Migros Ostschweiz: Die Schlankheitskur geht weiter

Die Migros Ostschweiz hat 90 Stellen gestrichen und gibt den Betrieb der St. Galler Sportanlage Gründenmoos auf. Nun werden auch die 13 M-Fit-Trainingszentren und die 15 Chickeria-Restaurants verkauft.

Stefan Borkert
Drucken
Teilen
Die Chickeria-Schnellrestaurants suchen einen Käufer. (Bild: Ralph Ribi)

Die Chickeria-Schnellrestaurants suchen einen Käufer. (Bild: Ralph Ribi)

Migros und die Migros Ostschweiz sorgen täglich für neue Schlagzeilen. Globus, Interio, Depot und M-Way werden verkauft. 90 Stellen streicht Migros Ostschweiz am Hauptsitz in Gossau und trennt sich von der Sportanlage Gründenmoos in St. Gallen. Gestern nun hat Peter Diethelm, Chef der Migros Ostschweiz bekannt gegeben, dass sich die Migros Ostschweiz auch von den 13 M-Fit-Trainingszentren und 15 Chickeria-Schnellrestaurants trennen werde. «Migros Ostschweiz fokussiert sich auf das Kerngeschäft und reagiert auf den stetig intensiver werdenden Wettbewerb», so die Begründung für die Schlankheitskur.

Zum Kerngeschäft gehören für Diethelm die Supermärkte, die Fachmärkte, die klassische Migros-Gastronomie, die Freizeitanlagen sowie die Klubschulen. Weitere Verkaufspläne bestünden nicht, sagt Andreas Bühler, Sprecher von Migros Ostschweiz. Diethelm ergänzt: «Der Onlinehandel wird in den nächsten Jahren weiter zunehmen. Die Migros wird in diesem Markt weiterhin eine wichtige Rolle spielen. Die Aktivitäten im Onlinehandel sind national zentralisiert beim Migros-Genossenschafts-Bund.»

Chickeria galt bislang als Erfolgsstory. Warum also das Huhn verkaufen, das goldene Eier legt? Bühler sagt: «Da in den kommenden Jahren erhebliche finanzielle und personelle Ressourcen für die Etablierung und den weiteren Ausbau von Chickeria nötig wären, hat sich die Migros Ostschweiz entschieden, dieses Format zu verkaufen.» Bei M-Fit ist es nicht anders. Bühler: «Es ist der gleiche Grund wie bei Chickeria. Die Migros Ostschweiz muss sich auf ihre Kerntätigkeiten fokussieren, um weiterhin eine führende Position im Markt behaupten zu können.»

M-Fit wird ebenfalls verkauft. Bild: PD

M-Fit wird ebenfalls verkauft. Bild: PD

Bedeckt gibt man sich bei Migros Ostschweiz, wenn es um die Frage geht, wie viel Geld die Verkäufe eigentlich in die Kassen spülen sollen. Diethelm: «Im Vordergrund steht, eine möglichst gute Lösung im Sinne der Mitarbeitenden sowie der Kundinnen und Kunden.» Aus Finanznöten jedenfalls scheint man sich nicht von den Partnerunternehmen trennen zu wollen. Bühler: «Die Migros Ostschweiz ist finanziell gesund und schafft mit diesen Massnahmen Voraussetzungen, um in den angestammten Geschäftsfeldern auch künftig eine führende Position im Markt behaupten zu können.»

Betriebe werden bis zum Verkauf weitergeführt

Der intensive Wettbewerb sowie unbefriedigende finanzielle Ergebnisse in den vergangenen Jahren hätten die Migros Ostschweiz veranlasst, ihre Geschäftsfelder zu überprüfen, heisst es in einem Communiqué. Tatsächlich waren schwarze Zahlen und ein Gewinn von mehr als 40 Millionen Franken geschrieben worden. Allerdings sah Diethelm schon bei der Präsentation der Zahlen im März durchaus noch Luft nach oben. Nun strebt die Migros Ostschweiz also für die beiden Formate zukunftsfähige Lösungen ausserhalb des Unternehmens an. Dabei würden vorerst Lösungen innerhalb der Migros-Gemeinschaft geprüft, heisst es in einem Communiqué. Bis passende Lösungen für M-Fit und Chickeria gefunden seien, würden alle Betriebe wie bis anhin weitergeführt. CEO Diethelm betont: «Die Mitarbeitenden vor Ort leisten einen sehr guten Job und sollen dies auch weiter tun können. Unser Ziel ist es, einen nahtlosen Übergang zu neuen Eigentümern zu erreichen.»

Die Migros Ostschweiz starte zeitnah mit der Suche nach den neuen Eigentümern. Der Verkaufsprozess werde längere Zeit in Anspruch nehmen. Während dieser Zeit seien für die Angestellten und die Kunden der Unternehmen keine wesentlichen Änderungen zu erwarten, so Migros-Ostschweiz-Sprecher Bühler. Die Migros Ostschweiz werde den Verkaufsprozess sorgfältig durchführen, um eine möglichst gute Lösung im Sinne der Mitarbeiter und Kunden zu finden, versichert er.