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ROTHENBURG: Pistor-Lastwagen sind ohne Hug-Produkte unterwegs

Pistor vertreibt keine Hug-Produkte mehr. Der Grund: Hug spannt seit dem vergangenen Sommer mit der Migros-Tochtergesellschaft Jowa zusammen.
Rainer Rickenbach
Ein Pistor-Elektrolastwagen mit Stickstoffkühlung. (Bild: Eveline Beerkircher (Rothenburg, 25. Juni 2015))

Ein Pistor-Elektrolastwagen mit Stickstoffkühlung. (Bild: Eveline Beerkircher (Rothenburg, 25. Juni 2015))

Rainer Rickenbach

Es passe nicht zur Firmenphilosophie der Genossenschaft Pistor, Waren von Grossverteilern zu vertreiben, sagt Pistor-Spreche­rin Andrea Fischer. Der Rothenburger Zulieferer von Food- und Nonfood-Produkten für Bäckereien sowie Gastrobetriebe habe darum seine Geschäftsbeziehung zu Hug als Lieferanten gekündigt, wie das Onlineportal «Zentralplus» gestern meldete.

Den Auftrag von Hug hatte Pistor schon auf Ende 2017 ausgesetzt. Grund dafür ist die Mehrheitsbeteiligung der Migros-Tochtergesellschaft Jowa am Hug-Grossbäckereibetrieb in der Littauer Grossmatte. Jowa gehört zu den Industriebetrieben der Migros, in ihrer AG sind alle Bäckereien des Grossverteilers zusammengefasst. Ebenfalls unter ihrem Dach befinden sich die rund hundert Hausbäckereien der grösseren Migros-Verkaufsstellen. Sie ist eine der grössten Bäckereien des Landes und hat ihren Sitz in Volketswil ZH.

Im Sommer des vergangenen Jahres wurde bekannt, dass Jowa die Aktienmehrheit des Hug-Bäckereibetriebes übernimmt (Ausgabe vom 19. Juni 2017). Die ­weiteren Tochtergesellschaften Retail (Läden und Cafés) und Wirzhaus (Gastronomie) blieben im Besitz der Familie Hug. Die Luzerner Traditionsbäckerei begründete das Zusammengehen mit Jowa mit dem starken Konsolidierungsprozess in der Branche. Vor diesem Hintergrund sei es wichtig, einen starken Partner an der Seite zu wissen.

Hug bleibt Kunde bei Pistor

«Pistor versteht sich als Ge­nossenschaft der gewerblichen Bäckereien, und Jowa steht als ­Industriebetrieb der Migros in ­direkter Konkurrenz zu ihnen», begründet Sprecherin Fischer auf Anfrage, warum der Auftrag von Jowa/Hug nicht zur Firmen­philosophie passe. Pistor wurde 1916 als Selbsthilfeorganisation der Bäckereien für Bäckereien aus der Taufe gehoben, rund die Hälfte des Umsatzes erwirtschaftet die Genossenschaft heute indes mit Gastronomiebetrieben. Bei Hug und bei Jowa will man sich grundsätzlich nicht zu Geschäftsbeziehungen äussern.

Dass Pistor den Vertrieb von Hug-Produkten einstellt, bedeutet aber nicht, dass es keine Geschäftsbeziehung zwischen den beiden Unternehmen mehr gibt. «Hug ist nach wie vor Kunde bei uns», sagt Fischer. Dass Pistor-Lastwagen nun ohne Hug-Produkte unterwegs sind, ist insofern brisant, weil zwischen der Familie Hug und Pistor eine enge Verbindung besteht. Der Familienbetrieb zählte zu den Mit­begründern von Pistor, und Paul Hug, Vater des heutigen Verwaltungsratspräsidenten Paul Philipp Hug, stand von 1992 bis 2007 dem Pistor-Verwaltungsrat als Präsident vor. Seither ist er Ehrenpräsident. Pistor-Sprecherin Fischer: «Wir pflegen nach wie vor gute Beziehungen zur Familie Hug. Pistor bedauert einfach den unternehmerischen Entscheid, einen Grossverteiler als Mehrheitsaktionär an Bord geholt zu haben.»

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