Sihltal-Zürich-Uetlibergbahn
Sanierung einer Visitenkarte Zürichs

Die Sihltal-Zürich-Uetlibergbahn auf dem Uetliberg soll modernisiert werden. Bauherr ist Uto-Kulm-Hotelbesitzer Giusep Fry – falls das Projekt bewilligt wird.

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Sihltal-Zürich-Uetlibergbahn

Sihltal-Zürich-Uetlibergbahn

Anzeiger aus dem Bezirk Affoltern

Von Martin Platter

Etwa vier Millionen Franken würde Pächter Giusep Fry in das Projekt investieren, das am Donnerstagmorgen den Medien vor Ort im Restaurant «Gmüetliberg» vorgestellt wurde. Es geht hauptsächlich um das 1940 erneuerte, zweigeschossige SZU-Stationsgebäude, das sich konstruktiv und bezüglich Installationen in einem desolaten Zustand befindet. Der frühere Bahnschalter, das Stationsbüro, der Warte- und die Bahnpersonalräume haben weitgehend ausgedient.

Das Hauptgebäude mit Restaurant und Wohnbereich entstand in seiner heutigen Form anlässlich eines grösseren Umbaus 1970/71 und wurde 1995 zuletzt unter der Ägide der SZU aufgefrischt. Die betrieblichen Abläufe für den Gastronomiebetrieb sind umständlich und nicht mehr zeitgemäss. Zudem erlaubt die gesamte Anlage, inklusive der Perron der SZU, keine behindertengerechte Nutzung.

Abriss abgelehnt

Wegen des grossen Sanierungsbedarfs ersuchte Frys Architekt Thomas Wyss 2008 beim Kanton um eine Abrissbewilligung, was ihm aber verwehrt wurde mit dem Hinweis auf (Landwirtschafts-) Zone und kleine Waldabstände. So habe man einen bestmöglichen Kompromiss zwischen Sanierung und Neubau finden müssen, führte Wyss aus.

Bei gleich bleibender Volumetrie wird der derzeit separat stehende Kiosk ins frühere Stationshaus integriert und um ein Bistro für die auf den Zug wartenden Gäste erweitert. Im mittleren Teil des Parterres, das teilweise unterkellert wird, um Lagerräume für Restaurant und Haustechnik zu erhalten, werden neue, behindertengerechte Toiletten eingebaut und ein Souvenirshop. Der hintere Teil des Gebäudes mit Küche, Restaurant, Saal, Windergarten und Infrastrukturräumen für den Gastrobetrieb bleibt bestehen und wird saniert.

Neue Raumaufteilung

Im ersten Stock bleiben die Zimmer für die Angestellten. Die Raumaufteilung wird jedoch geändert und jedes Zimmer mit Dusche und WCs ausgestattet. Im zweiten Obergeschoss entstehen neue Räume für die Bediensteten.

Grundlegend erneuert wird die Haustechnik. Anstelle von Öl sollen eine Wärmepumpe und Sonnenkollektoren das Wasser aufheizen. Den Strom dazu liefern Photovoltaikstreifen auf den Flachdächern. Die neuen Lüftungsanlagen werden zudem mit Wärmerückgewinnung versehen.

Voraussetzung sei nun die Baubewilligung des Kantons, da das Gebäude in der Landwirtschaftszone der Gemeinde Stallikon stehe, erklärte Wyss. Er und Fry hoffen, dass mit dem Umbau zeitgleich mit Anpassungen der SZU in 18 bis 24 Monaten begonnen werden kann. Diese will im Bahnhofsbereich der Endstation die Geleise um 30 bis 40 Zentimeter absenken, damit Rollstühle und Kinderwagen vom Perron aus ohne Niveauunterschied in die neuen Niederflurzüge rollen können, die ab 2013 verkehren.

Für Fry wäre es unverständlich, wenn er mit dem Projekt abblitzen würde. Schliesslich sei die SZU-Endstation so etwas wie eine «Visitenkarte für Zürich.» Käme der Umbau zustande, könnte er sich vorstellen, die Liegenschaft von der SZU zu kaufen. Die wiederum bräuchte das Geld für ihre Pensionskasse und tritt deshalb nicht selber als Bauherrin auf. Im kommenden Jahr wird entschieden, wie es weitergeht. Dann läuft Frys Pachtvertrag mit der SZU aus.