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SAN FRANCISCO: Apple dürfte neue iPhones und TV-Box zeigen

Rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft dürfte Apple am Mittwoch neue iPhone-Modelle vorstellen. Laut Medienberichten wird dabei neue Technik in die aktuelle Gehäuseform gepackt.
Das Telefon ist für Apple das wichtigste Produkt, das inzwischen mehr als 60 Prozent des gesamte Apple-Geschäfts ausmacht. Auf dem Bild: Apple-CEO Tim präsentiert vor einem Jahr die neuen Geräte. (Bild: Epa / Monica Davey)

Das Telefon ist für Apple das wichtigste Produkt, das inzwischen mehr als 60 Prozent des gesamte Apple-Geschäfts ausmacht. Auf dem Bild: Apple-CEO Tim präsentiert vor einem Jahr die neuen Geräte. (Bild: Epa / Monica Davey)

September ist die Saison für neue iPhones. Apple selbst sagt zwar wie immer kein Wort, um was bei der Neuheitenpräsentation am Mittwoch gehen soll. Doch die Erwartungen von Branchenbeobachtern sind klar: Es wird ein neues Modell geben, das verbesserte Technik ins Gehäuse des aktuellen iPhone 6 und der grösseren Variante iPhone 6 plus bringt.

Darüber hinaus wird eine neue Version der Fernsehbox Apple TV sowie - vielleicht - auch ein neues grösseres iPad-Tablet, über das schon länger spekuliert wird, erwartet.

Doch dem iPhone gehört das Hauptaugenmerk vor dem Event in San Francisco. Das Telefon ist für Apple das wichtigste Produkt, das inzwischen mehr als 60 Prozent des gesamte Apple-Geschäfts ausmacht. Es ist auch die Geldmaschine, die für den Grossteil der Milliardengewinne sorgt. Deshalb steht mit jedem iPhone-Modell viel auf dem Spiel: Versagt eine Neuauflage beim Kunden, würde dies Apple mitten ins Mark treffen.

Display erkennt Stärke des Drucks

Nach Informationen des Blogs «9to5Mac», das bei seinen Vorabinformationen zu Apple-Geräten bisher eine bemerkenswert hohe Trefferquote hatte, bekommt das Modell mit dem voraussichtlichen Namen iPhone 6S wie gewohnt leistungsstärkere Chips und eine bessere Kamera. Sie solle eine Auflösung von 12 Megapixeln haben und auch Video in Ultra-HD-Qualität aufnehmen können. Das Display soll - wie bei Apples Computer-Uhr - auch die Stärke des Drucks erkennen können. Das bietet neue Bedienmöglichkeiten.

Die Messlatte für Apple hängt diesmal hoch. Vor einem Jahr sorgten die beiden neuen Modelle mit erstmals deutlich grösseren Bildschirmen im Weihnachtsgeschäft für einen Absatzsprung von 46 Prozent auf rund 74,5 Millionen Geräte.

Analysten diskutieren darüber, wie stark der Effekt der grossen Displays noch ist. Konzernchef Tim Cook betont, Apple sehe nach wie vor eine hohe Wechselbereitschaft von Nutzern des konkurrierenden Google-Betriebssystems Android.

China ist Schlüsselmarkt

Eine entscheidende Rolle für den Erfolg der neuen iPhones dürfte China spielen. In dem von Finanzmarktturbulenzen erfassten Riesenmarkt machte Apple im vergangenen Quartal mehr als ein Viertel seines Geschäfts. Cook griff vor wenigen Wochen zu dem ungewöhnlichen Schritt, in einer E-Mail an den amerikanischen TV-Börsenexperten Jim Cramer das iPhone-Geschäft in China für sehr robust zu erklären.

«Apple ist es gelungen, in China das Premium-Segment zu erweitern», sagt Analyst Ranjit Atwal vom IT-Marktforscher Gartner. «Viele Leute haben sich erstmals entschlossen, 700 oder 800 Dollar für ein Smartphone auszugeben, mehr als wir erwartet haben.» Im Gegenzug behielten die Nutzer ihre aktuellen Android-Geräte länger als sonst, während sie sich ein iPhone zusammensparten.

Apple TV auch für Games

Die zweite wahrscheinliche Ankündigung des Tages, ein neues Apple TV, gerät zwar angesichts der Bedeutung des iPhone zwar etwas in den Hintergrund, könnte für das künftige Geschäft des Konzerns aber von grosser Bedeutung sein. Über die kleine schwarze Box, die an den Fernseher angeschlossen wird, kann man bisher Videoinhalte und Musik aus Apples iTunes-Plattform abrufen sowie ausgewählte Streaming-Dienste wie Netflix oder Watchever nutzen.

Apple legt dabei fest, welche Anbieter zum Zuge kommen. Laut Medienberichten öffnet der Konzern dieses System: Das Apple TV soll einen App Store bekommen und damit in der neuen Version auch für Spiele nutzbar sein.

Auf die Spiele wolle Apple bei der Vorstellung des Geräts einen besonderen Schwerpunkt legen, berichtete die «New York Times» am Wochenende unter Berufung auf informierte Personen. Es wäre die erste Aktualisierung des Geräts in drei Jahren.

Apple war unter den Vorreitern bei den Settop-Boxen, die Internetinhalte auf den Fernseher bringen, inzwischen sind auch Rivalen wie Amazon und Google mit eigenen Geräten auf dem Markt, die ebenfalls Spiele bieten. Die Marktposition der Spielekonsolen wie Playstation oder Xbox hat das bisher nicht erschüttern können.

Noch kein Onlinedienst, vielleicht ein iPad Pro

Lange wurde spekuliert, dass zum neuen Apple TV es in den USA auch gleich einen Onlindienst geben werde, der die Fernsehprogramme auf das Gerät bringt. Doch laut Medienberichten laufen die jahrelangen Verhandlungen mit den Sendern immer noch, mit einem Start sei nicht vor dem kommenden Jahr zu rechnen.

Auch die Ultra-HD-Auflösung werde das neue Apple TV noch nicht unterstützen, schrieb «9to5Mac». Dafür werde man es per Siri-Sprachsteuerung bedienen können.

Widersprüchliche Berichte gab es auch dazu, ob Apple schon jetzt oder erst im Oktober ein grösseres «iPad Pro» vorstellen wolle. Das Gerät, das laut Medienberichten eine Display-Diagonale von 12,9 Zoll (knapp 32,8 cm) bekommt, soll vor allem auf das Geschäft mit Unternehmen zielen und den zuletzt schwächelnden Absatz des Apple-Tablets ankurbeln.

Der Apple-Event zur Präsentation der neuen Produkte wird dieses Jahr an einem deutlich grösseren Veranstaltungsort als sonst stattfinden. Das Bill Graham Civic Auditorium hat aber schon eine gewisse Apple-Tradition: Hier wurde 1977 bei einer Messe der Computer Apple II vorgestellt - das erste kommerziell erfolgreiche Gerät des Unternehmens.

sda

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