Glosse
Salzkorn

Warum Weihnachtsbeleuchtung im Frühling an Tagen wie diesen herzerwärmend ist.

Thomas Griesser Kym
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Es soll ja Leute geben, die sind in den vergangenen zweieinhalb Wochen öfter spazieren gegangen als im ganzen letzten Jahr. Was soll man auch anderes tun, wenn alle Restaurants, Kleiderboutiquen und Freizeiteinrichtungen geschlossen sind und das Virus den Gang ins Homeoffice erzwungen hat.

Auch wir sind dieser Tage häufiger zu Fuss unterwegs. So auch neulich an einem Abend. Es hatte schon eingedunkelt, als wir unverhofft ein Haus passierten, an dessen Balkon entlang eine Lichterkette sachte im Wind schaukelte. Da hatte also jemand frühzeitig seine Weihnachtsbeleuchtung aus dem Keller gekramt oder sie seit dem letzten Christfest einfach hängen lassen.

Und da fiel es uns erst so richtig auf. Die Stille in den Strassen, die hell erleuchteten Fenster reihum. Ganz nach der bundesrätlichen Devise: Bleiben Sie zu Hause! Für einen Moment breitete sich eine wohlige Wärme aus, wie es sie nur Weihnachten zu erzeugen vermag. Auf dieses Gefühl Ende Jahr freuen wir uns schon heute. Vorher aber wünschen wir schon jetzt: frohe Ostern.