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Interview

Deshalb gibt Samih Sawiris die
Mehrheit am Projekt in Andermatt ab

Bei Andermatt Swiss Alps hat Orascom bald wieder die Aktienmehrheit. Investor Samih Sawiris erklärt, weshalb er die Mehrheit abgibt und wieso er kein Zahlenmensch ist.
Rainer Rickenbach
Der Ägyptische Investor Samih Sawiris möchte die Mehrheit am Projekt in Andermatt wieder abgeben (Archivbild). (Bild: KEYSTONE/URS FLUEELER)

Der Ägyptische Investor Samih Sawiris möchte die Mehrheit am Projekt in Andermatt wieder abgeben (Archivbild). (Bild: KEYSTONE/URS FLUEELER)

Samih Sawiris, Sie geben die Mehrheit des Aktienkapitals von Andermatt Swiss Alps an Ihren Tourismus- und Immobilienkonzern Orascom ab. Welche Absicht steckt dahinter?

Wir verfolgen das Ziel, Orascom international möglichst breit abzustützen. Wenn das Unternehmen auch Mehrheitsaktionär von Andermatt Swiss Alps wird, wächst seine Verankerung ausserhalb des ägyptischen Heimmarktes. Damit kommt es mit seiner Strategie einen Schritt weiter.

Sie hatten vor sechs Jahren die Mehrheit in Andermatt übernommen. Die Rückkehr des Feriendorfprojektes zu Orascom fällt zeitlich mit der Eröffnung der Skiarena Andermatt-Sedrun und des Hotels Radisson Blu zusammen.

Das ist natürlich kein Zufall. Andermatt entwickelt sich gut. Es ist nun nicht mehr nur ein Projekt, sondern eine Destination, welche die kritische Grösse erreicht hat. Für die nächste Entwicklungsphase bin ich aber nicht mehr der richtige Mann. Dafür braucht es Leute, die sich intensiv um die Zahlen kümmern und das Vorhaben mit straffer Führung vorantreiben. Denn sie müssen in der Lage sein, es zu einem nachhaltigen finanziellen Erfolg zu führen. So etwas liegt mir weniger. Ich habe Ideen und Visionen. Diese im Tagesgeschäft umsetzen können andere besser.

Eine Ihrer Ideen ist die Konzerthalle. Sie wird nun grösser als ursprünglich geplant und scheint sich zur Ihrer persönlichen Herzensangelegenheit entwickelt zu haben.

Das ist sie, und das bleibt sie auch. Auch wenn bald nicht mehr ich, sondern Orascom die Aktienmehrheit hat, bleibe ich natürlich weiterhin in die Entwicklung von Andermatt eingebunden.

Wie ist der Start in die Wintersaison geglückt?

Wir sind extrem zufrieden. Das neue, erweiterte Skigebiet kommt bei den Wintersportlern sehr gut an. Die Bahnfrequenzen sind in den ersten Wochen der Saison um mehr als 70 Prozent gestiegen, und die Hotels waren über die Festtage ausgebucht. Die grosse Nachfrage macht deutlich, dass weitere Hotel­zimmer und Ferienwohnungen im schneesicheren Andermatt einem Bedürfnis entgegenkommen. Es ist schön zu sehen, wie sich die hohen Investitionen zu lohnen beginnen.

Wie viel wurde in Andermatt bislang investiert?

In die Erweiterung und Modernisierung des Skigebietes flossen rund 160 Millionen Franken. In das ganze Projekt wurde bislang eine Milliarde Franken investiert. Das ist viel Geld. Über 600 Millionen Franken davon kamen von Swiss Alps Andermatt, rund 400 Millionen Franken von den Käufern.

Waren Sie selber schon auf den neuen Skipisten unterwegs?

Im Februar wird meine Familie Ferien in Andermatt verbringen und zum ersten Mal auf Skiern die neue Pistenlandschaft bis Sedrun erkunden.

Sawiris verliert rund 18 Millionen Franken

Die Immobilien- und Tourismusgesellschaft Orascom kauft von Hauptaktionär und Verwaltungsratspräsident Samih Sawiris 1 Prozent plus eine Aktie zurück. Sie übernimmt damit im Verlauf der nächsten beiden Jahre eine Mehrheit an der Gesellschaft Andermatt Swiss Alps. Der ägyptische Investor hatte im Jahr 2013 seine Kredite in Eigenkapital von Andermatt Swiss Alps umgewandelt und damit eine Mehrheit von 51 Prozent an der Gesellschaft übernommen. «Wir haben diese schwierigen Zeiten nun zum Glück hinter uns gelassen», sagte Samih Sawiris an einem Medientermin in Zürich. Schuldenerlass als Bedingung Als Vorbedingung wird Sawiris der Andermatter Gesellschaft Schulden in Höhe von 150 Millionen Franken erlassen. «Da ich weiterhin fast zur Hälfte an Andermatt Swiss Alps halten werde und zudem Hauptaktionär von Orascom bin, ist der Verlust für mich nicht so gravierend», sagte der ägyptische Investor weiter. Seinen persönlichen Verlust durch den Schuldenerlass bezifferte er auf 18 Millionen Franken. Der Wert für den Anteil an Andermatt Swiss Alps, den Oras­com übernehmen wird, ist auf 3,2 Millionen Franken veranschlagt. Laut Orascom-Chef Khaled Bichara basieren die Konditionen auf einem unabhängigen Bewertungsgutachten. Für Orascom, das neben dem Heimmarkt Ägypten auch bei Projekten in Oman und Montenegro engagiert ist, bedeute die volle Konsolidierung von Andermatt Swiss Alps eine weitere geografische Diversifikation, erläuterte Bichara. Er gab sich zuversichtlich, dass Andermatt schon bald einen Beitrag zu Umsatz und Gewinnentwicklung leisten könne. Die Zahlen für das vergangene Geschäftsjahr veröffentlicht Orascom am 9. April. 2017 hatte das Unternehmen zwar einen Verlust von 40 Millionen Franken geschrieben, dabei aber erstmals seit Jahren wieder einen positiven Cashflow (19 Millionen Franken) erzielt.

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