«Schattenbericht» zu Glencore

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Präsentation Wie nachhaltig operiert der Rohstoffkonzern Glencore in anderen Ländern? Diese Frage führt immer wieder zu Diskussionen. Heute Abend um 19.30 Uhr wird, veranstaltet von Multiwatch und der Arbeitsgruppe Schweiz-Kolumbien, im Doku-Zug ein sogenannter Schattenbericht, ein «Nach­haltigkeitsbericht aus Sicht der ­Betroffenen», vorgestellt. Dieser soll ein Kontrast zum Nachhaltigkeitsbericht von Glencore sein, den die Autoren des Schatten­berichts, ein Netzwerk namens Red Sombra aus verschiedenen NGO aus Lateinamerika und Europa, unvollständig, selektiv und widersprüchlich nennen.

Die wirklichen Auswirkungen des Bergbaus, die negativen Konsequenzen der Operationen auf die betroffenen Gemeinschaften und auf die Regierung würden dort nicht offengelegt werden. Genau zu dieser Offenlegung soll der Schattenbericht nun führen. Dessen Basis sind neun «minutiös» dokumentierte Fälle zu den Themen Steuer, Zahlungstransparenz, Umwelt, Wasser und Luft aus vier südamerikanischen Ländern.

Bergbaugelände sei Gefangenenlager

Aus der Zusammenfassung des Berichts, welche im Voraus versendet wurde, geht hervor, dass Glencore vorgeworfen wird, in Bolivien durch seine Aktivitäten den Trinkwassermangel der lokalen Bevölkerung zu fördern. Ausserdem weise das Verfahren für die geplante Schliessung einer Mine in Argentinien erhebliche Mängel auf. Des Weiteren sei das Bergbaugelände einer Glencore-Tochter in Peru von der Polizei als illegales Gefangenenlager genutzt worden, wo Menschen physisch wie auch psychisch misshandelt worden seien. An der Präsentation des Berichtes werden zwei der Autoren, Limbert Sanchez Choque, Leiter der NGO «Centro de Ecología y Pueblos Andinos – CEPA» in Oruro, Bolivien, und Jaime Cesar Borda, Leiter der NGO «Derechos Humanos sin Fronteras» in Cusco, persönlich anwesend sein.

Glencore-Sprecher Charles Watenphul schreibt zum Bericht, dass dieser unbegründete, unbelegte Vorwürfe und irreführende Aussagen enthalte, zu denen Glencore mehrheitlich schon Stellung bezogen hätte, was nachgelesen werden könnte. Das Unternehmen glaube an die Wichtigkeit von konstruktivem Engagement und Dialog mit allen Teilhabern und rufe die Autoren und Unterstützer des Berichtes auf, sich im konstruktiven Dialog mit Glencore in der Schweiz oder in Südamerika zu engagieren. Es sei schade, dass man während der fünfjährigen Erstellungszeit des Berichts nie für einen Kommentar, einen Input oder dergleichen angefragt worden sei.

 

Christopher Gilb

christopher.gilb@zugerzeitung.ch

Hinweis

Präsentation: Doku-Zug, St.-Oswalds-Gasse 16, 6301 Zug, 19.30 Uhr, Eintritt frei