Wirtschaftsprüfer

Rochade der Revisoren

KPMG hat Aufträge von Post, Swisscom und CS verloren. Dafür haben sich ABB und Coop für KPMG entschieden.

Maurizio Minetti
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Reputation leidet: KPMG.Shutterstock

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Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG musste in den letzten Monaten viel Prügel einstecken. Im Zusammenhang mit dem Postauto-Skandal hat die Eidgenössische Revisionsaufsichtsbehörde KPMG «teilweise erhebliche Mängel» vorgeworfen. Das Post-Mandat hat KPMG inzwischen an den Konkurrenten EY verloren. KPMG wird bald auch das lukrative Mandat der Grossbank Credit Suisse verlieren. Wie dem CS-Geschäftsbericht zu entnehmen ist, soll an der Generalversammlung des kommenden Jahres PricewaterhouseCoopers (PwC) als neue Revisionsstelle eingesetzt werden. Die CS lässt ihre Bücher seit 1989 von KPMG prüfen. Letztes Jahr hat die Grossbank knapp 60 Millionen Franken für die Revision bezahlt. Auch Swisscom wechselt von KPMG zu PwC. Das jährliche Volumen beträgt hier rund 3 Millionen Franken.

Doch für KPMG gibt es in der Schweiz nicht nur schlechte Nachrichten. «KPMG konnte Marktanteile gewinnen und prüft beispielsweise neu ABB, Coop oder die Basler Kantonalbank», sagt KPMG-Sprecher Andreas Hammer. Coop war seit 1994 bei PwC. Derweil dürfte es in den kommenden Monaten mit Neuvergaben weitergehen. Die sogenannten «Big Four» der Branche – PwC, EY, KPMG und Deloitte – werden um viele Mandate kämpfen. Dazu gehören Ausschreibungen von Raiffeisen oder Ruag, die im Zuge der Aufspaltung eine neue Revisionsstelle braucht. Mit dem Ruag-Mandat hat KPMG nicht viel verdient. Zuletzt war es rund eine Million Franken.