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Die Schweiz ist das am stärksten globalisierte Land – und deswegen wirtschaftlich robuster als andere

Finanzmärkte und Warenhandel leiden noch immer unter den Nachwehen der Finanzkrise. Dank ihrer hervorragenden internationalen Anbindung trotzt die Schweiz den Herausforderungen besser als ihre Nachbarn.
Raphael Bühlmann
Gut vernetzte Zentralschweizer Firma: Blick ins Hochregallager des Zuger Schraubenhandels- und Logistikkonzerns Bossard. (Symbolbild: Stefan Kaiser (Zug, 22. Februar 2018))

Gut vernetzte Zentralschweizer Firma: Blick ins Hochregallager des Zuger Schraubenhandels- und Logistikkonzerns Bossard. (Symbolbild: Stefan Kaiser (Zug, 22. Februar 2018))

Noch immer sind sie deutlich lesbar – die Spuren, die die Finanzkrise vor zehn Jahren in der Weltwirtschaft hinterlassen hat. Und auch wenn die Fährte auf den amerikanischen Immobilienmarkt zurückführt, zu kämpfen mit den Auswirkungen hat heute vor allem auch der internationale Warenhandel. «2008 war ein klarer Knick für die globale Wirtschaft», sagt Jan-Egbert Sturm, Direktor der Konjunkturforschungsstelle (KOF) der ETH Zürich. Am Donnerstag veröffentlichte das Institut seinen Globalisierungsindex. Die aus dem Jahr 2016 analysierten Zahlen zeigen, dass die Finanzkrise und die darauffolgende Rezession eine weitere Verflechtung der Weltwirtschaft abgebremst haben. Der untersuchte Teilbereich der ökonomischen Globalisierung enthält einerseits den Bereich Handelsflüsse, und andererseits Finanzflüsse. «Zwar schritt die finanzielle Globalisierung weiter fort, gleichzeitig nahm der Grad der Handelsintegration ab», schreibt die KOF.

Für die Schweiz sind dies eigentlich keine guten Nachrichten. KOF-Direktor Sturm führt die grosse Bedeutung einer engen ökonomischen Vernetzung gerade für kleine Volkswirtschaften ins Feld. «Die Schweiz ist auf den globalisierten Handel angewiesen.» Doch scheinen hierzulande diesbezüglich die Hausaufgaben gemacht. Im Vergleich mit den angrenzenden Ländern weist die Schweiz heute mit 86,7 Indexpunkten einen deutlich höheren wirtschaftlichen Globalisierungsindex auf als beispielsweise Österreich (82,0), Deutschland (79,4), Frankreich (77,2) oder Italien (68,8). Und vielleicht noch wichtiger: Die Schweiz konnte den Abstand zu diesen Ländern sowie zu ganz Europa seit der Finanzkrise teils deutlich ausbauen.

Der KOF-Index

Der Globalisierungsindex der ETH-Konjunkturforschungsstelle misst die wirtschaftliche, soziale und politische Dimension der Globalisierung. Der Index dient unter anderem der Beobachtung von Veränderungen des Grads der Globalisierung von Ländern über einen langen Zeitraum. Der aktuelle Index liegt für 195 Länder und den Zeitraum 1970 bis 2016 vor. Im Index wird zwischen ökonomischen, sozialen und politischen Komponenten unterschieden. Der Index misst die Globalisierung auf einer Skala von 1 bis 100. Es werden insgesamt 42 unterschiedliche Variablen verwendet. Die Schweiz liegt mit einem Indexwert von 91,17 Punkten auf dem ersten Platz. (rab)

Schweiz das am stärksten globalisierte Land

Die wirtschaftliche Dimension ist allerdings nur eine von drei Dimensionen des kompletten Globalisierungsindex der Konjunkturforschungsstelle. In ihrer Gesamtrechnung für den Index berücksichtigt die KOF auch die soziale und politische Dimension. Und dabei ist die Schweiz Spitze. «Die Schweiz war im Jahr 2016 das am stärksten globalisierte Land der Welt», kommt die KOF zum Schuss. Auch dies führen die Forscher auf die stärkere Verflechtung zurück, auf welche kleine Länder wie die Schweiz angewiesen sind. So folgen auf den Plätzen zwei und drei die Niederlande beziehungsweise Belgien. Insgesamt seien Staaten in der EU wie das Vereinigte Königreich (5), Deutschland (8), Frankreich (9) sowie Spanien (12) aufgrund ihrer hohen Verflechtung innerhalb des Wirtschaftsraums deutlich stärker globalisiert.

Die grossen Volkswirtschaften der Welt seien eher im Index-Mittelfeld anzutreffen. So liegen die Vereinigten Staaten bei der ökonomischen Globalisierung auf Rang 65. Bei der sozialen und politischen Globalisierung liegen sie auf den Plätzen 23 und 12. Die Volksrepublik China liegt im Gesamtindex im unteren Drittel auf Platz 79. Während sie bei der politischen Globalisierung auf Rang 27 liegt, ist ihr Grad der ökonomischen und sozialen Globalisierung deutlich geringer. Japan, die drittgrösste Volkswirtschaft der Welt, befindet sich auf Platz 36. Am unteren Ende der Tabelle rangieren Eritrea, die Zentralafrikanische Republik, die Komoren, Afghanistan und Guinea-Bissau.

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