Diagnostik-Pfeiler
Roche rüstet in Rotkreuz kräftig auf

Der Basler Gesundheitskonzern hat am Zuger Standort 400 Millionen investiert. Es handelt sich dabei um den sechsten Neubau innert fünf Jahren an diesem Standort.

Ruedi Mäder
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Das neue Roche-Verwaltungszentrum («Bau 5») in Rotkreuz bietet Platz für 600 Arbeitsplätze und ist knapp 70 Meter hoch. pd

Das neue Roche-Verwaltungszentrum («Bau 5») in Rotkreuz bietet Platz für 600 Arbeitsplätze und ist knapp 70 Meter hoch. pd

Roche beschäftigt in der Schweiz mehr als 10000 Personen. Das Gros – rund 8800 Beschäftigte – arbeitet in der Nordwestschweiz, das heisst in Basel oder Kaiseraugst. Zum zweitgrössten Pfeiler im Land wurde in den letzten Jahren der gut 40-jährige Diagnostik-Standort Rotkreuz ausgebaut: Seit 2006 hat sich die Zahl der dort Beschäftigten mehr als verdoppelt; 1600 sind es aktuell.

Sechster Neubau innert 5 Jahren

Rotkreuz sei zugleich einer der wichtigsten Standorte im Bereich Diagnostika, erläuterte Konzernchef Severin Schwan gestern im Rahmen der Eröffnung eines neuen Verwaltungszentrums, notabene just zwei Jahre nach Erteilung der Baubewilligung und gut drei Jahre seit dem Planungsauftakt. Es handelt sich dabei um den sechsten Neubau innert fünf Jahren an diesem Standort. Roche habe dort in dieser Zeit insgesamt mehr als 400 Millionen Franken investiert.

Im neuen Hochhaus sind auf 13 (Büro-)Stockwerken 600 Arbeitsplätze eingerichtet. Dort sollen alle administrativen Funktionen der verschiedenen Diagnostics-Geschäftsbereiche des Standorts angesiedelt werden. Rund 90 Millionen Franken wurden in das Gebäude investiert.

Drehscheibe mit globaler Aufgabe

Gemäss Standortleiter Jürg Erismann werden von Rotkreuz aus globale Funktionen in den Bereichen Entwicklung, Produktion und Vertrieb gesteuert. Der Bau ist Teil eines nachhaltigen Energiekonzepts. Seit April wird der Strombedarf mit erneuerbarer Energie abgedeckt. Konzipiert wurde «Bau 5» vom Basler Architekturbüro Burckhardt + Partner AG. Rotkreuz gehört zu den global führenden Entwicklungs- und Produktionszentren für moderne Instrumentierungs- und Softwaresysteme in der In-vitro-Diagnostik. Von den 1600 Mitarbeitenden ist mehr als ein Drittel in Forschung und Entwicklung beschäftigt, davon gut die Hälfte in der Software-Entwicklung.

10 Milliarden mit Diagnostika

Vom Roche-Konzernumsatz 2010 von 47 Milliarden Franken entfielen vier Fünftel auf das Pharmageschäft, der Rest ging auf das Konto der Division Diagnostika: Diese konnte ihre Marktführung mit einem Wachstum in lokalen Währungen von 8 Prozent auf 10,4 Milliarden erneut festigen. Das von Rotkreuz aus geführte globale Geschäft «Professional Diagnostics» mit Spitälern und Labors setzt rund 5 Milliarden Franken um.

Kalifornien–Basel–Rotkreuz

Konzernchef Severin Schwan betonte gestern, als globaler Leader in der In-vitro-Diagnostik sei Roche optimal positioniert, um das schnell wachsende Wissen über die molekularen Krankheitsgrundlagen umzusetzen – in Innovationen bei der Diagnose, der Vorhersage und der Therapiebegleitung. Schwan erinnerte daran, dass Roche Anfang Mai ein Zulassungsgesuch für ein neues Hautkrebsmedikament mit Begleittest eingereicht habe. An dieser Kombination hätten Pharma- und Diagnostik-Spezialisten in Kalifornien, Basel und Rotkreuz eng zusammengearbeitet. Auf diese Weise habe ein medikamentenspezifischer Test entwickelt werden können.