Pharmaindustrie
Rückzug bei Lonza

Der designierte Vasella Nachfolger bei Novartis, Jörg Reinhardt, dürfte auf sein Verwaltungsratsmandat bei Lonza verzichen.

Von Roman Seiler
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Pharmamanager Jörg Reinhardt

Pharmamanager Jörg Reinhardt

Der Entscheid fällt wohl am 5. März. Dann tagt der Verwaltungsrat (VR) des Spezialitätenchemie-Herstellers Lonza. Im Verlauf dieser Sitzung dürfte Jörg Reinhardt (57) mitteilen, dass er sein VR-Mandat abgibt. Er wollte sich gestern auf Anfrage «Der Nordwestschweiz» dazu nicht äussern.

Der in Homburg geborene Saarländer soll anfangs August das VR-Präsidium von Novartis übernehmen. Gewählt wird er morgen von der Generalversammlung der St. Jakobshalle in Basel. Reinhardt kennt Novartis bestens: 1982 stieg er nach seinem Pharmazie-Studium bei Sandoz ein. 2008 wurde er zum Chief Operating Officer befördert. War also faktisch die Nummer 2 der Konzernleitung. Nach der Beförderung von Joseph Jimenez zum Konzernchef wechselte Reinhardt 2010 zum deutschen Pharmakonzern Bayer. Dort führt er die Gesundheitssparte.

Im vergangenen Frühling liess sich Reinhardt in den Verwaltungsrat (VR) von Lonza wählen. Dieses Mandat ist mit seiner neuen Funktion bei Novartis kaum vereinbar. So führt Lonza ein Forschungsprojekt für Teva durch. Die beiden Firmen sind strategische Partner. Teva stellt wie Novartis Generika her, kostengünstige Kopien patentabgelaufener Medikamente. Bliebe Reinhardt im Lonza-VR, könnte es zu Interesssenkonflikten kommen. Zumindest müsste er öfters in den Ausstand treten.

Novartis Ruf in Fragen der guten Geschaftsführung hat unter Vasella gelitten. Gibt Reinhardt sein Mandat bei Lonza auf, setzt er diesbezüglich ein wichtiges Signal. Es wäre ein weiser Entscheid – für alle Beteiligten.