Stromstopp

Russland stoppt Stromlieferungen an Nachbarland Weissrussland

Wegen nicht bezahlter Rechnungen hat Russland seine Stromlieferungen an das wirtschaftlich stark angeschlagene Weissrussland erneut gestoppt. Die Versorgung wurde um Mitternacht eingestellt.

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Der seit 17 Jahren amtierende weissrussische Präsident Lukaschenko (Archiv)

Der seit 17 Jahren amtierende weissrussische Präsident Lukaschenko (Archiv)

Keystone

"Sobald das Geld überwiesen ist, werden wir die Lieferung binnen 24 Stunden wiederaufnehmen", sagte ein Sprecher des russischen Stromversorgers InterRao am späten Dienstagabend. InterRao hatte Minsk zuvor ein Ultimatum gestellt, zumindest einen Teil seiner Schulden zu bezahlen.

Schon Anfang Juni hatte Russland die Stromversorgung für einige Tage unterbrochen. Damals beliefen sich die Zahlungsrückstände auf umgerechnet 37 Millionen Euro.

Die gekappten Stromlieferungen dürften sich in Weissrussland kaum bemerkbar machen, da das Land den Grossteil seiner Elektrizität im eigenen Land produziert und nur zehn Prozent des Energiebedarfs mit Strom aus dem Nachbarland deckt.

Allerdings ist der Streit der beiden Länder ein weiteres Indiz dafür, dass Weissrussland derzeit mit der schwersten Wirtschaftskrise seit dem Amtsantritt von Präsident Alexander Lukaschenko vor 17 Jahren zu kämpfen hat.