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SACHSELN: Möbel aufbauen ohne Werkzeug

Die Reinhard AG hat mit einer neuen Verbindungstechnik die Möbelwelt revolutioniert. Die lukrative Innovation hat sie sich europaweit patentieren lassen.
Hans-Peter Hoeren
Auch ohne Leim und Schrauben stabil: Hans-Melk Reinhard (links), Mitglied der Geschäftsleitung der Reinhard AG, und Pascal Bühler vom Verkauf Schweiz begutachten eines ihrer Designmöbel. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ)

Auch ohne Leim und Schrauben stabil: Hans-Melk Reinhard (links), Mitglied der Geschäftsleitung der Reinhard AG, und Pascal Bühler vom Verkauf Schweiz begutachten eines ihrer Designmöbel. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ)

Früher wurden in der Werkstatt der heutigen Reinhard AG Wagenräder, Schlitten und Waschbretter gefertigt. Als kleine Wagnerei hat die Obwaldner Traditionsfirma vor über 110 Jahren begonnen. Der kleine Handwerksbetrieb hat sich zu einem renommierten Schweizer Möbelhersteller mit eigener Holz- und Metallfertigung weiterentwickelt. Am Hauptsitz in Sachseln und dem Zweitstandort in Dagmersellen beschäftigt die Familien-AG heute gesamthaft rund 120 Mitarbeiter.

40 Prozent gehen in den Export

Produkt-Innovationen sind der eigentliche Treiber hinter der Entwicklung des Unternehmens. «Wir mussten uns immer wieder neu erfinden», sagt Mark-Anton Reinhard (52). Zusammen mit seinem Bruder Hans-Melk Reinhard führt er das Familienunternehmen in der mittlerweile vierten Generation. Der Betrieb fertigt Möbel für die Bereiche Wohnen und Arbeiten. Dabei profitiert das Unternehmen von seinen Kompetenzen in der Metall- und in der Holzverarbeitung. Rund 60 Prozent der Produktion werden in der Schweiz abgesetzt, der Rest exportiert, vor allem in die europäischen Nachbarländer, aber auch darüber hinaus.

«Als Schweizer Hersteller sind wir besonders gefordert, um international wettbewerbsfähig zu sein», sagt Mark-Anton Reinhard. Der Kostennachteil könne einzig über einen Mehrwert kompensiert werden. Sprich ein attraktives Design, eine besondere Funktionalität, Schweizer Qualität, Zuverlässigkeit oder auch die Verwendung nachhaltiger Rohstoffe. Das sind auch Merkmale der neu geschaffenen Qualitätsmarke Formfarm.

Neuartige Verbindungstechnik

Gemeinsam mit dem Designer Benjamin Gugelberger hat das Unternehmen eine neuartige Verbindungstechnik entwickelt. Diese erlaubt es, Wohn- und Büromöbel ohne Werkzeug mühelos auf-, an- und umzubauen. Die Anwendung basiert auf dem Prinzip einer einfachen Verbindungstechnik. Grundlage ist eine modulartig aufgebaute Skelettstruktur in Aluminium, die beliebig mit Flächen und Funktionen bestückt werden kann. «Einzigartig sind die Technik und die Variabilität, die ein individuelles und bedürfnisgerechtes Möbel gestalten lassen», sagt Mark-Anton Reinhard. Die Entwicklung bis zur Produktvollendung hat insgesamt drei Jahre gedauert.

Das Herzstück der Innovation, die Verbindungstechnik, basiert auf zwei europäisch hinterlegten Patenten. «Selbst die Automobilindustrie nutzt heute einen Teil der Basisidee dieses Verbindungsprinzips» sagt Reinhard. Das neue System wurde bereits erfolgreich im Markt eingeführt und hat auch auf renommierten Fachmessen in Köln und Mailand eine grosse Resonanz gefunden. Die Marke ist in einem hohen Qualitätssegment positioniert und bei ausgewählten Fach- und Designmöbelhändlern erhältlich. Formfarm ist Resultat einer bewusst angestrebten Differenzierungsstrategie der Reinhard AG, sie unterscheidet sich von der restlichen Kollektion und erschliesst dem Unternehmen dadurch den Zugang zu neuen Märkten.

Fertigung gleicht einer Manufaktur

Die einzelnen Komponenten des Möbelsystems werden an teils selbst entwickelten und an hoch technisierten CNC-Maschinen in Sachseln gefertigt. «Die Endfertigung gleicht der in einer Manufaktur. Unser Ziel ist es, dass sich die Linie am Markt aus eigener Kraft etabliert», erklärt Reinhard. Dabei gelte es auch, das Augenmass für eine kontinuierliche und beherrschbare Entwicklung zu bewahren. Die Offertanfrage einer grossen Universitätsbibliothek nahm man beispielsweise zum sportlichen Anlass, sich weiterzuentwickeln und dazuzulernen, obwohl die Realisierung aus zeitlichen und Kapazitätsgründen ausser Reichweite lag.

Dank kundenspezifischen Anforderungen und der Auseinandersetzung mit dem dynamischen Marktumfeld entwickelt die Reinhard AG ihr Produktsortiment kontinuierlich weiter. Mark-Anton Reinhard hat deshalb auch ein sehr geerdetes Verhältnis zum Thema Innovation. «Innovation fängt beim einzelnen Mitarbeiter an», sagt er. Ein motivierter Mitarbeiter, der sich mit seiner Tätigkeit identifiziere und auseinandersetze, sei einer der wichtigsten Ausgangspunkte für Innovationen im Betrieb.

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