Firma Rohn Elektro-Unternehmen AG
Rohn steht auch in der Krise unter Strom

Ob Stark- oder Schwachstrom: Die Firma Rohn Elektro-Unternehmen AG in Subingen ist in beiden Bereichen zu Hause. Sowohl im Freileitungsbau wie in der Elektro-Installationstechnik gehört Rohn zu den «Grossen» in der Region.

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Rohn AG

Rohn AG

Schweiz am Sonntag

von Franz Schaible

Das Foto an der Wand im Verwaltungs- und Betriebsgebäude der Rohn Elektro-Unternehmen AG in Subingen spricht Bände: Elektromonteur Alexander Rohn macht sich mit Velo und vollgepacktem Anhänger auf zur Kundentour. Das war 1961, als er im Hause seiner Eltern mit viel Unternehmergeist die Einzelfirma Rohn gründete.

Mit einem Management-Buy-out den Standort gesichert

Was 1961 mit der Einzelfirma A. Rohn Elektrische Unternehmung begann, hat sich bis heute zu einem respektablen Unternehmen mit 42 Angestellten entwickelt. Alexander Rohn baute bereits sechs Jahre nach der Firmengründung ein neues Geschäfts- und Wohnhaus an der Deitingenstrasse 16 in Subingen. Dort ist die Firma bis heute domiziliert. 1980 baute Rohn eine neue Werkhalle für den Kabel- und Freileitungsbau. Die in der Folge gegründeten Firmen Rohn Kabel- und Freileitungsbau AG sowie die Rohn Elektro-Installationstechnik AG wurden 1997 in der Rohn Elektro-Unternehmen AG zusammengefasst. Im Dezember 2002 haben die drei langjährigen Kader-Mitarbeiter Thomas Siegenthaler, Hanspeter Kummli und Martin Jutzeler die Unternehmung mit einem Management-Buy-out übernommen. Alle drei sind gleichberechtigte Eigentümer und stellen die dreiköpfige Geschäftsleitung. Siegenthaler ist Leiter Finanzen, Personal und Marketing, Kummli ist Leiter des Kabel- und Freileitungsbau und Jutzeler ist Leiter der Installationstechnik. Der Wechsel auf die Unternehmerseite mit 27 Jahren sei für ihn nicht einfach gewesen, blickt Thomas Siegenthaler zurück. Es habe für alle drei viel Mut benötigt, sei doch die berufliche Selbstständigkeit auch mit Risiken und hoher Verantwortung für Dritte verbunden. «Das Unternehmerleben ist nicht einfach, aber auch sehr bereichernd.» (FS)

Heute würde man von einem Start-up sprechen, wie es in den zwei vergangenen Jahrzehnten in den Bereichen Computer, Software, Biotechnologie oder Nanotechnologie so manche gab. Im Gegensatz zu vielen dieser Start-ups aber ist Rohns Firma immer noch im Markt präsent.

Inzwischen gehört das Subinger Unternehmen mit 42 Angestellten zu den ganz «Grossen» in der regionalen «Stromszene». Darauf sei der heute 74-jährige Firmengründer Alexander Rohn sehr stolz, erzählt der 34-jährige Thomas Siegenthaler. Er und die langjährigen Mitarbeiter Hanspeter Kummli (58) und Martin Jutzeler (43) haben den Betrieb auf Anfang 2003 in Form eines Management-Buy-outs von Rohn übernommen.

Die unübliche Betriebsgrösse für ein Unternehmen in der Elektrobranche gründe in der Ausrichtung der Firma. Siegenthaler: «Wir schliessen in der Sparte Kabel- und Freileitungsbau neue Siedlungsgebiete an das Elektrizitätsnetz an, sorgen für Licht auf Strassen und Sportanlagen, und im Bereich Elektro-Installationstechnik führen wir alle Stromarbeiten im und ums Haus aus.» Dadurch stehe die Rohn Elektro-Untenehmen AG auf zwei Standbeinen, was geschäftliche Stabilität verspreche.

Dies sei gerade in diesen schwierigen Zeiten hilfreich, könnten doch Auftragsflauten in einem Bereich durch Mehraufträge in der zweiten Sparte teilweise kompensiert werden. Das bedingt natürlich unterschiedliche Kundensegmente, was bei Rohn der Fall ist. So erhält die Firma im Bereich Kabel- und Freileitungsbau die Aufträge in der Regel von Gemeinden und Elektrizitätswerken. Die meisten Stromleitungen würden zwar heute im Boden verlegt, aber Freileitungen in der Luft seien nicht ausgestorben, erläutert Siegenthaler.

Hier ist Rohn überregional tätig, also auch zu einem grossen Teil im Kanton Bern. Dagegen sei das Geschäft im Segment Elektro-Installationstechnik regional ausgerichtet. Kunden sind hier private Haushalte, Gewerbe- und Industriebetriebe. Beide Bereiche sind umsatzmässig in etwa gleich wichtig. Genaue Zahlen nennt die Firma nicht. Der Umsatz habe aber in den vergangenen Jahren jährlich gesteigert werden können.

In beiden Sparten ist Rohn einer der grössten Anbieter in der Region. «Die Wettbewerbssituation präsentiert sich allerdings sehr unterschiedlich», weiss der Mitinhaber. Während es im Netzbau verhältnismässig wenig Konkurrenz gebe, sei der Wettbewerb im Installationsbereich ausgeprägt, weil es sehr viele Anbieter habe. «Deshalb herrscht hier in ein sehr harter Preiskampf.» Die Preisgestaltung sei in diesem Umfeld

eine Herausforderung. «Unser Hauptziel ist es aber nicht, Umsatz um jeden Preis zu bolzen», beteuert Siegenthaler. Entscheidender sei es, dass sich aus Erstaufträgen Nachfolgebestellungen ergeben. Dazu bedürfe es eine hohe Qualität der erbrachten Dienstleistungen.

Noch hat sich die Wirtschaftskrise bei der Firma Rohn nicht stark bemerkbar gemacht. Einzig im Kundensegment Industrie sei ein Abflauen der Aufträge spürbar. Dagegen seien der Privat- und Gewerbebereich sowie der Netzbau nicht betroffen. «Insgesamt sind unsere Auftragsbücher sehr gut gefüllt. Bis Ende 2009 sind wir jedenfalls ausgelastet.» Dank der erwähnten Strategie mit zwei Standbeinen blickt Siegenthaler optimistisch in die Zukunft. «Wir haben Vertrauen in unsere Fähigkeiten.»

Nicht zuletzt deshalb steckt die Firma viel Zeit und Geld in die Aus- und Weiterbildung ihrer Belegschaft. «Eine aktive Mitarbeiterförderung bietet nicht nur dem Einzelnen Vorteile, sondern hilft auch mit, den Firmenstandort zu sichern», ist der Unternehmer überzeugt. Zudem befinden sich von den 42 Angestellten elf in der Berufsausbildung.

Der Lehrlingsanteil ist mit 26 Prozent also überdurchschnittlich hoch. «Wir wollen unseren Nachwuchs gezielt fördern.» Denn, so Siegenthaler weiter, gut qualifizierte Berufsleute seien immer Mangelware. In 48 Jahren hat die Firma Rohn über 200 Lernende ausgebildet.