahr konzernweit Hunderte Stellen gestrichen. Die Restrukturierungskosten schmälern den Gewinn. Doch schon dieses Jahr soll dieser wieder steigen.
Maurizio Minetti
Also-Konzernchef Gustavo Möller-Hergt. (Bild: Pius Amrein, Emmen, 23. Februar 2018)

Also-Konzernchef Gustavo Möller-Hergt. (Bild: Pius Amrein, Emmen, 23. Februar 2018)

Irgendwann musste es passieren. Der erfolgsverwöhnte Emmer IT-Logistiker Also hat in der letzten Dekade Jahr für Jahr den Gewinn gesteigert. 2018 war das nun erstmals nicht der Fall. Der Konzerngewinn sank im Vergleich zum Vorjahr um über 12 Prozent auf 81,2 Millionen Euro (siehe Tabelle). Also-CEO Gustavo Möller-Hergt wollte den Gewinnrückgang am Dienstag an einer Pressekonferenz in Zürich aber nicht negativ verstanden wissen. «Wir investieren in die Zukunft», sagte der Deutsch-Peruaner in seiner gewohnt selbstbewussten Art.

Tatsächlich wurde das jüngste Jahresergebnis durch zwei Effekte verfälscht: Zum einen haben Währungseffekte im Vergleich zum Vorjahr einen negativen Einfluss von 5 Millionen Euro gehabt. Zum anderen enthält das Geschäftsjahr 2018 Aufwendungen für Restrukturierungen in der Höhe von 8,8 Millionen Euro. Bereinigt um Restrukturierungskosten und Währungseffekte stieg der Gewinn auf Ebitda-Stufe um 6 Prozent auf 162,4 Millionen Euro. Der Umsatz wuchs wiederum über dem Branchenschnitt um 3,2 Prozent auf 9,2 Milliarden Euro. Alles in allem hat der Zahlenkranz von Also die Erwartungen der Analysten übertroffen.

335 Jobs gestrichen

Im Rahmen der Restrukturierung hat Also im vergangenen Jahr konzernweit den Personalbestand laut Geschäftsbericht um 335 Positionen reduziert. Davon entfallen 227 auf die Region Zentraleuropa. Wie viele von diesen Stellen bei Also Schweiz in Emmen weggefallen sind, verrät das Unternehmen nicht. Durch Zukäufe – vor allem in Nord- und Osteuropa – kamen konzernweit fast 200 neue Stellen hinzu. Konzernweit verfügt Also nun über 3728 Vollzeitstellen.

Bei Also Schweiz ist der in Euro ausgewiesene Umsatz von 918,3 auf 882 Millionen geschrumpft. Auch in Franken sei der Umsatz zurückgegangen, sagte Möller-Hergt. Im Grosshandelsgeschäft, in dem Also tätig ist, sind solche Umsatzschwankungen allerdings üblich. Wichtiger ist in dem von tiefen Margen geprägten Distributionsgeschäft ohnehin die Profitabilität. Diese habe man in der Schweiz letztes Jahr verbessern können, versicherte Möller-Hergt, ohne allerdings Zahlen zu nennen. Im Geschäftsbericht heisst es dazu, dass die «deutliche Verbesserung des Ergebnisses in der Schweiz» und leichte Verbesserungen in Frankreich und Deutschland die Effekte der Restrukturierung kompensieren konnten.

Im Rahmen der Restrukturierung hat Also Geschäftsprozesse verbessert und in Geschäftssoftware investiert. Mit solchen Investitionen will man die Basis schaffen für Expansionen in margenstarke Geschäftsmodelle. Dazu gehört der Bereich IT-as-a-Service, wo Also letztes Jahr die Umsätze um 36 Prozent steigern konnte. In den letzten Jahren hat Also zudem auch mit gezielten Zukäufen den Wandel vom traditionellen Grosshändler zum Lösungsanbieter vorangetrieben.

Karl Hofstetter tritt zurück

Mit Blick auf die erreichte Effizienzsteigerung erwartet Also in den kommenden Jahren weitere Ergebnisverbesserungen. Der Konzernumsatz soll dieses Jahr erneut über dem Branchendurchschnitt wachsen. Bei der Profitabilität erwartet Also dieses Jahr, den Ebitda um 10 bis 15 Millionen Euro zu steigern. Mittelfristig werden weiterhin ein Umsatzniveau von 10 bis 14 Milliarden Euro und eine Ebitda-Marge von 2,1 bis 2,6 Prozent erwartet.

Die Dividende wird um 25 Rappen auf 3 Franken erhöht. Da die Ausschüttung aus Reserven aus Kapitaleinlagen erfolgen wird, ist sie für Privatanleger steuerfrei.

Ausserdem kündigte die Gesellschaft einen Abgang im Verwaltungsrat an. Karl Hofstetter stelle sich nach 23 Jahren im Gremium keiner Wiederwahl mehr. Sein Sitz soll laut den Angaben nicht mehr besetzt werden.

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