Schindler ist in China wieder 100 Prozent ausgelastet

Der Konzern hat die Produktionskapazitäten in China wieder hochgefahren. Schweizer Liftmonteure sind mit Schutzausrüstung unterwegs.

Maurizio Minetti
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Schindler-CEO Thomas Oetterli.

Schindler-CEO Thomas Oetterli.

Alexandra Wey/Keystone

Der Ebikoner Lift- und Rolltreppenhersteller Schindler war eines der ersten westlichen Unternehmen, die von der Coronakrise getroffen wurden. Dies deshalb, weil Schindler in China mehrere Fabriken mit Tausenden von Angestellten betreibt. Mehr als 1,5 Milliarden Franken Umsatz erwirtschaftet Schindler in China. Einen Monat, bevor der Bundesrat die «ausserordentliche Lage» erklärte, sagte Schindler-CEO Thomas Oetterli im Gespräch mit unserer Zeitung, dass wegen des Virus die Fabriken wochenlang stillgestanden seien. Erst gegen Ende Februar nahm Schindler die Produktion in China wieder auf.

Mittlerweile ist in den drei chinesischen Schindler-Fabriken in Schanghai, Suzhou und Xuchang wieder Normalität eingekehrt. «Unsere Produktionskapazitäten in China sind wieder zu 100 Prozent ausgelastet», sagte Oetterli der NZZ. Engpässe bei der Beschaffung von Komponenten – wie dies zum Beispiel beim Stanser Flugzeughersteller Pilatus der Fall ist – gebe es keine: «Alle unsere Lieferanten sind wieder zurück», so Oetterli. Damit alle Zulieferer überlebten, habe es aber Anschubfinanzierungen und Vorauszahlungen gebraucht. Ausserdem verlängerte der Konzern Zahlungsfristen für die Kunden. «Es zahlt sich aus, dass wir als Familienunternehmen nicht den letzten Zehntel der Marge herausquetschen», so Oetterli gegenüber der NZZ.

In der Schweiz befinden sich die Schindler-Mitarbeiter mittlerweile in der vierten Homeoffice-Woche. «Schindler ermutigt Mitarbeiter weiterhin, wo möglich, von zu Hause zu arbeiten im Rahmen unserer flexiblen Arbeitszeitregelungen», erklärt eine Sprecherin auf Anfrage. Die meisten Angestellten seien als Servicetechniker und Liftmonteure im Aussendienst tätig, mit entsprechender Schutzausrüstung ausgestattet und angehalten, die Grundregeln an Hygiene und Sicherheit streng einzuhalten. Sie seien daher weiterhin einsatzbereit. «Über alle Bereiche unseres Unternehmens hinweg besteht eine fantastische Zusammenarbeit und grosse Solidarität», so die Schindler-Sprecherin.

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