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ROAMING: Surfen im Ausland wird billiger

Sunrise und ­Orange haben ihre Tarife für mobiles Internet im Ausland deutlich gesenkt. Das setzt die Swisscom unter Zugzwang. Die Preise purzeln weiter.
Hans-Peter Hoeren
So viel kostet Datenroaming im Ausland. (Bild: Neue LZ)

So viel kostet Datenroaming im Ausland. (Bild: Neue LZ)

So viel kostet Datenroaming im Ausland. (Bild: Neue LZ)

So viel kostet Datenroaming im Ausland. (Bild: Neue LZ)

Rund 3,8 Millionen Schweizerinnen und Schweizer besitzen ein Smartphone oder ein Tablet. Fast 90 Prozent surfen damit mehrmals täglich mobil im Internet, oft auch in den Ferien. Wer während seiner Auslandsferien im Internet surfen wollte, der kam bisher kaum an den Angeboten der Swisscom vorbei. Drei- bis sechsmal so teuer waren die Tarife der Konkurrenten Orange und Sunrise bis vor kurzem. Doch jetzt kommt Bewegung in die Tariflandschaft.

Orange und Sunrise haben vor einigen Wochen neue, deutlich verbilligte Da­tenroaming-Pakete für Aufenthalte im Ausland lanciert. Die Swisscom wollte das nicht auf sich sitzen lassen und läutete gleich die nächste Preissenkungsrunde ein. Das 200-MB-Paket für EU-Länder beispielsweise kostet bei der Swisscom neu nicht mehr 29, sondern 24 Franken. Ein Paket mit einem Gigabyte gibt es neu für 79 Franken. Die neuen Swisscom-Tarife gelten ab April, die der Konkurrenz sind bereits in Kraft.

Orange und Sunrise teils günstiger

«Der Wettbewerb um attraktive Gebühren fürs Surfen im Ausland läuft endlich», konstatiert Ralf Beyeler, Telekomexperte beim Internetvergleichsdienst Comparis. Die Preisunterschiede seien deutlich geringer als noch vor einem Jahr. «Während früher die Swisscom klar die besten Preise bot, ist jetzt je nach Nutzungsverhalten des Kunden entweder Swisscom, Orange oder Sunrise am günstigsten», sagt Beyeler.

Die Auswertung von Comparis zeigt: Wer sich beispielsweise für ein Datenroaming-Paket für die EU mit einer Grösse von 1000 Megabyte entscheidet, der fährt nach wie vor mit der Swisscom am günstigsten. Bei Datenmengen von 100, 200 oder 500 Megabyte sind aber Orange und Sunrise zum Teil günstiger. Die Aussage gilt mit einer Einschränkung: Bei Orange ist die Höhe des Preises letztlich vom Datum der Rechnungsstellung abhängig (siehe Box). Fällt dieses ungünstig, kann der Preis um bis zu 20 Franken höher liegen (siehe Tabelle). Die in der obigen Tabelle angegebenen Preise gelten ab dem Kauf während 30 Tagen, berücksichtigt wurden nur Angebote mit 7 und 30 Tagen Laufzeit. Unterm Strich liegen die Datenroaming-Tarife der Schweizer Anbieter gemäss Ralf Beyeler im europäischen Mittelfeld.

Auch nach der deutlichen Tarifsenkung der Konkurrenten wäre die Swisscom in einigen Bereichen weiterhin der günstigste Anbieter gewesen. Warum senkt sie die Preise erneut? Seit 2007 habe die Swisscom die Strategie, bei den Roamingtarifen der günstigste Anbieter zu sein, sagt Ralf Beyeler. Nach den Anpassungen von Orange und Sunrise wäre dieser Status gefährdet gewesen. «Ausserdem hat die Swisscom panische Angst vor einer staatlichen Regulierung im Roamingbereich», sagt der Telekomexperte. Diese sei in der Politik ein vieldiskutiertes Thema.

Neues Angebot für Weltreisende

«Mit der neuerlichen Senkung will die Swisscom solchen Bestrebungen ein wenig zuvorkommen», ist Beyeler überzeugt. Die Einnahmen aus den gesamten Roamingdiensten (inklusive Telefonie) liegen bei der Swisscom pro Jahr im hohen dreistelligen Millionenbereich. Trotz der jüngsten Senkungen, die Einkünfte aus dem Roamingbereich bleiben ein lukratives Geschäft.

Auch für Reisen ausserhalb Europas hat die Swisscom ihre Preise gesenkt. So wird ab April ein in rund 45 Ländern nutzbares Paket mit 200 Megabyte Datenvolumen angeboten. Kostenpunkt: 33 Franken. Das Angebot gilt unter anderem in Australien, den USA, Kanada und der Türkei. Orange-Kunden bezahlen gemäss Comparis für ein gleich grosses Paket mit 100 Franken meistens dreimal so viel. Sunrise biete für die meisten aussereuropäischen Länder keine Pakete an. Wenn, dann seien für ein Megabyte meist «horrende 15 Franken» fällig.

Vorsicht bei Musik und Videos

Doch ganz von allein kommt man nicht in den Genuss der günstigeren Tarife. Ist das Paket abonniert oder die entsprechende Option beim Anbieter gelöst, muss man auch die Einstellungen an seinem Handy verändern. «Kunden von Swisscom und Sunrise sollten über das Cockpit einstellen, dass Daten nur in Form von Datenpaketen übertragen werden», rät Ralf Beyeler. Sonst könne es passieren, dass Kunden zum wesentlich teureren Normaltarif surften.

Der Telekomexperte empfiehlt generell im Ausland kein Streaming, beispielsweise Youtube, Fernsehsendungen, Radios oder Musikdienste wie Spotify zu nutzen. «Bei diesen Diensten werden schnell riesige Datenmengen übertragen», stellt Beyeler fest. Vorsicht geboten sei auch bei Navigationen. Viele andere Dienste wie der Gratis-SMS-Dienst WhatsApp, E-Mails oder Übersetzer-Apps könnten hingegen bedenkenlos genutzt werden.

Comparis rügt Abo-Falle

Der Internetvergleichsdienst Comparis kritisiert das neue Datenroamingpaket von Orange als kundenunfreundlich. Zum einen müsse man die Option mit dem Namen «Travel Data Europe-Paket» als Abo abschliessen, das sich jeden Monat erneuere. Zum anderen werde die Option nach dem Rechnungszyklus abgerechnet. Ein Kunde, dessen Rechnung beispielsweise immer am 8. eines Monats erstellt werde und der am 5. für eine Woche in die Ferien gehe, müsse damit zwei Pakete bezahlen.

Bislang erwartete die Schweizer Urlauber zu Hause eine gesalzene Handyrechnung - das soll sich jetzt ändern. (Bild: Keystone)

Bislang erwartete die Schweizer Urlauber zu Hause eine gesalzene Handyrechnung - das soll sich jetzt ändern. (Bild: Keystone)

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