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Ringier erwirbt Mehrheit an Jungunternehmen DeinDeal.ch

Das Medienhaus Ringier übernimmt die Mehrheit am Rabatt-Angebote-Portal DeinDeal.ch. Über den Kaufpreis für den Anteil von 60 Prozent an dem rasch wachsenden Jungunternehmen wurde Stillschweigen vereinbart.

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Das Medienhaus Ringier baut mit dem Kauf sein Onlinegeschäft aus

Das Medienhaus Ringier baut mit dem Kauf sein Onlinegeschäft aus

Keystone

DeinDeal ist seit dem 24. März 2010 online, heute beschäftigt die Firma als Schweizer Marktführerin bereits über 100 Mitarbeitende, viele davon im Aussendienst, wie Ringier und DeinDeal.ch am Montag mitteilten.

Laut den Angaben werden täglich Gutscheine mit mindestens 50 Prozent Rabatt auf Lifestyle-Produkte angeboten. Dank der Kaufkraft der Masse und einer Mindestanzahl von Interessierten gewährten die Unternehmen hohe Preisnachlässe, hiess es.

Vorbild für die inzwischen grosse Zahl von Schnäppchen-Anbietern im Internet ist das US-Unternehmen Groupon, das derzeit einen milliardenschweren Börsengang vorbereitet und auch in der Schweiz aktiv ist.

Die Portale kassieren von den Herstellern und Dienstleistern der vermittelten Produkte eine Provision. Das Geschäftsmodell ist so erfolgreich, dass sich immer mehr Nachahmer finden, unter anderem Google mit seinem geplanten Dienst "Google Offer".

DeinDeal.ch erhält mit Ringier Zugang zu einer grösseren Reichweite, wird Firmengründer Amir Suissa im Communiqué zitiert. Das Medienhaus wiederum baut mit dem Schritt das Onlinegeschäft aus, das in der Schweiz bereits deutlich über 20 Prozent des Umsatzes ausmacht.

Der Chef von Ringier Schweiz und Deutschland, Marc Walder, übernimmt das Verwaltungsratspräsidium von DeinDeal.ch. Insgesamt stellt das Medienhaus künftig drei von fünf Verwaltungsräten. Das DeinDeal.ch-Management bleibt im Amt. Geschäftszahlen zur Firma mit Sitz in der Stadt Zürich wurden nicht genannt.

Wie gleichentags bekannt wurde, ist Ringier aus den Gesprächen für eine Übernahme der Privatfernsehsender 3+ und TeleZüri ausgestiegen. Man sei sich mit den Verhandlungspartnern "in allzu entscheidenden und wesentlichen Punkten nicht einig geworden", teilte Ringier am Montag mit.

In den vergangenen Monaten habe man die Dossiers mehrerer privater TV-Sender "gewissenhaft und akribisch" geprüft und insbesondere mit den Eigentümern von 3+ und TeleZüri Gespräche geführt. Nun habe die Ringier-Geschäftsleitung beschlossen, die Übernahme- und Kaufgespräche zu beenden. Den Grund für diesen Schritt gibt das Unternehmen nicht bekannt.