Sponsoring
Roger Federer punktet für Kaffeemaschinen

Wie der Tennisstar einer Schweizer Firma zu weltweiter Bekanntheit verhilft: Federer ist nicht nur ein Tennisstar, sondern längst zu einer Marke geworden. Weltweit ist er mindestens so bekannt wie Nescafé oder Rolex.

Isabel Strassheim
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Die Sportlegende für einmal mit Gabelstapler statt mit Tennisschläger.

Die Sportlegende für einmal mit Gabelstapler statt mit Tennisschläger.

Keystone

Der Name des 31-Jährigen ist selbst Kindern in Schanghai oder Managern in New York geläufig. Es ist dieser «Federer-Effekt», der dem Kaffeemaschinen-Hersteller Jura hilft. Den Apparatebauer aus dem solothurnischen Niederbuchsiten kennt in China oder in den USA niemand. Aber weil «Jura» seit 2006 zu den Sponsoren von Roger Federer gehört, öffnet das Tennisass dem Unternehmen Türen und Herzen auch im Ausland.

«Ich bin in der Lage, ‹Jura› dabei zu helfen, weltweit in neuen Märkten Erfolg zu haben», sagte Federer. Er war vergangenes Wochenende in die Fabrik- und Ausstellungshallen des Kaffeemaschinenbauers gekommen, wo eine Art Volksfest mit Bratwurst, Karussell und Roger Federer gegeben wurde. «Jura»-Chef Emanuel Probst gestand vor dem versammelten Volk: «Für uns ist es ein Riesenglück, dass wir mit Federer zusammenarbeiten.»

Dass das nicht nur eine Floskel ist, sondern gute Gründe hat, untermauerte der Unternehmer mit einem Beispiel: Bei einer wichtigen US-Verkaufskette konnte «Jura» nur vorsprechen, weil für die Manager Roger Federer ein Begriff war. «Genau darum geht es – danke Roger«, sagte Probst.

Federer lässt sich jedoch nicht von irgendwem bezahlen und vor den Karren spannen. Er wählt seine Sponsoren geschickt aus – denn er lebt das Geschäft und macht es damit erst glaubwürdig. «Federer steht für dieselben Werte wie wir: Schweizer Herkunft, Präzision, Leistung und die Passion für Exzellenz», betont «Jura»-Mediensprecher Meinrad Kofmel. Der Kaffeemaschinenbauer steigerte seinen Umsatz – eben auch dank Federer – von 325 Millionen Franken im Jahr 2006 auf 352 Millionen in 2011, wobei dort die schwierige Konjunktur in Europa und die Frankenstärke das Ergebnis belasteten.

Für kleinere Firmen zu teuer

«Sponsor eines Weltstars zu sein, ist sicher ein probates Mittel für ein Unternehmen, um auch Märkte im Ausland zu erobern», sagt Patrick Djizmedjian von der Schweizer Aussenwirtschaftsförderin Osec. Die Sache hat allerdings einen Haken: Diese Art von Marketing ist teuer. Auch wenn «Jura» und Federer zum finanziellen Teil der noch bis 2016 laufenden Partnerschaft keine Angaben machen, steht das ausser Frage. Kleinere Unternehmen haben für eine solche Art des Marketings schlicht keine Mittel, sagt Djizmedjian.

Der klassische Weg der Expansion ausserhalb der Schweiz läuft bei kleineren und mittelgrossen Firmen gemäss den Erfahrungen der Osec oft über eine Partnerschaft mit Distributionsunternehmen vor Ort. Neben der Osec helfen auch die Swiss Business Hubs, die den Schweizer Botschaften oder Generalkonsulaten angeschlossen sind. Diesen Weg nimmt auch «Jura». Federer kommt jedoch dann ins Spiel, wenn es darum geht, dem Fachhandel und auch den Endkunden die «Jura»-Kaffeemaschinen schmackhaft zu machen. Dafür sind sein Konterfei auf den Verpackungen und die Werbung mit ihm der Türöffner. So kommt es, dass auch Asiaten bei Federer nicht nur an Tennis, sondern auch an Kaffee denken.