SARNEN: Toni Bucher verlässt Baufirma Eberli

Eberli-Verwaltungsratspräsident Toni Bucher tritt beruflich kürzer. Er scheidet Ende Jahr aus dem Verwaltungsrat des Baugeschäfts aus. Für zwei Sportstätten bleibt er aber verantwortlich.

Rainer Rickenbach
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Auf dem Sprung: Toni Bucher (61), Verwaltungsratspräsident der Baufirma Eberli. (Bild: Keystone)

Auf dem Sprung: Toni Bucher (61), Verwaltungsratspräsident der Baufirma Eberli. (Bild: Keystone)

Toni Bucher verlässt die Sarner Baufirma Eberli Ende Jahr. Der Zeitpunkt seines Rücktritts sei gut, sagt er. «Für wichtige Grossprojekte sind die Weichen gestellt, oder sie sind sogar bereits abgeschlossen», so Bucher. Was er damit meint: Schon seit einigen Jahren ist das Hotel Frutt Lodge auf der Melchsee-Frutt in Betrieb, die Bauarbeiten für das Hotel Titlis Palace in Engelberg sind im Gang, und die Planung für die Totalsanierung des Luzerner Luxushotels Palace ist abgeschlossen. Die Baubewilligungen liegen vor, im November nehmen die Bauarbeiter den Umbau des «Palace» in Angriff.

Die drei Hotels gehören zur First Swiss Hotel Collection des chinesischen Investors Yunfeng Gao, dessen Familie im Sommer von China in die Schweiz übergesiedelt ist. Gao investiert mehr als 200 Millionen Franken in die Hotelumbauten von Engelberg und Luzern. Bucher war wesentlich am Aufbau der Hotelkette im gehobenen Segment beteiligt. Er riss die Projekte an, führte Kaufverhandlungen mit den vormaligen Besitzern und war der Ansprechpartner für die Bewilligungsbehörden. Wer nun seine Rolle an der Seite von Gao übernimmt, ist noch nicht klar. Der Verwaltungsrat der Eberli Sarnen AG werde sich an seiner nächsten Sitzung neu konstituieren, heisst es in einer Mitteilung des Bau- und Immobilienunternehmens. Für das Tagesgeschäft bei Eberli bleibt CEO Alain Grossenbacher verantwortlich. Bucher stiess 1999 zu Eberli, war von 2002 bis 2015 CEO und danach Verwaltungsratspräsident. Yunfeng Gao gehört ebenfalls dem Aufsichtsgremium des Sarner Baugeschäfts an. Der Chinese besitzt 28 Prozent der Unternehmensanteile. Buchers 25 Prozent gehen an die Firma zurück und sollen danach an interessierte Mitarbeitende verkauft werden.

«Ich bin auch künftig in den von mir lancierten Hotels anzutreffen – allerdings nur noch in der Rolle des Geniessers», so Bucher. Ein paar Projekte betreut er freilich nach dem Rücktritt bei Eberli weiter. So bleibt er Verwaltungsrat der Stadion Luzern AG, der Besitzerin der Swisspor-Arena.

Auch für die Pilatus-Arena in Kriens wird er zuständig bleiben. Geplant sind beim Mattenhof ein Hochhaus und eine Sport- und Eventhalle mit 4000 Plätzen. Als Sportart soll in der Halle der Handball im Vordergrund stehen. Eberli stemmt das Projekt zusammen mit der Helvetia-Versicherung als Co-Investorin. Die Gesamtkosten belaufen sich auf über 200 Millionen Franken, Baubeginn dürfte in zwei oder drei Jahren sein. Die Sonnenrain AG wird ebenfalls wie bis anhin von Bucher geführt. Bei ihr handelt es sich um eine Gesellschaft mit Personen, die in Baugrundstücke und -projekte investieren.

Rainer Rickenbach