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Roche avisiert eine Übernahme in den
USA und kassiert eine Sammelklage

Der Basler Pharmakonzern beabsichtigt die US-Firma Spark zu kaufen. Dabei hat er die Rechnung ohne deren Aktionäre gemacht. Diese reichten eine Klage ein – Roche erhalte Spark zu einem Schnäppchenpreis.
Andreas Möckli
Klagen verzögern die Übernahme von Sparks durch Roche. (Bild: Stefan Wermuth/Bloomberg, Basel, 26. April 2018)

Klagen verzögern die Übernahme von Sparks durch Roche. (Bild: Stefan Wermuth/Bloomberg, Basel, 26. April 2018)

Der Schweizer Pharmakonzern Roche will die US-Biotechfirma Spark für insgesamt 4,8 Milliarden Dollar kaufen. Dies gab ­Roche bereits Ende Februar bekannt. Mit dem Deal wollen die Basler Zugriff auf neue Gentherapien gegen seltene Krankheiten erlangen, wie etwa Muskelschwund bei Kleinkindern. Nun steht das Unternehmen allerdings vor einem Problem.

Mehrere Aktionäre von Spark verklagen das eigene Unternehmen. Der Grund: Spark habe wichtige Informationen unterschlagen, um die Firma im Rahmen der Roche-Übernahme fair zu bewerten. Das Angebot von Roche sei mit Blick auf die guten Wachstumsaussichten von Spark ungenügend. Oder noch deutlicher: «Roche kauft sich die Zukunft der Gentherapien für ein Schnäppchen.»

Wesentliche Informationen seien unterschlagen worden

Insgesamt sind bei einem Bezirksgericht im US-Bundesstaat Delaware drei verschiedene Klagen eingegangen, zwei davon sind als Sammelklagen angelegt, wie Pflichtmeldungen bei der US-Börsenaufsicht SEC zeigen. Inhaltlich unterscheiden sich die Klagen kaum. Laut dem amerikanischen Gesetz ist Spark verpflichtet, den Aktionären in einem Empfehlungsschreiben zu begründen, weshalb das gemachte Angebot von Roche die eigene Firma fair bewertet. In diesem Schreiben habe Spark wesentliche Informationen weggelassen, argumentieren die Kläger.

Dabei geht es um die Berechnung des freien Geldflusses, der für die Bewertung einer Firma eine wichtige Messgrösse ist. Es sei schwer nachvollziehbar, wie diese Kennzahl ermittelt worden sei. So habe Spark etwa Angaben zum operativen Betriebsgewinn, der Höhe der Investitionen oder den Ausgaben für Steuern unterschlagen. Zudem fehle die Bilanzierung der aktienbasierten Boni, was im Falle von Spark ein bedeutender Ausgabenposten sei. Dieser habe im vergangenen Jahr immerhin 48,6 Millionen Dollar betragen. Dies bei einem Jahresverlust von knapp 79 Millionen Dollar.

Firmen schweigen zu Klagen

Schliesslich kritisieren die Kläger die Bilanzierungsmethoden von Spark grundsätzlich. Die Firma sei von den allgemein anerkannten Rechnungslegungsgrundsätzen namens GAAP abgewichen. Wenn das ein Unternehmen tue, so sei dieses verpflichtet, alle Informationen offenzulegen, damit die eigenen Bilanzierungsmethoden nicht irreführend seien. Dies habe auch die US-Börsenaufsicht SEC wiederholt betont und die Unternehmen entsprechend gemahnt. Spark müsse daher Zahlen liefern, damit die Aktionäre den Unterschied zwischen den anerkannten und eigenen Bilanzierungsregeln nachvollziehen könnten, fordern die Kläger.

Spark habe damit in drei ­Fällen das US-Börsengesetz verletzt. Sollte Roche die Übernahme durchziehen, müsse diese wieder rückgängig gemacht werden oder die Aktionäre müssten entschädigt werden. Eine konkrete Summe nennen die Kläger jedoch nicht. Weder Spark noch Roche wollten auf Anfrage Stellung zu den Klagen nehmen.

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