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Schindler-CEO zum Halbjahresergebnis: «Mehr Unterhalt und Servicearbeiten werden auf uns zukommen»

Der Ebikoner Lift- und Rolltreppenhersteller Schindler hat im ersten Halbjahr den Wachstumskurs fortgesetzt. Höhere Kosten und Investitionen drücken aber das Ergebnis.
Interview: Raphael Bühlmann
Schindler-CEO Thomas Oetterli. (Bild: Roger Grütter, Ebikon, 26. Oktober 2016)

Schindler-CEO Thomas Oetterli. (Bild: Roger Grütter, Ebikon, 26. Oktober 2016)

Schindler verdiente im ersten Halbjahr weniger. Sie zeigen sich dennoch zufrieden mit dem Ergebnis. Haben Sie Ihre Ambitionen angepasst?

Thomas Oetterli: Nein, ganz und gar nicht. Derzeit setzen wir aber mehr auf Wachstum als auf eine kurzfristige Margenverbesserung.

Das heisst?

Im Vergleich zum Vorjahr haben wir fast 4 Prozent mehr Aufträge in den Büchern. Um diese in der nötigen Qualität abwickeln zu können, braucht es zusätzliche Kapazitäten, Ressourcen und Infrastruktur. Die entsprechenden Investitionen drücken kurzfristig auf das Ergebnis, werden sich aber in der langen Frist auszahlen.

Apropos langfristig: Schindler setzt aktuell auf neue Technologien, die Digitalisierung und Automatisierung. Wird dies einst auf Kosten des Personalbestandes gehen?

Im Gegenteil. Unser Personalbestand ist im Verhältnis zum Umsatzplus stärker gewachsen. Derzeit sehen wir uns gar mit dem Problem konfrontiert, weltweit nicht genügend Fachpersonal rekrutieren zu können. Deshalb bilden wir selber aus. Wir als Lift- und Rolltreppenbauer bleiben auch in Zukunft in einer sehr arbeitsintensiven Branche. Durch neue Technologien können wir aber Prozesse vereinfachen oder gefährliche Arbeiten durch Roboter ausführen lassen. Die Planung, die Montage, der Unterhalt und Reparaturen generieren aber weiterhin viele Arbeitsstunden.

In China, einem für Schindler zentralen Markt, wächst die Wirtschaft nicht mehr so stark. Schlägt sich das in den Zahlen von Schindler im ersten Halbjahr nieder?

China hat sich im ersten Halbjahr für uns besser entwickelt als erwartet. Getrieben ist der Markt nach wie vor von Neuinstallationen. Doch auch hier richten wir uns strategisch für die Zukunft aus. Mehr Unterhalt und Servicearbeiten werden auf uns zukommen.

Wie liefen die Geschäfte in den für Schindler ebenfalls relevanten Wachstumsmärkten wie der Türkei, Indien oder Brasilien?

Auch Indien hat uns positiv überrascht. Der Wohnungsbau sowie Investitionen in Infrastruktur entwickeln sich weiter positiv. Etwas anders sieht es in Brasilien und der Türkei aus. Brasilien steckt seit vier Jahren in einer Rezession. In der Türkei sorgt vor allem die politische Lage für Unsicherheiten. Und auf beiden Märkten kann ich zumindest bis jetzt kein Licht am Ende des Tunnels erkennen.

Das Betriebsergebnis und der Gewinn wurden im ersten Halbjahr vor allem auch durch die weiterhin hohen Rohmaterialpreise belastet. Wie wird sich die Situation entwickeln?

Das bleibt ungewiss. Fakt ist, dass wir heute für die uns wichtigen Rohstoffe wie Aluminium, Stahl und Kupfer deutlich mehr bezahlen als noch vor einigen Jahren.

Belastet hätten das Halbjahresergebnis auch Investitionen. Was meinen Sie damit?

Unsere Investitionen lassen sich in vier Kernbereiche unterteilen. Dabei handelt es sich um ganz normale betriebliche Investitionen, wie neue Maschinen. Des Weiteren setzen wir einen Fokus im Bereich Real Estate. Durch den Ausbau von Standorten wie den Campus in Ebikon wollen wir nicht zuletzt ein attraktiver Arbeitgeber in der Region bleiben. Für uns ebenfalls zentral sind Investitionen in neue Technologien. Schliesslich sind wir stets auch auf der Suche nach geeigneten kleineren und mittelständischen Unternehmen, die wir im Rahmen unserer Unternehmensstrategie übernehmen könnten, um so unser Service-Netz noch engmaschiger zu machen.

Sind Sie persönlich in das Projekt «Rontalzentrum» involviert

Nein. Ich als gebürtiger Luzerner bin aber sehr erfreut, dass die Region rund um Ebikon wirtschaftlich prosperiert.

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