Schönenwerd
Schenker-CEO erwartet für 2012 einen Rekordumsatz

Die Nummer eins im Schweizer Markt für Sonnen- und Wetterschutz expandiert weiter. Seit 2005 konnte Schenker den Umsatz um rund 25 Prozent auf 168,5 Millionen Franken. Und: 2012 soll für die Firma aus Schönenweden noch besser werden.

Franz Schaible
Merken
Drucken
Teilen
Trotz hohem Automatisationsgrad – ohne Handarbeit geht es bei der Storenherstellung nicht. Hansjörg Sahli

Trotz hohem Automatisationsgrad – ohne Handarbeit geht es bei der Storenherstellung nicht. Hansjörg Sahli

Solothurner Zeitung

Die traditionsreiche, 1881 gegründete Schenker Storen AG, ist hierzulande omnipräsent: Die am Hauptsitz in Schönenwerd und im elsässischen Werk in Thanvillé produzierten Storen für den Sonnen- und Wetterschutz vertreibt das Unternehmen über 37 eigene Verkaufs- und Serviceniederlassungen in der ganzen Schweiz. «Diese geografische Nähe zum Kunden ist entscheidend für unseren Erfolg», erklärt CEO Werner Held. Das Personal in den Niederlassungen kenne die regionalen Märkte am besten. «Unsere Mitarbeitenden wissen, wo gebaut wird, wo welche Liegenschaften renoviert oder umgebaut werden.» Zudem kaufe der Schweizer Kunde nach wie vor am liebsten in seiner näheren Umgebung ein. Ob nun im Engadin, im Entlebuch oder im Solothurner Wasseramt. Deshalb sei man in allen Regionen direkt vertreten. Der Aufbau des engmaschigen Service- und Verkaufsnetzes habe zwar Investitionen in Millionenhöhe gekostet, aber der Erfolg rechtfertige die Ausgaben.

Bauboom beflügelt Absatz

Das widerspiegelt sich im Geschäftsverlauf. Held nennt Zahlen. «Seit 2005 konnten wir den Umsatz um rund 25 Prozent auf 168,5 Millionen Franken im vergangenen Jahr steigern.» Und 2011 sei «erneut ein ausgezeichnetes Jahr und wir werden einen neuen Rekordumsatz erwirtschaften», blickt er voraus. Selbst für 2012 gibt sich Held schon heute zuversichtlich. «Die Auslastung der beiden Werke ist gut, die Produktion läuft im 3-Schicht-Betrieb auf Hochtouren.

Wachstum dank interner und...

Held, der seit 34 Jahren beim Storenhersteller arbeitet und 2005 die Geschäftsleitung übernahm, gesteht ein, dass «seine» Firma auch vom anhaltenden Bauboom profitiere. Die Abhängigkeit von der Bauwirtschaft liege auf der Hand, aber auch der Bereich Service und Unterhalt lege kräftig zu. «Zudem können wir dank unserer eigenen Entwicklungs- und Konstruktionsabteilung immer wieder Neuheiten auf dem Markt lancieren», berichtet Held nicht ohne Stolz. Als Beispiel nennt er den eigens entwickelten Solarantrieb für Raffstoren. «Dieser umweltfreundliche Antrieb ersetzt die üblichen Elektromotoren und ist sehr gefragt.»

Die Zuversicht über die künftige Geschäftsentwicklung zeigt sich in der Expansionsstrategie. Einerseits baut das Unternehmen am Hauptsitz ein neues Produktionswerk für Rollladen. Inklusive Anlagen, etwa eine modernste Pulverbeschichtungsanlage, investiert der Betrieb rund 30 Millionen Franken. «Wir sind kapazitätsmässig an die Grenzen gestossen, wir brauchen mehr Platz», begründet Held den Neubau mit 13000 Quadratmeter Fläche, verteilt auf drei Geschosse. Damit wird die bisherige Produktionsfläche mehr als verdoppelt. Der Spatenstich erfolgte im Dezember 2010 und spätestens am 1. Januar 2012 soll die neue Produktion in Betrieb gehen. Dank der Erweiterung will Schenker rund 20 bis 30 neue Arbeitsplätze schaffen.

... externer Expansion

Andererseits hat die Schenker Storen AG kürzlich in Deutschland eine Grossakquisition getätigt. Rückwirkend auf den 1. September 2011 wurde die Ehret GmbH mit Sitz im süddeutschen Mahlberg übernommen (wir berichteten). Das Familienunternehmen stellt Fensterläden aus Aluminium her und ist mit einer täglichen Produktion von 1500 Fensterläden nach eigenen Angaben Marktführerin im europäischen Fenster- und Schiebeladenmarkt. Die Akquisition stärke die Firmenstrategie hin zum Vollsortimenter, begründet der Unternehmensleiter «die grösste Übernahme» in der Schenker-Firmengeschichte. Das Management erhofft sich mit den angestammten Produkten im Bereich des Sonnen- und Wetterschutzes auch den Sprung ins Exportgeschäft. Heute betrage der Exportanteil nur 5 Prozent. Über Ehret soll nun der europäische Markt aktiv bearbeitet werden.

Gruppe mit über 1000 Angestellten

Mit dem Ausbau der Produktion in Schönenwerd und der Akquisition in Süddeutschland avanciert die Schenker Storen AG definitiv zum Grossbetrieb. Die Firma beschäftigt in der Schweiz über 700 Angestellte, davon allein im Kanton Solothurn über deren 400. Weitere 50 Mitarbeitende stellen im Elsass Stoffstoren her. Nach dem Kauf der Firma Ehret zählt die Schönenwerder Firmengruppe insgesamt über 1000 Mitarbeitende.

Die Finanzierung sowohl des Neubaus wie der Übernahme erfolge fast ausschliesslich mit eigenen Mitteln, also ohne Beanspruchung grosser Bankenkredite, versichert Held. «Aber jetzt ist Konsolidierung angesagt. Die Wachstumsstrategie ist sehr anspruchsvoll. Und sie kann nur dank dem motivierten und engagierten Personal erfolgreich umgesetzt werden.»