SCHINDELLEGI: Kühne+Nagel mit deutlich mehr Reingewinn

Trotz des starken Frankens hat das Logistikunternehmen Kühne+Nagel in den ersten neun Monaten 2015 Wachstum und Ergebnis zunehmend gesteigert. Der Reingewinn wuchs im Vorjahresvergleich um 6,7 Prozent auf 512 Millionen Franken. Der Umsatz sank dagegen.

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Das Firmengebäude von Kühne + Nagel in Schindellegi. (Bild: PD/Kühne + Nagel)

Das Firmengebäude von Kühne + Nagel in Schindellegi. (Bild: PD/Kühne + Nagel)

Mit noch 12,42 Milliarden Franken fiel er 4,4 Prozent tiefer aus als in den ersten neun Monaten 2014, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Währungseinflüsse herausgerechnet hätte ein Plus von 3,6 Prozent herausgeschaut.

Das Betriebsergebnis (EBITDA) stieg im Vergleich zum Vorjahr um 4,6 Prozent auf 777 Millionen Franken. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern wuchs um 5,4 Prozent auf 640 Millionen Franken. Im Reingewinn schlugen sich Währungsverluste von 7,5 Prozent nieder.

Prognose erhöht

Konzernchef Detlef Trefzger hielt fest, die Ergebnisse vor allem in der See- und Luftfracht seien im dritten Quartal gestiegen, die Entwicklung im Landverkehr sei stabil und das Geschäft in der Kontraktlogistik laufe nach Plan.

Striktes Kostenmanagement und die Ausrichtung auf innovative Dienstleistungen trügen Früchte. Kühne+Nagel sehe sich in der Strategie bestätigt und sei auf gutem Weg.

Kühne+Nagel hob die Prognose an. Die operative Rendite (EBIT) dürfte im laufenden Jahr auf fünf Prozent oder mehr steigen, wie das Unternehmen mitteilte. Zuvor hatte der Konzern eine Rendite von fünf Prozent in Aussicht gestellt. Nach den ersten drei Quartalen lag sie bereits bei 5,2 Prozent.

Seefracht und Luftfracht rentieren besser

In der Seefracht kompensierte der US-Import aus Europa und Asien die schwachen Exporte von Asien nach Europa. Das transportierte Volumen blieb stabil. Die Rendite verbesserte sich dabei.

Der Rohertrag pro Standardcontainer stieg um 4,4 Prozent und das Verhältnis des Vorsteuergewinns zum Rohertrag nahm von 30,2 auf 32,7 Prozent zu. Diese sogenannte Konversionsmarge gilt in der Branche als massgebliches Profitabilitätsmerkmal.

Bei der Luftfracht erhöhte Kühne+Nagel die Transportmengen um 5,2 Prozent, obwohl der Gesamtmarkt stagnierte. Das Unternehmen führt das auf die steigende Nachfrage für spezielle Transporte in der Auto-, Pharma- und Luftfahrtbranche sowie für verderbliche Güter zurück. Dazu entwickelten sich die Luftfrachtaktivitäten in Asien, Nordamerika und Europa erfreulich. Die Konversionsmarge stieg von 27,5 auf 30 Prozent.

Der Landverkehr blieb stabil. Dabei ging allerdings der Nettoumsatz wegen der Aufgabe eines Projekts und geringerer Frachtraten durch die tiefen Dieselpreise um 12,1 Prozent zurück.

In der Kontraktlogistik schloss Kühne+Nagel in den ersten neun Monaten neue Verträge ab. Die Restrukturierung von Spezialgeschäften in Grossbritannien und negative Währungseinflüsse belasteten aber das Ergebnis weiterhin. Der Gewinn vor Steuern und Zinsen sank um einen Fünftel.

Anleger erfreut

Die Analystenerwartungen verfehlte Kühne+Nagel beim Nettoumsatz, übertraf sie hingegen beim Gewinn vor Zinsen und Steuern sowie beim Reingewinn. Die Anlegergemeinde reagierte am Morgen erfreut und schickte den Kurs der Kühne+Nagel-Aktie 3,5 Prozent ins Plus. Der Gesamtmarkt gemessen am SPI lag 0,7 Prozent im Minus.

sda