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SCHINDLER: «Wir bauen sechs Werke gleichzeitig»

Die Expansion des Lift- und Rolltreppenherstellers in Asien schreitet rasant voran. Die grösste Herausforderung dabei sei es, das richtige Personal zu finden, erklärt Finanzchef Erich Ammann.
Interview Roman Schenkel
Schindler baut ein riesiges Werk mit Campus ausserhalb Schanghais. (Bild: Keystone)

Schindler baut ein riesiges Werk mit Campus ausserhalb Schanghais. (Bild: Keystone)

Erich Ammann, Schindler hat im Frühjahr angekündigt, die Expansion in China zu beschleunigen, um das starke Wachstum auszunutzen. Wie zeigt sich das in den Halbjahreszahlen?

Erich Ammann*: Der Verkauf unserer Produkte hat sich im Konzern insgesamt sehr gut entwickelt. Unser Geschäft in China hat speziell stark zum Wachstum beigetragen. Mit unserem neuen Produkt, dem Aufzug Schindler 3600, haben wir in China Marktanteile im Wohnungsbau hinzugewonnen. Bis anhin waren wir in diesem Segment in China noch nicht vertreten. Aber auch unsere etablierten Aufzugsprodukte und die Fahrtreppen haben sich im ersten Halbjahr 2013 in Asien sehr gut verkauft. Dadurch sind wir in China über dem Markt gewachsen und haben insgesamt Marktanteile hinzugewonnen.

Die Konkurrenz auf dem chinesischen Markt ist gross. Wem haben Sie Marktanteile weggeschnappt?

Ammann: Neben uns sind auch die drei anderen globalen Aufzugshersteller stark vertreten. Aber auch die japanischen Unternehmen sind vor Ort. Dazu kommt eine grosse Anzahl lokaler Anbieter. Wir gehen davon aus, dass wir insbesondere in bisher vernachlässigten Segmenten und Regionen Marktanteile dazugewonnen haben. Hinzu kommt, dass wir stark in den Wohnungsbau vorgestossen sind, der nach wie vor ein gutes Wachstum aufweist.

Die Wachstumsstrategie drückt nun aber stärker auf die Margen als erwartet.

Ammann: Ja, aber das haben wir schon früher ganz klar kommuniziert. Im laufenden und im kommenden Jahr haben wir die Margen zu Gunsten der Wachstumsstrategie etwas in den Hintergrund gestellt. Wir erwarten, dass ab 2015 die Margen wieder ansteigen sollten. Mit dem Ausbau in China und auch in Indien gehen hohe Zusatzkosten einher. In beiden Ländern bauen wir je zwei neue Werke. Hinzu kommt je ein Werk in den USA und in der Slowakei. Zudem gilt es zu bedenken, dass diese sechs Werke nahezu gleichzeitig gebaut werden.

Welches sind die grossen Herausforderungen bei der Expansion in China?

Ammann: Die grösste Herausforderung ist eindeutig das Rekrutieren, Ausbilden und Halten von neuen Angestellten. Dabei haben wir zuletzt aber grosse Fortschritte gemacht.

Inwiefern?

Ammann: Auf Managementstufe gelingt es uns sehr gut, neben lokalen Talenten sogenannte Expats für Stellen in China zu begeistern. Viele kommen aus der Schweiz, aber auch aus anderen Konzerngesellschaften. Es ist interessant: Was früher die USA waren, ist heute China. Immer mehr junge Leute entscheiden sich, für ein paar Jahre in China zu arbeiten. Zu Recht: Es ist ein attraktives Land, und es ist sehr spannend, zu sehen, wie rasant sich das Land entwickelt.

Sie rekrutieren aber auch lokale Leute?

Ammann: Auf jeden Fall! Wir stellen nicht nur Expats an, sondern vor allem Chinesen. Wir engagieren sehr viele junge Leute im Bereich Montage, Service und Technik. Gerade in der Feldorganisation sind chinesische Führungskräfte wegen der Sprache und Kultur zentral. Für unsere Geschäftsstellen in den kleineren chinesischen Städten holen wir uns die Leute aus dem chinesischen Talentpool. In diesen Positionen wäre ein Expat verloren.

Man spricht fast immer nur von China, aber auch in Indien geht es steil aufwärts.

Ammann: In Indien sind wir ein grosses Stück weiter als in China. Nachdem wir vor 15 Jahren auf der grünen Wiese begonnen haben, haben wir uns inzwischen eine starke Marktposition erarbeitet. Das Wachstum ist auch in Indien sehr stark, und die Herausforderungen sind deshalb sehr ähnlich wie in China.

Etwas anders sieht es in Europa aus. Hier bekommt Schindler die Wirtschaftskrise zu spüren. Der Umsatz nahm zwar zu, der Bestelleingang war aber rückläufig.

Ammann: Der Rückgang ist insgesamt eher klein. Insbesondere in Südeuropa sind die Bestellungen für Neuinstallationen aber nochmals zurückgegangen. Auch sind die Kunden in Europa mit dem Modernisieren von Aufzugsanlagen zurzeit eher zurückhaltend. Beim Umsatz konnten wir in den europäischen Märkten dank gutem Auftragsbestand aber dennoch zulegen.

Hinweis

* Erich Ammann (1957) ist seit 2001 Finanzchef des Schindler-Konzerns.

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