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ROTHENBURG: Gravura baut aus – es entstehen neue Jobs

Der Hersteller von Fasnachtsplaketten und Medaillen legt die Produktion mit einem Westschweizer Anbieter zusammen. Es entstehen neue Jobs.
Maurizio Minetti
Gravura stellt Münzen und Medaillen her. (Bild: Roger Grütter (Rothenburg, 20. Oktober 2017))

Gravura stellt Münzen und Medaillen her. (Bild: Roger Grütter (Rothenburg, 20. Oktober 2017))

Maurizio Minetti

«Neuigkeiten aus der Schweizer Münzbranche!», betitelt Gravura aus Rothenburg eine Medienmitteilung. Tatsächlich: Es gibt so etwas wie eine Münzbranche in der Schweiz, obschon natürlich hierzulande nur Swissmint Umlaufmünzen prägen darf. Daneben existieren aber zahlreiche kleine Firmen, die Sammlermünzen oder Medaillen prägen. Oder auch Fasnachtsplaketten. Doch dieses Geschäft gerät zunehmend unter Druck.

«Wir exportieren drei Viertel unserer Münzen und Medaillen ins Ausland, darum spüren wir die Auswirkungen des starken Frankens», sagt Christoph Sapper, Inhaber und Geschäftsführer der Gravura Kunstpräge GmbH in Rothenburg. Münzen und Medaillen machen bis zu zwei Drittel des Umsatzes von Gravura aus, obschon Gravura in der Öffentlichkeit eher dafür bekannt ist, Fasnachtsplaketten von Zünften, Gesellschaften und Guuggenmusigen zu prägen. Doch auch der Plakettenmarkt ist hart umkämpft: «Hier spielt auch der Preis eine zentrale Rolle», sagt Sapper. Zunehmend sieht er sich mit Händlern von ausländischen Produkten konfrontiert.

Die künftige Marktsituation vor Augen, hat Gravura nun beschlossen, die eigene Produktion mit jener einer anderen Präge-Anstalt zusammenzulegen. Konkret wollen Gravura und die ­Huguenin SA aus dem neuenburgischen Le Locle künftig gemeinsam – unter der Führung von Gravura – in Rothenburg produzieren. «Die Produktion soll per Mitte 2018 in Rothenburg zentralisiert werden», erklärt Sapper. In Le Locle führt das zu einem Stellenabbau, in Rothenburg soll die Belegschaft von aktuell 18 auf rund 24 Personen anwachsen. Huguenin wird in Le Locle aber weiterhin ein halbes Dutzend Angestellte haben, die sich unter anderem um Finisharbeiten kümmern werden. Durch die Zentralisierung können die beiden Firmen gemeinsame Ressourcen nutzen. «Wir betreiben heute in Rothenburg zehn Prägemaschinen, die wir künftig gezielter und besser auslasten können», sagt Sapper. «Die Zusammenlegung der Produktion macht aus Kosten- und Investitionsgründen Sinn.»

Sapper betont, dass sich an den Besitzverhältnissen der beiden Firmen nichts ändert und beide weiterhin eigenständig bleiben. Beide Familien – Sapper und Faude – bleiben alleinige Aktionäre ihrer Firmen.

Für die Zukunft ist die Gründung einer Holding geplant, die Global Coin Mint Cooperation heissen soll und den Sitz in Rothenburg haben wird. In dieser Holding sollen die beiden Firmen inklusive Tochtergesellschaften gebündelt werden.

Huguenin besitzt Niederlassung in Indien

Interessant aus Sicht von Gravura ist, dass Huguenin auch eine Niederlassung in Indien betreibt, wo zum Beispiel Ätzprodukte wie Pins hergestellt werden. Die neue Gruppe wird von den dortigen Ressourcen Gebrauch machen können, und die dortige Produktionsstätte soll unter Einhaltung schweizerischer Standards geführt werden. Dadurch könnten neue Geschäftsbereiche in Asien entstehen. Einen Einfluss auf den Standort in Rothenburg habe dies aber nicht, versichert Sapper.

Am Geschäft mit den Plaketten und dem Produktionsstandort Schweiz werde sich dadurch aber nichts ändern. Mit dem Zusammenschluss sei kein direkter Konkurrent ausgeschaltet worden. «Wir gewinnen aber gegenüber Mitbewerbern an Stärke», ist Sapper überzeugt.

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