Ruag-Kadermann im Zwielicht

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Es ist der Stoff, aus dem Kriminalromane sind. Ein Kadermitglied der Ruag tut sich zusammen mit einem Banker und einem Waffenhändler. Über Jahre verkaufen sie Waffen aus dem Bestand der Ruag an die Leibgarde des russischen Präsidenten Wladimir Putin – unbemerkt, illegal und unter Bezahlung von Schmiergeldern. Am Donnerstag hat die Bundesanwaltschaft die Räumlichkeiten der Ruag durchsucht und ein Strafverfahren eröffnet.

Bei den drei Angeschuldigten handelt es sich um den Marketingleiter der Ruag-Munitionssparte Ammotec, den Filialleiter der Bank Julius Bär in Moskau sowie einen Zuger Waffenhändler. Wie der «Tages-Anzeiger» schreibt, waren die beiden Kaderleute von Ruag und Julius Bär bereits früher in fragwürdige Deals verstrickt.

Vor allem in Bezug auf den Marketingleiter der Ruag wirft dies Fragen auf. Ruag-Chef Urs Breitmeier hatte am Freitag an der Medienkonferenz beteuert, dass der angeschuldigte Mitarbeiter sorgfältig überprüft worden sei, als er sein Amt antrat. Nun schreibt die Zeitung in dem Bericht, dass der Mann vor seinem Engagement bei der Ruag Mitbesitzer und Verwaltungsrat einer amerikanischen Putzschwammfirma war, die ihren Aktienkurs widerrechtlich aufgebläht hatte. Ein Partner des beschuldigten Ruag-Mitarbeiters wurde deswegen zu drei Jahren Gefängnis verurteilt. (rob)